You can help us modernize! The present website has been online for a very long time and we want to bring it up to date. As of April 20, we are $4,600 away from our goal of $15,000 to fund the project. The fully redesigned site will be better for mobile, easier to read and navigate, and ready for the next decade. Please give today and join dozens of other supporters in making this important renovation possible!

The LiederNet Archive
WARNING. Not all the material on this website is in the public domain.
It is illegal to copy and distribute our copyright-protected material without permission.
For more information, contact us at the following address:
licenses (AT) lieder (DOT) net

Lieder und Gesänge für 1 Singstimme mit Pianoforte

Word count: 1771

by Siegmund von Hausegger (1872 - 1948)

Not all available information for this cycle is visible. Return to normal display.

1. Lenz Wanderer, Mörder, Triumphator


Ich lag an einem Raine
Mit meinem dürren Stab.
Was lauf ich? Meine Beine
Erlaufen nur das Grab...

Ein Wandrer zog derenden,
War noch ein Knabe fast,
Der hielt als Stab in Händen
Den blütenreichsten Ast.

»Grüß Gott dich, schöner Wandrer!
Bist du es, Knabe Lenz?«
Er rief: »Ich bin kein andrer
Und komme von Florenz!«

Das mußte mich erwecken.
»Kind Lenz, ich wandre mit!«
Wir hoben unsre Stecken
In einem Schritt und Tritt.

Die beiden Stäbe hoben
Kind Lenz und ich zugleich;
Auch meiner ward von oben
Bis unten blütenreich.


Confirmed with Conrad Ferdinand Meyer, Sämtliche Werke in zwei Bänden, Band 2, München, 1968, pages 29-30.


2. Herbst


Astern blühen schon im Garten,
Schwächer trifft der Sonnenpfeil;
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Haide,
Blätter zittern durch die Luft,
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt in blauem Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.


3. Sehnsucht


Wie eine leise Glocke klingt
Die Sehnsucht in mir an;
Weiß nicht, woher, wohin sie singt,
Weil ich nicht lauschen kann.
 
Es treibt das Leben mich wild um,
Dröhnt um mich mit Gebraus,
Und mählich wird die Glocke stumm,
Und leise klingt sie aus.
 
Sie ist nur für den Feiertag
Gemacht und viel zu fein,
Als daß ihr bebebanger Schlag
Dräng in die Lärmluft ein.
 
Sie ist ein Ton von dorten her,
Wo alles Feier ist;
Ich wollte, daß ich dorten wär,
Wo man den Lärm vergißt.


4. Ekstase


Gott, deine Himmel sind mir aufgethan
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

5. Das Lied von Ferne


Ich seh die Welt
Als wie ein Feld,
Das hoch im Halme steht.
Die Sichel singt,
Von Ferne klingt
Ein Lied wie hergeweht.

Nun wird es leer,
Und rundumher
Garbe an Garbe steht.
Und immer doch,
Und immer noch
Ein Lied wie hergeweht.

Nun Herbst und kalt,
Und Winter bald,
Und alles überschneet,
Und doch, und doch,
Und immer noch
Ein Lied wie hergeweht.

O reiches Feld,
O reiche Welt,
Durch die mein Leben geht,
Als wie ein Hauch.
Mein Leben auch
Ein Lied wie hergeweht.


6. Mittag im Felde


Gebüsch und Tann' umziehen 
  Den Ackergrund voll Ruh',
Das Korn ist hoch gediehen
  Und reift der Erndte zu.

Es hält die Mittagsstunde
  In ihrem Bann die Welt,
Nichts regt sich in der Runde,
  Nur manchmal rauscht das Feld. 


Confirmed with Gedichte von Martin Greif, Dritte durchgesehene und stark vermehrte Auflage, Stuttgart, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1883, p. 92.


7. Abendwolke


So stille ruht im Hafen
Das tiefe Wasser dort,
Die Ruder sind entschlafen,
Die Schifflein sind im Port.

Nur oben in dem Äther
Der lauen Maiennacht,
Dort segelt noch ein später
Friedfertger Ferge sacht.

Die Barke still und dunkel
Fährt hin in Dämmerschein
Und leisem Sterngefunkel
Am Himmel und hinein.


8. Mondnacht


Leise Klänge, süsse Lieder
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

9. Komm her und lass dich küssen


Die Luft ist wie voll Geigen,
Von allen Blütenzweigen
Das weiße Wunder schneit;
Der Frühling tobt im Blute,
Zu allem Uebermute
Ist jetzt die allerbeste Zeit.

Komm her und laß dich küssen!
Du wirst es dulden müssen,
Daß dich mein Arm umschlingt.
Es geht durch alles Leben
Ein Pochen und ein Beben:
Das rote Blut, es singt, es singt.


10. ?


Was eigentlich die Kleine will,
Das mag der Teufel wissen!
Bald guckt sie mich gar glühend an,
Als wär' sie hingerissen.
Wovon? Wozu? Ich ahn' es nicht;
Der Teufel mag es wissen.
Dann aber wieder macht sie mir
Ein Lärvchen, furchtbar sauer,
Daß mir's durchs ganze Rückenmark
Hinfährt wie kalter Schauer.
Weshalb? Warum? Ich weiß es nicht,
Bin immer gleich beflissen.
Was eigentlich die Kleine will:
Der Teufel mag es wissen.


Confirmed with Otto Julius Bierbaum, Erlebte Gedichte, Berlin, Verlag von Wilhelm Issleib (Gustav Schuhr), 1892, p. 55.

Note: the title is truly a question mark ("?").

11. Bleib', mein Trauter, kannst du gehen?


Bleib’, mein Trauter, kannst Du gehen?
Grausam mich verschmachten sehen,
Meinen Kummer nicht verstehen?
     O, mein Trauter, kannst Du geh’n?
     O, mein Trauter, kannst Du geh’n!

Bei der Liebe, einst empfunden!
Bei dem Band, einst fest gebunden!
Und bei meines Herzens Wunden!
     O, verlaß mich nur nicht so!
     O, verlaß mich nur nicht so!


12. Jetzt rede du


Du warest mir ein täglich Wanderziel,
Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen,
Ich hatte dir geträumten Glücks so viel
Anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen.

Und wieder such' ich dich, du dunkler Hort,
Und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen -
Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort!
Verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen.


13. Sonntags


Ich liebe, Nymphe, deine keusche Flut,
Die kühl im allertiefsten Walde ruht.
Du spiegelst weder Stadt noch Firneschnee,
Den Himmel schimmerst du, mein kleiner See!
Dein Antlitz sagt mir alles, rasch erregt,
Was dir das kindliche Gemüt bewegt,
Und leicht erhellt, verdunkelt ohne Grund,
Macht es mir alle deine Launen kund.

Der Kahn geborgen tief im Schilfe dort,
Gefesselt ist er durch ein Zauberwort.
Nie hat gelöst ihn eine trunkne Schar,
Nie hat sich eine Dirn im Flatterhaar,
Von rohen Buhlen durch den Wald gehetzt,
Vor deinen Spiegel keuchend hingesetzt.
Nie hat ein unstet zuckend Fackelrot
Dir über deine kühle Stirn geloht!

Horch! Stimmen durch den Wald! Ein Lustgeschrei!
Gekreisch! Gewieher! Freches Volk, vorbei!
Den Gassenhauer, liederlich gejohlt –
Schäme dich, Echo! – hast du wiederholt!
Verhülle, Nymphe, deiner Augen Schein,
Verbirg dich tiefer in den Wald hinein!
Und zürnend gegen den Tumult gewandt: »Hinweg!«
gebot ich mit erhobner Hand.

»Nicht näher!« Und im Walde ward es Ruh.
Der Jubel zog sich einer Schenke zu.
Du bliebst in deinem blauen Kleide rein
In deinem grünen Waldesdämmerschein –
Indessen hat die Sonne sich geneigt.
Wie süss in jedem Blatt die Stille schweigt!
In Tannenduft und unter Himmelsruh
Bewacht von meinem Blick, entschlummerst du!


14. Letzte Bitte


Laß mich noch einmal dir ins schwarze Auge sehn, 
Laß mich noch einmal tief ins heiße Dunkel senken 
Den trunkenen Blick, dann will ich [weitergehn]1 
Und dich vergessen ... Nur in harter Zeit, 
Wenn sich der Sehnsucht Augen rückwärts lenken, 
Wenn meine Seele nach Vergangenem schreit, 
Dann will ich jenes einen Blicks gedenken, 
Des liebeheißen, gütereichen Blicks, 
Der mir im Bann versagenden Geschicks 
Das Herz zu einem schmerzentiefen Glück geweiht.


View original text (without footnotes)
1 Reger: "weiter gehen"

15. Schwüle


Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag
Sterne, Sterne -- Abend ist es ja --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft
Mich beständig aus der Wassergruft --
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht --
Es war Zeit! -- ein schwaches Flimmerlicht --
Denn ich wußte nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!


16. Winter


Weg und Wiese zugedeckt,
Und der Himmel selbst verhangen,
Alle Berge sind versteckt,
Alle Weiten eingegangen.

Ist wie eine graue Nacht,
Die sich vor den Tag geschoben,
Die der Sonne glühe Pracht
Schleierdicht mit Dunst umwoben.

Oder seid ihr alle tot:
Sonne, Mond und lichte Sterne?
Ruht das wirkende Gebot,
Das euch trieb durch Näh und Ferne?

Leben, lebst du noch ringsum?
Sind verschüttet alle Wege?
Grau und eng die Welt und stumm.
Doch mein Herz schlägt seine Schläge.


17. Vor der Ernte


[An wolkenreinem]1 Himmel geht
Die blanke Sichel schön,
Im Korne drunter wogt und weht
Und rauscht und wühlt der Föhn.

Sie wandert voller Melodie
Hochüber durch das Land,
Früh morgen schwingt die Schnittrin sie
Mit sonnenbrauner Hand.


View original text (without footnotes)
1 Hausegger: "Am wolkenreinen"; further changes may exist not shown above.

18. Mit trockenen Blumen


       	Hoffnungswimpel im Lenze,
Banner des Todes nun,
Gern wären es Liebeskränze,
Die hier wie Leichen ruhn.
. . . Der Herbst hat's getan,
      Sterben hebt an . . .
      Grüß Gott, grüß Gott, du Mann mit der Sense!


19. Eingelegte Ruder


Meine eingelegten Ruder triefen,
Tropfen fallen langsam in die Tiefen. 

Nichts, daß mich verdroß! Nichts, daß mich freute!
Niederrinnt ein schmerzenloses Heute!

Unter mir - ach, aus dem Licht verschwunden -
Träumen schon die schönern meiner Stunden.

Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern:
Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?


20. Christoph, Rupprecht, Nikolaus


Ich kenn' drei gute, deutsche Gesell'n
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

21. Glaube nur


Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn, 
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist, 
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst,
Dann verebbt, was uns bedroht, 
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt. 
Glaube nur, es wird geschehn! 
Wende nicht den Bliek zurück! 
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn, 
und die Sonne lacht uns Glück!


22. Genug


Ein Ritter ritt durch reifes Korn
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

23. Mein Schweinchen


Was thu' ich, wenn mein Schweinchen stirbt
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

24. Der Teufel ist fort


Der Teufel kam pfeifend durch die Stadt
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

25. Sommer ist 'ne schöne Zeit


Sommer ist 'ne schöne Zeit
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

26. Das süsse Liebchen


Süsses Liebchen, Herzensdiebchen
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

27. Auf der Haide


Wie im dunklen Bussgewand
 . . . . . . . . . .

[--- The rest of this text is not
currently in the database but will be
added as soon as we obtain it. ---]

28. Wiegenlied


Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und Blumen ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still, wie die Engelein,
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.


29. Das Liebchen


[ ... ]
Ich habe tag und Nacht nicht Ruh, Mein Aug' ist trüb' und hohl; Oft, hör' ich, flüstert man sich zu: Was fehlt doch Micheln wohl? Was fehlt ihm! Wann man ist vergafft, Ist alle Freude hin. Schafft mir das Mädchen, oder schafft Es mir aus meinem Sinn!

Confirmed with Als der Grossvater die Grossmutter nahm: ein Liederbuch für altmodische Leute, ed. by Gustav Wustmann, 2nd edition, Leipzig, Verlag von Fr. Wilh. Grunow, 1887, pages 335-337.


30. Tief von fern


Aus des Abends weißen Wogen
taucht ein Stern;
[still]1 von fern
kommt der [blasse]2 Mond gezogen.

[Fern, ach fern]3
aus des Morgens grauen Wogen,
langt der [stille]4 blasse Bogen
nach dem Stern.


View original text (without footnotes)
1 Webern: "tief"
2 Webern: "junge"
3 Webern: "Tief von fern,"
4 Webern: "große"

31. Über die Haide hallet mein Schritt


Über die Heide 
Hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde 
Wandert es mit.

Herbst ist gekommen, 
Frühling ist weit --
Gab es denn einmal 
Selige Zeit?

Brauende Nebel 
Geisten umher,
Schwarz ist das Kraut 
Und der Himmel so leer.

Wär' ich nur hier nicht 
Gegangen im Mai!
Leben und Liebe -- 
Wie flog es vorbei!


32. Lied des Harfenmädchens


Heute, nur heute 
bin ich so schön,
morgen, ach, morgen
muß alles vergeh'n!

Nur diese Stunden
bist du noch mein;
sterben, ach, sterben
soll ich allein.


Note: Reger SW lists this as "Dichter[in] unbekannt" (unknown poet)
Sometimes included in anthologies as "Lied des Harfenmädchens"

Gentle Reminder
This website began in 1995 as a personal project, and I have been working on it full-time without a salary since 2008. Our research has never had any government or institutional funding, so if you found the information here useful, please consider making a donation. Your gift is greatly appreciated.
     - Emily Ezust

Browse imslp.org (Petrucci Music Library) for Lieder or choral works