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Brautlieder

Word count: 517

Song Cycle by Peter Cornelius (1824 - 1874)

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1. Ein Myrtenreis


In meinem Herzen regte der Liebe Wunsch sich leis,
da pflanzt ich ein und pflegte ein zartes Myrthenreis.
In Leid und Lust erglühte der Liebe Flamme heiß,
da wuchs empor und blühte mein zartes Myrthenreis.
Und nun mein Herz errungen der Liebe reichsten Preis,
hat sich zum Kranz verschlungen mein zartes Myrthenreis.


2. Der Liebe Lohn


Süß tönt Gesanges Hauch, 
wenn Alles ruht,
süß tönt das Rieseln auch 
perlender Fluth,
süß tönet Glockenklang 
vom fernen Bergeshang,
und noch viel schönern Schall 
singet die Nachtigall 
ins Blüthenall.
Aber der schönste Ton 
war meiner Liebe Lohn 
da du mich fest umschlangst,
lieblich ins Ohr mir sangst 
wonnigen Laut:
Sei meine Braut!

Schön ist der Blume Glanz,
schillernd im Thau,
schön ist der Sternenglanz
himmlischer Au;
schön ist des Mondes Licht,
das sich an Wogen bricht,
und noch viel hellre Pracht
wecket nach tiefer Nacht
der Sonne Macht,
aber am hellsten tagt,
was mir dein Auge sagt,
daß du dein Herz mir weihst,
seliges Glück verleihst,
Alles mir giebst:
daß du mich liebst.


3. Vorabend


Nun, Liebster, geh und scheide,
die letzte Trennung leide,
die noch uns trennet Beide.
Nun laß uns ruhn und träumen,
daß wir keine Stunde versäumen,
die morgen kommen mag,
nun, Liebster, geh, nun scheide,
morgen ist auch noch ein Tag,
morgen! morgen!

Nun, Liebster, geh, nun scheide,
bis wir im Feierkleide
uns wiedersehen Beide,
bis uns für immer einet
das Licht, das morgen scheinet
der schönsten Stunde Schlag,
nun, Liebster, geh, nun scheide,
morgen ist auch noch ein Tag,
morgen! morgen!


4. Erwachen


Die Nacht vergeht nach süßer Ruh,
hör mein Gebet, Allmächt'ger, du!
Der du dein Bild, den Menschen, schufst,
die Gattin mild ans Herz ihm rufst.
O, laß den Trieb der Liebe mein
der ew'gen Lieb' ein Abbild sein,
daß jeder Tag, mit ihm vereint,
mir scheinen mag, wie dieser scheint.
Bis Liebe geht dem Himmel zu
hör' mein Gebet, Allmächt'ger, du!


5. Aus dem hohen Liede


Mein Freund ist mein, und ich bin sein!
Den meine Seele liebt, ich fand ihn nun,
es darf mein Haupt auf seiner Linken ruhn,
und seine Rechte hegt mich kosend ein.

Mein Freund ist mein, und ich bin sein!
Ich zwang sein Herz, daß er mich lieben muß,
er küsse mich mit seines Mundes Kuß,
denn seine Lieb' ist lieblicher, als Wein.

Mein Freund ist mein, und ich bin sein!
Stark ist die Lieb', ist mächtig wie der Tod,
ein Gottesstrahl, dem kein Erlöschen droht,
dem Gottesstrahl will unser Herz sich weihn!
Mein Freund ist mein, und ich bin sein!


6. Erfüllung


Nun laß mich träumen, laß mich schwärmen,
mich ruhen still an deiner Brust,
voll süßem Bangen, bittrem Härmen,
ach und unendlich hoher Lust.

O laß mich sinnend noch gedenken
der sehnsuchtvollen Hoffnungszeit.
Erinnrung, laß die Flügel senken
still über meine Seligkeit!

Ich träumte in der Kindheit Tagen
das Mährchen, das sich heut' begiebt,
zur Wahrheit werden Wundersage,
wenn sich zwei Herzen treu geliebt,

und gleich ich nicht dem Königskinde,
das, überdacht von Rosen, schlief,
bis eine Stimme, süß und linde,
zum Leben es aus Träumen rief?

Und dann ein freudiges Bewegen
und Festgeläut' und Kuß auf Kuß,
und lange Jahre Glück und Segen,
das ist des Mährchens schöner Schluß.


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     - Emily Ezust

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