Drei Chinesische Gesänge für Sopran und Orchester

Song Cycle by Walter Braunfels (1882 - 1954)

Word count: 305

1. Der Einsame [sung text checked 1 time]

An dunkelblauem Himmel steht der Mond.
Ich habe meine Lampe ausgelöscht,
schwer von Gedanken ist mein einsam Herz.
Ich weine, weine;
meine armen Tränen rinnen so heiß und bitter von den Wangen,
weil du so fern bist meiner großen Sehnsucht,
weil du es nie begreifen wirst,
wie weh mir ist, wenn ich nicht bei dir bin.

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  • CZE Czech (Čeština) (L. Horáková)
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La solitaire", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Hubert Schmid

2. Ein Jüngling denkt an die Geliebte [sung text checked 1 time]

Der Mond steigt aufwärts, ein verliebter Träumer,
Um auszuruhen in dem Blau der Nacht.

Ein feiner Windhauch küßt den blanken Spiegel 
Des Teiches, der sich melodisch bewegt.

O holder Klang, wenn sich zwei Dinge einen,
Die um sich zu vereinen sind geschaffen.

Ach, was sich zu vereinen ist geschaffen,
Vereint sich selten auf der [dunkeln]1 Erde!

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  • CZE Czech (Čeština) (L. Horáková)
  • ENG English (Malcolm Wren) , "A young poet thinks of the beloved", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Un jeune poète pense à sa bien-aimée", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Hans Bethge, Die chinesische Flöte, Inselverlag, Leipzig, 1907, page 16.

1 Braunfels, Michielsen, Provaznik : "dunklen"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Malcolm Wren [Guest Editor]

3. Die Geliebte des Kriegers [sung text checked 1 time]

Er ist von den Erlesenen der stärkste,
er ist der tapferste von allen Kriegern,
der Vielgeliebte, er, dem mein Herz gehört!
Wie stolz trägt er seine Lanze hoch zu Pferde
in meines Königs Vorhut! . . . Aber wehe!
Er musste fern gen Osten in den Krieg.
Ich lasse meine Haare niederhängen,
es macht mir keine Freude, sie zu pflegen,
ich gebe sie dem Spiel des Windes preis.
Ich habe viele köstliche Essenzen
und Edelsteine und gemalte Bänder,
doch mich zu schücken hab ich keine Lust,
denn er, ach, er ist fern . . . Ha! Wie die gold´ne Sonne
mir weh tut, die so voll Glanz am hellen Himmel steht!
Ich möchte lieber, dass ein rauher Regen
herniederrauscht, indessen meine Seele
sich ganz versenket in ihren dumpfen Schmerz.
Ich weiß es wohl, wo man die Blume findet,
die wundertät´ge, die Vergessen spendet.
Sie wächst gen Norden hin bei unserm Haus.
Von meinem Händen wird sie nicht gebrochen,
denn ich will nimmer, nimmermehr vergessen,
tobt auch Verzweiflung wild durch mein Gemüt.
Ich liebe die Verzweiflung, die mich tötet!
Sie verbindet mich dem strahlend Schönen,
sie verbindet mich dem Vielgeliebten,
dem mein Herz gehört!

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Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]