Vergessene Lieder

Song Cycle by (Friedrich) August Bungert (1845 - 1915)

Word count: 331

1. Ich wand're fort in's ferne Land [sung text not yet checked]

Ich wandre fort [ins ferne]1 Land,
Noch einmal blickt' ich um, bewegt,
Und sah, wie sie den Mund geregt,
Und wie gewinket ihre Hand.

Wohl rief sie noch ein freundlich Wort
Mir nach auf meinem trüben Gang,
Doch hört' ich nicht den liebsten Klang,
Weil ihn der Wind getragen fort.

Daß ich mein Glück verlassen muß,
Du rauher, kalter Windeshauch,
Ist's nicht genug, daß du mir auch
Entreißest ihren letzten Gruß?

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "To the wind", copyright © 2004
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Au vent", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Mendelssohn: "in fernes"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Hier unter dieser Linde [sung text not yet checked]

Hier unter dieser Linde
saß ich viel tausendmal 
und schaut nach meinem Kinde
hinunter in das Tal, 
bis dass die Sterne standen
hell über ihrem Haus, 
und weit in den stillen Landen
alle Lichter löschten aus.

Jetzt neben meinem Liebchen 
sitz ich im Schatten kühl, 
sie wiegt ein muntres Bübchen,
die Täler schimmern schwül,
und unten im leisen Winde 
regt sich das Kornfeld kaum, 
und über mir säuselt die Linde . . .
Es ist mir noch wie ein Traum!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le jeune marié", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: John Versmoren

3. Singend über die Haide [sung text not yet checked]

Singend über die Heide
Steigen Lerchen empor,
Goldige Knospen der Weide
Dringen am Ufer hervor.
Und der Himmel so wunderblau
Allüberall hellsonnige Schau!
Ich und mein Lieb, wir beide
Wandeln durch sprießendes Rohr.

Karge Worts ist der Kummer,
Zehrend in tiefer Brust;
Aber noch tausendmal stummer
Ist unsägliche Lust:
"Ich bin ja dein Kind und du bist mein!"
Das mag ihr einziges Wörtlein sein!
Hat doch kein Weiser, kein Dummer
Jemand ein bessres gewußt.

Wolken über uns schwellen,
Kaumß daß ein Windzug sie blies;
Traumaft schwatzen die Wellen
Über dem farbigen Kies.
Ferne nur, ferne noch Lerchenlied, --
Seliges Schweigen die Seele durchzieht,
Engel erschließen die hellen
Pforten zum Paradies.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Rechenstunde [sung text not yet checked]

Du bist so ein kleines Mädchen
Und hast schon so helle Augen;
Du bist so ein kleines Mädchen
Und hast schon so rote Lippen!

Nun schau mich nur an, du Kleine,
Auch ich hab helle Augen,
Und laß dir alles deuten -
Auch ich hab rote Lippen.
 
Nun rechne mir doch zusammen:
Vier Augen, die geben? - Blicke!
Und - mach mir keinen Fehler! -
Vier Lippen, die geben? - Küsse!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Arithmetic lesson", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "L'heure de compter", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]