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Tasso-Gedanken

Word count: 862

Song Cycle by Wolfgang Michael Rihm (b. 1952)

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1. Bist du aus einem Traum erwacht, und hat [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Bist du aus einem Traum erwacht, und hat
Der schoene Trug auf einmal dich verlassen?
Hat dich nach einem Tag der hoechsten Lust
Ein Schlaf gebaendigt, haelt und aengstet nun
Mit schweren Fesseln deine Seele? Ja,
Du wachst und traeumst. Wo sind die Stunden hin,
Die um dein Haupt mit Blumenkraenzen spielten?
Die Tage, wo dein Geist mit freier Sehnsucht
Des Himmels ausgespanntes Blau durchdrang?
Und dennoch lebst du noch, und fuehlst dich an,
Du fuehlst dich an, und weisst nicht, ob du lebst.
[ ... ]

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Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. . . . Ganz/ Ruht mein Gemüt auf diesem Werke nun [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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. . . Ganz
Ruht mein Gemüt auf diesem Werke nun.
Nun muss es werden, was es werden kann.
. . . ich bin gesund,
Wenn ich mich meinem Fleiß ergeben kann,
Und so macht wieder mich der Fleiß gesund.
. . . Mir ist nicht wohl
In freier Üppigkeit. Mir lässt die Ruh
Am mindsten Ruhe. . . 
Wenn ich nicht sinnen oder dichten soll,
So ist das Leben mir kein Leben mehr.
Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen,
Wenn er sich schon dem Tode näher spinnt:
Das köstliche Geweb' entwickelt er
Aus seinem Innersten, und lässt nicht ab,
Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen.
O, geb' ein guter Gott uns auch dereinst
Das Schicksal des beneidenswerten Wurms,
Im neuen Sonnental die Flügel rasch
Und freudig zu entfalten!


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Submitted by Malcolm Wren [Guest Editor]

3. . . . Gedanken ohne Maß [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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. . . Gedanken ohne Maß
Und Ordnung regen sich in meiner Seele.
Mir scheint die Einsamkeit zu winken, mich
Gefällig anzulispeln: Komm, ich löse
Die neu erregten Zweifel deiner Brust.
Doch werf' ich einen Blick . . . , vernimmt
Mein horchend Ohr ein Wort . . . ,
So wird ein neuer Tag um mich herum,
Und alle Bande fallen von mir los.
Ich will . . . gestehn, es hat . . . 
. . . unerwartet . . . , nicht sanft
Aus einem schönen Traum mich aufgeweckt;
. . . Wesen, . . . Worte haben mich
So wunderbar getroffen, dass ich mehr
Als je mich doppelt fühle, mit mir selbst
Aufs neu' in streitender Verwirrung bin.
. . . Doch ach! Je mehr ich horchte, mehr und mehr
Versank ich vor mir selbst, ich fürchtete,
Wie Echo an den Felsen zu verschwinden,
Ein Widerhall, ein Nichts mich zu verlieren.


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Submitted by Malcolm Wren [Guest Editor]

4. . . . Nur eines bleibt [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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. . . Nur eines bleibt:
Die Träne hat uns die Natur verliehen,
Den Schrei des Schmerzens, wenn der Mann zuletzt
Es nicht mehr trägt—Und mir noch über alles—
Sie ließ im Schmerz mir Melodie und Rede,
Die tiefste Fülle meiner Not zu klagen:
Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt,
Gab mir ein Gott, zu sagen wie ich leide.
. . . Du stehest fest und still,
Ich scheine nur die sturmbewegte Welle.
Allein bedenk' und überhebe nicht
Dich deiner Kraft! Die mächtige Natur,
Die diesen Felsen gründete, hat auch
Der Welle die Beweglichkeit gegeben.
Sie sendet ihren Sturm, die Welle flieht
Und schwankt und schwillt und beugt sich schäumend über.
In dieser Woge spiegelte so schön
Die Sonne sich, es ruhten die Gestirne
An dieser Brust, die zärtlich sich bewegte.
Verschwunden ist der Glanz, entflohn die Ruhe.
Ich kenne mich in der Gefahr nicht mehr,
Und schäme mich nicht mehr es zu bekennen.
Zerbrochen ist das Steuer, und es kracht
Das Schiff an allen Seiten. Berstend reißt
Der Boden unter meinen Füßen auf!
Ich fasse dich mit beiden Armen an!
So klammert sich der Schiffer endlich noch
Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.


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Submitted by Malcolm Wren [Guest Editor]

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