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Toscanische Melodien von Ferdinand Gregorovius, für 1 Singstimme mit Pianoforte

Word count: 537

by Ernst Edward Taubert (1838 - 1934)

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1. Wir sind Kinder der Secunde


Wir sind Kinder der Secunde,
    Und vergehen bald;
Ueber Woche nicht und Stunde
    Haben wir Gewalt.

Holde Geister sind wir jener
    Freude die erblüht,
Als die längsten Freuden schöner,
    Wandernd im Gemüt.

In des Lebens Pilgertume,
    Seinem Leid und Glück,
Ist ja auch die schönste Blume
    Nur der Augenblick.


Rom, 10. April 1863

2. O Sonne, o Sonne


O Sonne, o Sonne, du ziehest
Wol über die Berge und Höh'n,
So grüße mein herziges Liebchen
Ich hab's heut' nimmer geseh'n.

O Sonne, dort drüben am Hause
Zwei Weiden, zwei Weiden wehn;
[Vor]1 ihrem offenen Fenster
Zwei Lorbeerrosen steh'n.

O scheidende Sonne, du ziehest
Wol über die Berge und Höh'n,
So grüße mein herziges Liebchen,
Die dunkeln Augen mir schön.


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1 Jenner: "An"

3. Blaues Sternlein, du sollst schweigen


Blaues Sternlein, du sollst schweigen,
Das Geheimnis gib nicht kund.
Sollst nicht allen Leuten zeigen
Unsern stillen [Liebesbund]1.

Mögen andre stehn in Schmerzen,
Jeder sage, was er will;
Sind zufrieden unsre Herzen,
Sind wir beide gerne still.


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1 Zemlinsky: "Herzensbund"

4. Am ersten Tage des Maien


Am ersten Tage des Maien 
Der Blumen ging ich mich freuen; 
Ein Vöglein kam den Busch entlang, 
Von Liebe das Vöglein sang.

O Vöglein, du kommst von Firenze, 
So sag' mir von Lieb' in dem Lenze: 
"Die Liebe beginnt mit Schallen und Tönen, 
"Die Liebe, sie endet in Jammer und Tränen."


5. Liebe Rose, Blume der Rosen


Liebe Rose, Blume der Rosen, 
Willst du mich meiden, so sag' es mir klar; 
Dich liebt' ich seit frühesten Tagen, 
Ich liebt' dich durch Monden und Jahr.

Ich liebt' dich durch Stunden und Monde, 
War es in Trauer, war es in Scherz; 
Liebe Rose, Blume der Rosen, 
Nun gib mir zurück mein Herz.

Dich liebt ich durch Monden und Jahre, 
Mit Herz, mit Mund und mit Blick; 
Liebe Rose, Blume der Rosen, 
Nun gib mir die Jahre zurück.


6. Und ob du mich ließest


Und ob du mich ließest 
So Nächte wie Tag, 
Und ob du mich fliehest,
Ich folge dir nach.

Und ob du auch eilest, 
Und wanderst so sehr,
Weit über dem Meere,
Ich folg' dir aufs Meer.

Mit Nöten und Kummer
Durch Meere und Welt,
Durch Welten und Meere,
Wohin dir's gefällt.


7. Ich gehe des Nachts, wie der Mond tut gehn


Ich gehe des Nachts, wie der Mond tut gehn,
Ich suche, wo den Geliebten sie haben:
Da hab ich den Tod, den finstern, gesehn.
Er sprach: such nicht, ich hab ihn begraben.


8. Ich will ein Haus mir bauen


Ich will ein Haus mir bauen,
Das soll von Seufzern sein;
Den Kalk mit Tränen lösch' ich,
Mit Tränenflut allein.

In's Haus will ich mich schließen,
So lange wohn' ich da,
Bis meine erste Liebe
Ich wiederkommen sah.

Und will in's Haus mich schließen,
Und klagen ungestört,
Will alle Sterne zählen,
Bis Er mir wiederkehrt.


9. Amor, Amor, lieber Seemann


Amor, Amor, [lieber]1 Seemann, 
Mir dein Schiffchen leih'st du schon, 
Auf die Meerflut muß ich fahren, 
Denn mein Mädchen ist entfloh'n.

Wenn ich sie ersegelt habe, 
Sie gefangen nehm' ich mir; 
Um den Nacken will ich grimmig 
Eine Kette binden ihr.

Um den Hals will ich ihr knüpfen 
Schöne Dinge hier zur Hand; 
Eine Lilie, vier Sterne, 
Und ein Kreuzchen von Demant.


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1 Sipergk: "kleiner"; further changes may exist not shown above.

10. Ich sende die Vögel als Boten


Ich [schick' dir die] Vögel als Boten, 
Denn [and're]2 Diener hab' ich ja nicht;
Sie setzen sich auf die Bäume und Rosen, 
Sie sind so müde von all' dem Fliegen;
Sie setzen sich auf die Bäume von Pisa;
Ich schick' dir viel Grüße, du schönste der Rosen;
Sie setzen sich auf die Bäume von Livorno,
Ich lasse dich grüßen, du Blumengesicht.


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1 Taubert: "sende die"; there may be further changes not noted.
2 Jenner: "andere"

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