Sechs Quartetten für Männerstimmen

by Conradin Kreutzer (1780 - 1849)

Word count: 713

1. Sie sollen ihn nicht haben [sung text not yet checked]

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Ob sie wie gierige Raben,
Sich heiser danach schrein,

Solang er ruhig wallend
Sein grünes Kleid noch trägt,
Solang ein Ruder schallend
In seine Wogen schlägt.

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang sich Herzen laben
An seiner Feuerwein,

Solang in seinem Strome
Noch fest die Felsen stehn,
Solang sich hohe Dome
In seinem Spiegel sehn.

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang noch kühne Knaben
[Um schlanke Dirnen frei'n]1,

Solang die Flosse hebet
Ein Fisch auf seinem Grund,
Solang ein Lied noch lebet
In seiner Sänger Mund.

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Bis seine Flut begraben
Des letzten Manns Gebein!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "The German Rhine", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le Rhin allemand, chant patriotique", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte, Zweites Buch, Koeln, du Mont - Schauberg, 1841, pages 216-218.

Note: see de Musset's "response", Le Rhin allemand

1 Eickhoff: "den Waffen gerne weih'n"; Kinkel, Kreutzer: "Um sanfte Mädchen frei'n"

Research team for this text: Dr. Gerrit den Hartogh , Melanie Trumbull

2. Du keckes Frankreich, drohe nur [sung text not yet checked]

Du keckes Frankreich, drohe nur
 . . . . . . . . . .

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3. Was ist des Deutschen Vaterland?[sung text not yet checked]

Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist's Preußenland, ist's Schwabenland?
Ist's, wo am Rhein die Rebe blüht?
Ist's, wo am Belt die Möve zieht?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist's Baierland, ist's Steierland?
Ist's, wo des Marsen Rind sich streckt?
Ist's, wo der Märker Eisen reckt?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist's Pommerland, Westfalenland?
Ist's, wo der Sand der Dünen weht?
Ist's, wo die Donau brausend geht?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
Ist's Land der Schweitzer? ist's Tirol?
Das Land und Volk gefiel mir wohl;
Doch nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
Gewiß, es ist das Oesterreich,
An Ehren und an Siegen reich?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
So weit die deutsche Zunge klingt
Und Gott im Himmel Lieder singt,
Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland,
Wo Eide schwört der Druck der Hand,
Wo Treue hell vom Auge blitzt
Und Liebe warm im Herzen sitzt --
Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland,
Wo Zorn vertilgt den wälschen Tand,
Wo jeder Franzmann heißet Feind,
Wo jeder Deutsche heißet Freund --
Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein!
O Gott vom Himmel sieh' darein,
Und gieb uns rechten deutschen Muth,
Daß wir es lieben treu und gut.
Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!

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4. Ich bin der Gott des Waldes [sung text not yet checked]

Ich bin der Gott des Waldes,
Und ruf' dich, Mensch, herbei,
In meinem Reiche hallt es 
Von frohem Jubelschrei.

Der Baum wird dich begrüßen, 
So wie ich's ihm befahl, 
Den duft'gen Kelch erschließen 
Wird Blümlein dir im Thal.

Das Vöglein wird dir bringen 
Gar fröhlichen Willkomm,
Und süß wird dir erklingen
Ein reicher Liederstrom.

Schau rings die Schattenräume,
Sie laden dich zur Rast,
Es harren süße Träume 
Auf den geliebten Gast.

D'rum säume du nicht lange,
Es welkt das Laub gar bald,
Und folg' dem süßen Klange 
Zum schönen grünen Wald.

Ich selbst, der Gott des Waldes,
Ich lade ja dich ein,
Laut klingt es schon und hallt es,
Nur rasch, nur rasch herein!

Authorship

Confirmed with Lyrische Blätter von Johann Nepomuk Vogl, Wien, Rohrmann und Schweigerd, 1836, pages 41-42.


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5. Im Freien, ach, im Freien [sung text not yet checked]

Im Freien, ach, im Freien,
Wie ist's nun grün und licht,
Im Maien, ach, im Maien,
Wer möchte wandern nicht?

Grüß' Gott, ihr lieben Haine,
Grüss Gott, du dunkler Wald,
Ihr Dörfer und ihr Raine,
Ihr Berge, grau und alt.

Nicht länger könnt' ich tragen
Die Sehnsucht in der Brust.
Wer fand' bei solchen Tagen
In dumpfen Häusern Lust?

Nun rauscht, ihr grünen Bäume,
Nun duft', du bunter Hain,
Nun schließt, ihr lieben Räume,
Nur gar den Wand'rer ein. 

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6. Lustig, lustig wer zum Wald [sung text not yet checked]

Lustig, lustig, wer zum Wald
Seine Schritte wendet,
Naht der Winter rauh und kalt,
Ist die Lust geendet.

Jetzt doch pranget noch der Baum
Rings voll grünen Zweigen,
Und selbst aus dem Felsensaum
Will ein Blümchen steigen.

Vogelsang klingt an mein Ohr,
Zaubervolle Klänge!
Und der Falter fliegt empor
Aus der finster'n Enge.

Auf, mein Herz, nur frisch und frei,
Laß' nun all dein Brüten,
Ringsum webt und lebt der Mai,
Sprossen Blum' und Blüten.

Frisch ergrün' es nun in dir,
Frisch und lenzeshelle,
Wie es in dem Walde hier
Grünt an jeder Stelle.

Nimmer finde du die Spur
Zu den alten Schmerzen:
Grünen soll's auf jeder Flur,
Und in jedem Herzen! 

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