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Jugendlieder

Word count: 665

by Gustav Flügel (1812 - 1900)

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1. Lerchenschlag


Der Himmel blau, die Erde grün 
Nach langen Wintertagen  --  
Du darfst, mein Geist, auch hoffnungskühn 
Die Ätherflügel schlagen.  

So schwinge dich empor, empor 
Als Lerche durch die Lüfte 
Sieh' offen weit des Himmels Thor 
Und überblüht die Grüfte.


Confirmed with Gedichte von Ludwig August Frankl, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1840, page 5.


2. Tief durch den Wald


Tief durch den Wald Gesang erschallt,
Die leichten Vöglein scherzen,
Der Mensch allein, der trägt die Pein
Recht tief im kranken Herzen.

Leicht hüpft der Bach den Blumen nach,
Ihm ist so kühl und helle,
Durchs Menschenherz, da schleicht mit Schmerz
Des heißen Blutes Welle.

Gesang verhallt, Sturm wiegt den Wald
In dumpfen Melodien;
Einsam die Bahn muß Wandersmann
Mit düstrer Wolke ziehen.

Rinn nieder, Tau, aus Wolken grau,
Dich saugt die Blum' in Liebe!
Trän'! bleib zurück im Menschenblick,
Machst Blumen welk und trübe!


Confirmed with Justinus Kerner, Werke. 6 Teile in 2 Bänden, Band 1, Berlin 1914, pages 189-190.


3. Im Rosenbusch die Liebe schlief


Im Rosenbusch die Liebe schlief,
Der Frühling kam, der Frühling rief;
Die Liebe hört's, die Lieb' erwacht,
Schaut aus der Knosp' hervor und lacht,
Und denkt, zu zeitig möcht's [halt]1 sein
Und schläft [drum]2 ruhig wieder ein.

Der Frühling aber läßt nicht nach,
Er küßt sie jeden Morgen wach,
Er kos't mit ihr von früh bis spät,
Bis sie ihr Herz geöffnet hat
Und seine heiße Sehnsucht stillt,
Und jeden Sonneblick vergilt.


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Confirmed with Hoffmann's von Fallersleben Gesammelte Werke; Zweiter Band : Lyrische Gedichte : Liebesleben Fortsetzung, Kinderleben, Berlin, F. Fontane, 1891, p. 54.

1 Franz: "wohl"
2 Franz: "dann"

4. Das Grab ist tief und stille


Das Grab ist tief und stille,
Und schauderhaft sein Rand.
Es deckt mit schwarzer Hülle
Ein unbekanntes Land.

Das Lied der Nachtigallen
Tönt nicht in seinem Schooß.
Der Freundschaft Rosen fallen
Nur auf des Hügels Moos.

Verlaßne Bräute ringen
Umsonst die Hände wund;
Der [Waise]1 Klagen dringen
Nicht in der Tiefe Grund.

Doch sonst an keinem Orte
Wohnt die ersehnte Ruh;
Nur durch die [dunkle]2 Pforte
Geht man der Heimat zu. 

Das arme Herz, hienieden
Von manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden
Nur [wo]3 es nicht mehr schlägt.


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Confirmed with Gedichte von J. G. von Salis. Gesammelt durch seinen Freund Friedrich Matthisson. Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie. 1793, pages 35-36; and with Gedichte von J. G. von Salis. Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 36-37.

First published in a different version in Göttinger Musenalmanach 1788, see below.

1 Schubert (D.643A): "Waisen"
2 Westenholz: "enge"
3 Westenholz: "wenn"

5. Du junges Grün, du frisches Gras


Du junges Grün, du frisches Gras!
[Wie]1 manches Herz durch dich genas,
Das von des Winters Schnee erkrankt,
O wie mein Herz nach dir verlangt!

Schon [brichst]2 du aus der Erde Nacht,
Wie dir mein Aug' entgegen lacht! 
[Hier in des Waldes stillem Grund
Drück' ich dich, Grün, an Herz und Mund.]3

[Wie treibt's]4 mich von den Menschen fort!
Mein Leid, das [hebt]5 kein Menschenwort,
Nur junges Grün ans Herz gelegt,
Macht, daß mein Herze stiller schlägt.


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1 von Wilm: "So"
2 von Wilm: "steigst"; Schumann: "wächst"
3 Linke: "Und hier im stillen Waldesgrund / Drück' ich dich warm an Herz und Mund."
4 von Wilm: "Es treibt"
5 von Wilm: "heilt"

6. Engel des Trostes


Wenn in bangen trüben Stunden
Unser Herz beinah verzagt,
Wenn von Krankheit überwunden
Angst in unserm Innern nagt;
Wir der Treugeliebten denken,
Wie sie Gram und Kummer drückt,
Wolken unsern Blick beschränken,
Die kein Hoffnungsstrahl durchblickt:

O! dann neigt sich Gott herüber,
Seine Liebe kommt uns nah,
Sehnen wir uns dann hinüber,
Steht sein Engel vor uns da,
Bringt den Kelch des frischen Lebens,
Lispelt Mut und Trost uns zu;
Und wir beten nicht vergebens
Auch für [die]1 Geliebten Ruh.


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1 Reger: "der"

7. Um Mitternacht im ernster Stunde


Um Mitternacht in ernster Stunde,
Tönt oft ein wundersamer Klang:
'S ist wie aus liebem Muttermunde
Ein freundlich tröstender Gesang.
 
In süßen, unbelauschten Thränen
Löst er des Herzens bange Pein,
Und alles unmuthvolle Sehnen
Und allen Kummer wiegt er ein.
 
Als käm' der Mai des Lebens wieder,
Regt sich's im Herzen wunderbar:
Da quillen Töne, keimen Lieder,
Da wird die Seele jung und klar.
 
So tönt das stille Läuten
Doch ich versteh' die Weise nie,
Und nur mitunter möcht' ich's deuten
Als wär's der Kindheit Melodie.


8. Das ist der Tag des Herrn


Das ist der Tag des Herrn!
Ich bin allein auf weiter Flur;
Noch eine Morgenglocke nur,
Nun Stille nah und fern.

Anbetend knie ich hier.
O süßes Graun, geheimes Wehn,
Als knieten viele ungesehn
Und beteten mit mir.

Der Himmel nah und fern
Er ist so [klar]1 und feierlich,
So ganz, als wollt er öffnen sich.
Das ist der Tag des Herrn!


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1 Mendelssohn: "still" (in some printings)

9. Ein Alphorn hör' ich schallen


Ein Alphorn hör' ich schallen,
Das mich von hinnen ruft;
Tönt es aus wald'gen Hallen,
Tönt es aus blauer Luft?
Tönt es von Bergeshöhe,
[Aus]1 blumenreichem Tal?
Wo ich nur geh' und stehe,
Hör' ich's in süßer Qual.
 
Bei Spiel und frohem Reigen,
Einsam mit mir allein,
Tönt's, ohne je zu schweigen,
Tönt tief in's Herz hinein.
Noch nie hab' ich gefunden
Den Ort, woher es schallt,
Und nimmer wird gesunden
Dies Herz, bis es verhallt.


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1 In some editions of Strauss : "von"

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