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Sechs böhmische Lieder von Václav Hanka

Word count: 547

Song Cycle by Václav Jan Křtitel Tomášek (1774 - 1850)

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1. Die Nachtigall [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch) after the Czech (Čeština)

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le rossignol", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Sanft durchziehn den grünen Wald
Nachtigallentöne:
Die von ihrem Treuen lässt,
Töricht ist die Schöne.

Lass vom Treuen nimmermehr;
Bliebst allein du stehen,
Träf’ dich leicht ein Missgeschick,
Könntest irre gehen.

Gingest irr im weiten Feld,
Ohne Wegeskunde,
Wo der Kobold neckend lauscht
In der Zauberrunde;

Gingest irr im dichten Forst,
Wo dich Zweig’ umschlingen,
Mädchen, trau dem Waldmann nicht,
Schlau legt er dir Schlingen;

Wassermann wie Jägersmann,
Siehst du grün sich tragen,
Und von Beiden trieft der Tau,
Wenn im Grün sie jagen;

Drum, o Maid, nicht rechts noch links
Wende deine Augen,
Geh gradaus—die Rosenbahn
Wird zum Heil dir taugen.

Die von ihrem Treuen lässt,
Töricht ist die Schöne,
So durchziehn den grünen Wald
Nachtigallentöne.


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

2. Das Lebewohl [ sung text checked 1 time]

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'adieu", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Auf dem Feldplan dort
Wallt das Ährenmeer,
Und milde Lüfte
Wehn es hin und her;

Lebe wohl, mein Lieb,
Denke fern auch mein!
Des Lebens werd ich
So nimmer mich freun.

Mir wird Lust zur Qual,
Bist du von mir fern,
Wenn mir nicht hold lacht
Deines Auges Stern.

Ach, mein Glück ist fort,
Fort aus diesen Aun;
Ihr Lockengold,
Soll ich nimmer schaun.

Ach, das goldne Haar
Decket voll und lang
Den Schwanenhals ihr
Wie Silber so blank.

Des Lebens werd ich
So nimmer mich freun,
Leb, ach lebe wohl,
Denk auch ferne mein.


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

3. Wehmuth [ sung text checked 1 time]

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Mélancolie", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Laublos schon steht der Wald,
Schnee deckt die Höhn im Ost,
Ach, was macht mein Lieb wohl im West,
Vom Sturm umtost?
Als fort sie ging, da stand
Im Maien die Sonne,
Ahnungsselig träumt ich
Nur von Himmelswonne.

Auf, ihr Winde, brauset,
Jagt über Berg und Tal,
Hin zu ihren Füssen
Tragt all die Blätter fahl.

Auf jedem Blättchen steht,
Ach, des Armen Name;
Sagt ihr, dass hier ich starb,
Ach, im Liebesgrame!


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

4. Das Veilchen [ sung text checked 1 time]

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La violette", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Warum, holdes Veilchen,
So verborgen stehst du?
Vor den Blumen allen
Süsse Düfte wehst du.

Vor den Blumen allen,
Die ihr Haupt erheben,
Wenn der Lenz zur Erde
Bringet neues Leben.

Magst dich, holdes Veilchen,
Tief im Gras verstecken,
Dein balsamisch Düften
Lässt dich gleich entdecken.

Ist gepaart die Schönheit
Edelem Gemüte,
Nimmer bleibt verborgen
Dann die schöne Blüte.

Stiller Tugend Sinnbild,
Liebes Veilchen, blühst du,
Drum in zartem Purpur
Immerdar erglühst du!


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

5. Rache [ sung text checked 1 time]

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Vengeance", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Ihr Haine, dunkle Haine,
Will euch mein Leid vertraun,
Mich liebet treu die Meine,
Ach Haine, dunkle Haine,
Und darf nach mir nicht schaun!

Ihr sollt mich umnachten,
Ich will die Welt nicht sehn,
Hier will ich klagen, schmachten,
Ihr sollt mich stets umnachten,
Die Blümchen all vergehn.

Zwei treue Herzen brennen,
Vereint im Liebesbund;
Soll der Verrat sie trennen,
Ach, müssen sie verbrennen,
Vom Gram der Liebe wund?

Zerschmettert, Blitzesflammen,
Was trennt der Herzen Band,
Die Schranken brecht zusammen,
Brechet, ihr Donnerflammen,
Was trennt der Herzen Band!


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

6. Die blauen Augen [ sung text checked 1 time]

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Les yeux bleus", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Ach ihr Augen, Augen,
Wo mir Himmel blauen,
Mir verschwimmt die Welt,
Kann ich euch erschauen.

Jugendmut und Frohsinn,
Sagt an, wo seid ihr hin?
Seit ihr Aug’ ich sah,
Seid ihr für mich dahin!

Ja, mich traf ihr Auge,
Wie vom Bogen der Pfeil,
Traf mich im Herzen,
Und das wird nimmer heil.

Wohin ich mich wende,
Was mir sich zeigt für Schau,
Überall seh ich
Der Augen holdes Blau.

Ach, ihr holden Augen,
Himmelhelle Augen,
Sauget, bis ihr mögt
All mein Blut entsaugen!

Ach ihr Augen, Augen,
Wo mir Himmel blauen,
Mir verschwimmt die Welt,
Kann ich euch erschauen.


Submitted by Guy Laffaille [Guest Editor]

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