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8 Wanderlieder

Word count: 468

by Gustave Léon Huberti (1843 - 1910)

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1. Lebewohl


Lebe wohl, lebe wohl, mein Lieb!
Muß noch heute scheiden.
Einen Kuß, einen Kuß [mir gib]1!
Muß dich ewig meiden. 

Eine Blüt', eine Blüt' mir brich
Von dem Baum im Garten!
Keine Frucht, keine Frucht für mich!
Darf sie nicht erwarten.


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1 Karg-Elert: "für mich"

2. Scheiden und Meiden


So soll ich [dich nun]1 meiden,
Du meines Lebens Lust!
Du küssest mich zum Scheiden,
Ich drücke dich an die Brust!

Ach, Liebchen, heißt das meiden,
Wenn man sich herzt und küßt?
Ach, Liebchen, heißt das scheiden,
Wenn man sich fest umschließt?


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1 Dressler, Gotthelf: "nun dich"; further changes may exist not shown above.

3. In der Ferne


Will ruhen unter den Bäumen hier,
Die Vögelein hör' ich so gerne.
Wie singet ihr so zum Herzen mir!
Von unsrer Liebe was wisset ihr
In dieser weiten Ferne?

Will ruhen hier an des Baches Rand,
Wo duftige Blümlein sprießen.
Wer hat euch Blümlein, [hieher]1 gesandt?
Seid ihr ein herzliches Liebespfand
Aus der Ferne von meiner Süßen?


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1 some editions: "hierher" (used by Brahms)

4. Morgenlied


Noch ahnt man kaum der Sonne Licht, 
Noch sind die Morgenglocken nicht 
Im finstern Tal erklungen.

Wie still des Waldes weiter Raum! 
Die Vöglein zwitschern nur im Traum, 
Kein Sang hat sich erschwungen.

Ich hab' mich längst ins Feld gemacht, 
Und habe schon dies Lied erdacht, 
Und hab' es laut gesungen


5. Nachtreise


Ich reit' ins finstre Land hinein, 
Nicht Mond noch Sterne geben Schein, 
Die kalten Winde tosen. 
Oft hab' ich diesen Weg gemacht, 
Wann goldner Sonnenschein gelacht, 
Bei lauer Lüfte Kosen.

Ich reit' am finstern Garten hin, 
Die dürren Bäume sausen drin, 
Die welken Blätter fallen. 
Hier pflegt' ich in der Rosenzeit, 
Wann alles sich der Liebe weiht, 
Mit meinem Lieb zu wallen.

Erloschen ist der Sonne Strahl, 
Verwelkt die Rosen allzumal, 
Mein Lieb zu Grab' getragen. 
Ich reit' ins finstre Land hinein 
Im Wintersturm, ohn' allen Schein, 
Den Mantel umgeschlagen.


6. Winterreise


Bei diesem kalten Wehen 
Sind alle Strassen leer,
Die Wasser stille stehen; 
Ich aber [schweif umher]1,

Die Sonne scheint so trübe, 
Muss früh hinuntergehn,
Erloschen ist die Liebe,
Die Lust kann [nicht]2 bestehn.

[ Nun geht der Wald zu Ende,
Im Dorfe mach ich halt,
Da wärm ich meine Hände,]3
Bleibt auch das Herze kalt.


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1 R. Strauss: "schweif' einher"
2 R. Strauss: "nie"
3 R. Strauss: "Nun ist der Wald zu Ende, / Am Dorfe mach' ich Halt, / Und wärm' mir meine Hände"

7. Einkehr


Bei einem Wirte, wundermild,
Da war ich [jüngst zu Gaste]1,
Ein gold'ner Apfel war sein Schild
An einem [langen]2 Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
Bei dem ich eingekehret,
Mit [süsser]3 Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste;
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett zu süsser Ruh
Auf weichen grünen Matten;
Der Wirt, er deckte selbst mir zu
Mit seinem [kühlen]2 Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
Da schüttelt' er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
Von der Wurzel bis zum Gipfel.


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1 Burgmüller: "einst zu Gast"
2 R. Strauss, 1871: "grünen" [corrected by his father on the manuscript]
3 R. Strauss, 1871: "frischer" [corrected by his father on the manuscript]

8. Heimkehr


O brich nicht, Steg, du zitterst sehr!
O stürz' nicht, Fels, du dräuest schwer!
Welt, geh' nicht unter, Himmel, fall' nicht ein,
[Eh]1 ich mag bei der Liebsten sein!


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1 Brahms: "Bis"

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