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Romantische Lieder

Word count: 718

by Alois Melichar (1896 - 1976)

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1. Liebe


Weht ein Ton vom Feld herüber
Grüßt mich immerdar ein Freund,
Spricht zu mir: was weinst du Lieber?
Sieh, wie Sonne Liebe scheint:
Herz am Herzen stets vereint
Gehn die bösen Stunden über.

Liebe denkt in süßen Tönen,
Denn Gedanken stehn zu fern,
Nur in Tönen mag sie gern
Alles, was sie will, verschönen.
Drum ist ewig uns zugegen,
Wenn Musik mit Klängen spricht,
Ihr die Sprache nicht gebricht
Holde Lieb' auf allen Wegen,
Liebe kann sich nicht bewegen
Leihet sie den Othem nicht.


Confirmed with Ruprecht Wimmer, Ludwig Tieck. Schriften in zwölf Bänden, Bd. 7, Deutscher Klassiker Verlag: 1995, page 313.

First published in Phantasien über die Kunst.


2. An Jeannette


Nimm meine Bücher, meine kleinen Reime,
Mein Häuschen hin, und sey zufrieden wie ich bin,
Nimm meinen sanften Schlummer, meine Träume,
So hold sie sind, auch hin.

Und wenn mir ja noch etwas übrig bliebe
Mein Becher, Kranz und Stab, so mag es deine seyn;
Doch willst Du mehr, mein Herz und meine Liebe?
Die sind schon lange dein.


Confirmed with Novalis Schriften, herausgegeben von J. Minor, verlegt bei Eugen Diederichs, Jena, 1907


3. Waldgespräch


Hier bin ich einsam, keiner hört die Klage. klage!
Niemand vertrau' ich mein verzagtes Stöhnen. Tönen.
Soll ich stets ungeliebt der Spröden fröhnen? höhnen.
Wie lang harr' ich umsonst, daß es mir tage? Tage.

Mich findet Gunst zu leicht auf ihrer Wage. wage!
Wem liegt wohl dran, mein Leben zu verschönen? Schönen.
So wird das holde Glück mich endlich krönen? krönen.
Wer giebt mir frohe Kund' auf jede Frage? frage!

Was ist dein Thun dort in den Felsenhallen? hallen.
Und was ist Schuld, daß du nur Laut geblieben? lieben.
So fühlst du etwas bey Verliebter Schmerzen? Schmerzen.

Glaubst du, dein Spiel könn' irgend wem gefallen? allen.
Wem wird es denn zu lieb mit uns getrieben? Trieben.
Wer sehnt sich leeren Wiederhall zu herzen? Herzen.


Confirmed with August Wilhelm Schlegels poetische Werke, Heidelberg bey Mohr und Zimmer, 1811.


4. Serenade


Wenn vom Berg mit leisem Tritte
    Luna wandelt durch die Nacht,
Eil ich zu des Liebchens Hütte,
    Lausche ob die Holde wacht.
Seh ich dort die Lampe glühen,
    In dem stillen Kämmerlein,
Möcht ich wie der Lampe milder Schein
Spielend um die zarten Wangen ziehen.

Mit des Lichtes schönsten Strahlen
    Zög ich um mein liebes Kind,
Farben wollt ich um sie malen,
    Wie sie nur am Himmel sind;
Sände Schlummer ihr aufs Auge,
    Löschte sie des Lämpchens Schein,
War ihr letzter, süßer Blick noch mein,
Und ich stürbe sanft an ihrem Hauche.

Nimmer darf ich um sie weben,
    Wie der Lampe milder Schein,
Doch mein Lied darf zu ihr schweben,
    Darf der Liebe Bote sein.
Schwebt denn Töne meiner Laute
    Zu des Liebchens Kämmerlein,
Wieget sie in süße Träume ein,
Und dann flüstert: »Denke mein du Traute.


5. Bin ich hin und her gezogen


Bin ich hin und her gezogen
Über Wiese, Flur und Feld,
Hat manch Hoffen mich betrogen,
Ist mir manche Lust entflogen
In der bunten lauten Welt.

Was nur stillt dies bange Sehnen,
Was den Schmerz in dieser Brust!
Bittre Qualen! herbe Tränen!
Leeres Trachten! – falsches Wähnen!
Flieht mich ewig jede Lust?

Darf ich noch zu hoffen wagen,
Dämmert noch mein Lebensstern?
Soll ich's länger dulden, tragen,
Wird mein Schmerz mir selbst nicht sagen,
Ob sie nah ist, ob sie fern?

Sie, die ist mein innig Leben,
Sie, die ist mein ganzes Glück.
Süßen Träumen hingegeben,
Schaut mit wonnigem Erbeben
Sie mein liebetrunkner Blick.

Doch in Nacht ist bald verschwunden
Der Geliebten Lichtgestalt!
Kann ich nimmermehr gesunden?
Freundes Trost, Balsam den Wunden,
Ist auch der für mich verhallt?


Confirmed with E.T.A. Hoffmann, Poetische Werke in sechs Bänden, Band 6, Berlin 1963.


6. Bange nicht der Tränen willen


Bange nicht der Thränen willen, 
Die in Strömen mir entquillen, 
Die ich nicht zu hemmen weiß.  
Nächtlich um den Busen starrte
Und umsonst auf Sonne harrte
Aufgebirgt des Grames Eis. 

Deiner Blicke trautes Lächeln,
Deiner Worte lindes Fächeln
Strahlte, hauchte mir ins Herz.  
Himmelskind!  da sind die stolzen
Felsen willig hingeschmolzen,
Ist gelöst der alte Schmerz.  

Und wie Thau und Regen fließen,
Fühl' ich frische Blume sprießen
Tief aus sehnendem Gemüth,
Und ich weihe dir zu Kränzen
Allen Schmuck des neuen Lenzen,
Der in meiner Seele blüht.


August Wilhelm von Schlegel's sämmtliche Werke, Erster Band, erster Theil, erstes Buch, Leipzig: Weidmann'sche Buchhandlung. 1846, page 30.


7. Erkenntnis


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8. Walzer


Hinunter die Pfade des Lebens gedreht 
Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht 
Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz 
Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.

Laßt fern von uns Zanken und Eifersucht sein 
Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn 
Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut 
Es findet noch jeder gewiß eine Braut.



Confirmed with Gedichte / Die Lehrlinge zu Sais. Gedichte. Novalis, 1997, Philipp Reclam jun., Stuttgart.


9. Gute Nacht


Gute Nacht,
Lieben, Sehnen, Liebesschwingen,
Meeresfahrten, blut’ges Ringen,
Alles, alles ist vollbracht;
Unter goldnen Kronenlichtern,
Steht die Herrin da in Pracht,
Zwischen Rittern, Frau'n und Dichtern;
Hat ein Leben angefacht,
Wie sich’s Heldenzeit erdacht.
Gute Nacht!
Gute Nacht!


Confirmed with Ausgewählte Werke von Friedrich Baron de La Motte Fouqué. Vierte Band. Der Zauberring. Erster Theil, Halle, Schwetschke und Sohn, 1841, page 202.


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