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Kantate. Nach Gedichten von Eichendorff

Word count: 550

Song Cycle by Othmar Schoeck (1886 - 1957)

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1. Motto [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Wo ruhig sich und wilder
Unstete Wellen teilen,
Des Lebens schöne Bilder
Und Kläng verworren eilen,
Wo ist der sichre Halt?
So ferne, was wir sollen,
So dunkel, was wir wollen,
Faßt alle die Gewalt.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Geistesgruß [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Nächtlich dehnen sich die Stunden,
Unschuld schlaft in stiller Bucht,
Fernab ist die Welt verschwunden,
Die das Herz in Träumen sucht.

Und der Geist tritt auf die Zinne,
Und noch stiller wird's umher,
Schauet mit dem starren Sinne
In das wesenlose Meer.

Wer ihn sah bei Wetterblicken
Stehn in seiner Rüstung blank:
Den mag nimmermehr erquicken
Reichen Lebens frischer Drang. -

Fröhlich an den öden Mauern
Schweift der Morgensonne Blick,
Da versinkt das Bild mit Schauern
Einsam in sich selbst zurück.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Der neue Rattenfänger [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Juchheisa! und ich führ den Zug
Hopp über Feld und Graben.
Des alten Plunders ist genug,
Wir wollen neuen haben.

Was! wir gering? Ihr vornehm, reich?
Planierend schwirrt die Schere,
Seid Lumps wie wir, so sind wir gleich,
Hübsch breit wird die Misere!

Das alte Lied, das spiel ich neu,
Da tanzen alle Leute,
Das ist die Vaterländerei,
O Herr, mach uns gescheute!


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

4. Ratskollegium [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Hochweiser Rat, geehrte Kollegen!
Bevor wir uns heut aufs Raten legen,
Bitt ich, erst reifllich zu erwägen:
Ob wir vielleicht, um Zeit zu gewinnen,
Heut sogleich mit dem Raten beginnen,
Oder ob wir erst proponieren müssen,
Was uns versammelt und was wir alle wissen? -
Ich muß pflichtmäßig voranschicken hierbei,
Daß die Art der Geschäfte zweierlei sei:
Die einen sind die eiligen,
Die andern die langweiligen.
Auf jene pfleg ich cito zu schreiben,
Die andern können liegenbleiben.
Die liegenden aber, geehrte Brüder,
Zerfallen in wicht'ge und höchstwicht'ge wieder.
Bei jenen - nun - man wird verwegen,
Man schreibt nach amtlichem Überlegen
More solito hier, und dort ad acta,
Die Diener rennen, man flucht, verpackt da,
Der Staat floriert und bleibt im Takt da,
Doch werden die Zeiten so ungeschliffen,
Wild umzuspringen mit den Begriffen,
Kommt gar, wie heute, ein Fall, der eilig
Und doch höchstwichtig zugleich - dann freilich
Muß man von neuem unterscheiden:
Ob er mehr eilig oder mehr wichtig.
Ich bitte, meine Herrn, verstehn Sie mich richtig!
Der Punkt ist von Einfluß. Denn wir vermeiden
Die species facti, wie billig, sofort,
Findt sich der Fall mehr eilig als liegend.
Ist aber das Wichtige überwiegend,
Wäre die Eile am unrechten Ort.
Meine Herren, sie haben nun die Prämissen,
Sie werden den Beschluß zu finden wissen.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. Vision [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Tag und Regung war entflohen,
Übern See nur kam Geläute
Durch die monderhellte Weite,
Und rings brannten auf den hohen
Alpen still die bleichen Lohen,
Ew'ge Wächter echter Weihe,
Als, erhoben vom Verderben
Und vom Jammer, da die dreie
Einsam traten in das Freie,
Frei zu leben und zu sterben.


Submitted by Ferdinando Albeggiani

6. Mahnung [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Admonition", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission


Genug gemeistert nun die Weltgeschichte!
Die Sterne, die durch alle Zeiten tagen,
Ihr wolltet sie mit frecher Hand zerschlagen
Und jeder leuchten mit dem eignen Lichte.

Doch unaufhaltsam rucken die Gewichte,
Von selbst die Glocken von den Türmen schlagen,
Der alte Zeiger, ohne euch zu fragen,
Weist flammend auf die Stunde der Gerichte.

O stiller Schauer, wunderbares Schweigen,
Wenn heimlichflüsternd sich die Wälder neigen,
Die Täler alle geisterbleich versanken,

Und in Gewittern von den Bergesspitzen
Der Herr die Weltgeschichte schreibt mit Blitzen?
Denn seine sind nicht euere Gedanken.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

7. Spruch [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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Authorship


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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Maxim", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Magst du zu dem Alten halten
Oder Altes neu gestalten,
Mein's nur treu und laß Gott walten!


Submitted by Harry Joelson

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     - Emily Ezust

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