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Severa. Sechs ernste Lieder

Word count: 458

Song Cycle by Felix Paul Weingartner (1863 - 1942)

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1. Auf dem alten jüdischen Kirchhof (Prag) [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Sinnend stand ich bei dem Grabe
Rabby Löv's, des jüd'schen Weisen,
Hörte wie im Traum den Führer
Seine todten Ahnherrn preisen.

Und warum, so frug ich staunend,
All' die Juden, groß und kleine,
Auf das Grab mit leisem Murmeln
Werfen bunte Kieselsteine?

Und es wurde mir die Antwort:
«Um zu ehren, ist geboten,
Daß wir Blumen streu'n Lebend'gen,
Steine auf das Grab der Todten.»

Von solch' heidnischem Gebrauche
Sind wir Christen längst gereinigt:
Wir bekränzen stets die Gräber
Jener, welche wir gesteinigt.


Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Falter und Rosen [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

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Sprach eine wilde Ros' am Zaun:
Bei mir waren alle Falter traun
Und alle Bienen und Immen
Mit ihren süßen Stimmen.

Sprach eine andre wilde Ros':
Nur Einem bot ich meinen Schooß,
Einem jungen Schmetterlinge:
Vor ihm sind alle geringe.

Am Tag darauf war keine mehr,
Die Falter trieben hin und her
Fern von den blätterlosen:
Sie dachten an junge Rosen.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Nebel [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Boira", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Brouillard", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Du, trüber Nebel, [hüllest]1 mir
Das Tal mit seinem Fluß,
Den Berg mit seinem Waldrevier,
[Und]2 jedem Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und breit!
Nimm fort, was mich so traurig macht,
Auch die Vergangenheit.


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1 Strauss: "hüllst"
2 Strauss: "mit"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Eine Fremde [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Une étrangère", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


Sie saß in unserm Mädchenkreise,
Ein Stern am Frauen-Firmament;
Sie sprach in unsres Volkes Weise,
Nur leis, mit klagendem Akzent.
Du hörtest niemals heimverlangen
Den stolzen Mund der schönen Frau;
Nur auf den südlich blassen Wangen
Und über der gewölbten Brau'
Lag noch Granadas Mondenschimmer,
Den sie vertauscht um unsern Strand;
Und ihre Augen dachten immer
An ihr beglänztes Heimatland.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. Reue [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Die Nacht war schwarz, die Luft war schwühl,
Ich fand nicht Schlaf auf meinen Pfühl,
Mein Sinn ward trüb' und trüber: 
Da schritten die Tage der alten Zeit
Zu langem, langem Zug gereiht,
Wehklagend mir vorüber: 

"Du hattest den Lenz und du hast ihn entlaubt,
Du hattest das Heil und du hast nicht geglaubt,
Du hattest ein Herz zum Lieben, 
Du hast es vertändelt mit eitlem Schein;
Nun bist du zuletzt allein, allein,
Mit deinem Jammer geblieben."

"Und wie du ringst in bangem Gebet,
Es ist zu spät, es ist zu spät, 
Du darfst von Rast nicht wissen.
Dein einsam Herz ist dein Gericht."
Ich aber drückte mein Angesicht
Lautweinend in die Kissen.


Submitted by John Versmoren

6. Allerseelentag [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Die Todten haben Einen
In ihrer Einsamkeit,
Der ihnen eine Blume
Und eine Thräne weiht.

wie schön prangt heut' ihr Garten!
Von Gästen wogt's darin:
Manch' Lebender geht traurig,
Verlassen für sich hin.

Hört, Leute, die ihr wandert
Mit Kränzen friedhofwärts,
Legt lieber doch ein Blümchen
Auf dieses warme Herz.

O, thut's, so lang ich lebe;
Denn darf ich einmal ruh'n,
Wie dort die Todten ruhen
In ihren stillen Truh'n --

Dann miss' ich eure Spende 
Und eure Liebe gern:
Dann tagt mir ja im Frieden
Der allerhöchste Stern,

Im allertiefsten Dunkel
Das allersüß'ste Licht: 
Dann brauch' ich ird'sche Blumen
Und ird'sche Kränze nicht.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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     - Emily Ezust

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