Drei Lieder Gretchens aus Goethe's Faust für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Carl Debrois van Bruyck (1828 - 1902)

Word count: 273

1. Ich gäb' was drum, wenn ich nur wüsst [sung text not yet checked]

MARGARETE (ihre Zöpfe flechtend und aufbindend)
 Ich gäb' was drum, wenn ich nur wüsst',
 Wer heut der Herr gewesen ist!
 Er sah gewiss recht wacker aus,
 Und ist aus einem edlen Haus;
 Das konnt' ich ihm an der Stirne lesen --
 Er wär' auch sonst nicht so keck gewesen.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Wie konnt' ich sonst so tapfer schmählen [sung text not yet checked]

GRETCHEN (Nach der Gespräche mit Lieschen, nach Hause gehend, betrübt)
 Wie konnt' ich sonst so tapfer schmählen,
 [Sah ich]1 ein armes Mägdlein fehlen!
 Wie konnt' ich über andrer Sünden
 Nicht Worte g'nug der Zunge finden!
 Wie schien mir's schwarz, und schwärzt's noch gar,
 Mir's immer doch nicht schwarz g'nug war,
 Und segnet' mich und tat so groß,
 Und bin nun selbst der Sünde bloß!
 Doch -- alles, was dazu mich trieb,
 Gott! War so gut! Ach, war so lieb!

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Kreutzer: "Wenn tät"

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

3. Ach neige, du Schmerzenreiche [sung text not yet checked]

Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein [Antlitz gnädig]1 meiner Noth!

Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.

Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Noth.

Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!

Wohin ich immer gehe,
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin ach kaum alleine,
Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.

Die Scherben vor meinem Fenster
Bethaut' ich mit Thränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.

Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett' schon auf.

Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Noth!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Greetje's smeekgebed", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Ah, lean down, you who are full of sorrow", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Ah abaisse, Toi emplie de douleur", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Io ti prego, Dolorosa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zwölfter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1828, pages 189-190; and with Faust. Ein Fragment. in Goethe's Schriften. Siebenter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 161-163.

1 Loewe: "gnädig Antlitz"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]