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Drei Spielmannslieder

Word count: 378

Song Cycle by Carl Bohm (1844 - 1920)

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1. Luftschloss [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Mein Liebchen, ich hab' mir ein Schlösslein gebaut,
Drin wollen wir hausen zu zwei'n.
So luftig und lustig ward keim noch geschaut 
An Tiber und Donau und Rhein.

Krystall sind die Wände, das Dach ist Rubin,
Von Golde gebaut ist der Saal.
Ein Tischelein Deckdich steht mitten darin 
Und lädt uns zum fröhlichen Mahl.

Es springen zwei Bronnen aus Marmelgestein, 
Die rauschen uns frühe und spat.
Es giebt uns der eine Burgunderwein,
Der andere sprudelt Muskat.

Es stehen die Truhen mit edlem Geschmeid 
In allen Gemächern umher,
Und wolltest du schöpfen in Ewigkeit,
Sie würden doch nimmermehr leer.

Und rings um das Schlösslein ein grünender Hag 
Mit Blumen von seltsamer Pracht.
Sie duften wie fremdes Gewürze bei Tag 
Und leuchten wie Sterne bei Nacht.

Es weht in den Lüften wie Harfenschall
Und lockender Vogelein Ruf.
Zwölf muthige Rösslein wiehern im Stall 
Und scharren mit goldenem Huf.

Das ist mein Schlösslein. Ich hab' es gemacht,
Wie der Sänger sich macht ein Gedicht.
Im Traume hab' ich mir's ausgedacht
Und träumend zusammengericht't.

Es schimmert und blinkt aus der Höhe herab
Sein luftiges Wundergestein,
Und wenn ich das Fliegen erfunden noch hab',
Mein Liebchen, dann ziehen wir ein.


Confirmed with Spielmannslieder von Rudolf Baumbach, Leipzig, Verlag von A. G. Liebeskind, 1883, pages 80-81.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Fröhliche Armuth [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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So einer hat kein Zweigespann,
Der geh' zu Fusse stolz,
Und wer als Gold nicht trinken kann,
Der trinkt aus Thon und Holz. 

Ein Ritter bin ich freilich nicht,
Hab' weder Hoch noch Geld;
Mein Erbgut ist das Himmelslicht,
Dazu die weite Welt. 

Und wäre Gold und Silber mein,
Karfunkel und Topaz,
So trügst du nicht am Fingerlein
Den Ring mit buntem Glas. 

Doch funkelt in der Sonnengluth
Wie Diamant der Ring,
Und küssen kann ich grad so gut
Als wie ein Edeling.


Confirmed with Rudolf Baumbach, Spielmannslieder, Leipzig: A. G. Liebeskind, 1883, page 23.


Submitted by Melanie Trumbull

3. Kurze Rast [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Lauter rauschte der Wiesenbach,
Spürend ging ich dem Rauschen nach,
   Kam an eine Mühle.
An dem Thor hart an der Wand 
Bank und Tisch im Schatten stand.
   Ach wie war's da kühle,
        Ja kühle! 

Gott zum Gruss, Frau Müllerin! 
Wisset, dass ich durstig bin 
   Von des Tages Schwüle.
Und sie ging und kam und trug 
Rothen Wein im ird'nen Krug.
    Ach wie war der kühle,
        Ja kühle! 

Lächelnd sah sie dem Trinker zu. --
Milde Frau, ach wüsstest du,
    Was ich dankbar fühle.
Als ich meinen Hut gerückt,
Nichts ihr in die Hand gedrückt,
    Ach wie ward sie kühle,
        Ja kühle!


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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     - Emily Ezust

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