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Fiedellieder aus dem "Liederbuch dreier Freunde"

Word count: 418

Song Cycle by Ernst Křenek (1900 - 1991)

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1. Meine Laute nehm' ich wieder


Meine Laute nehm' ich wieder
Laute mit dem grünen Band;
Alte Lieder, neue Lieder,
und die Leute stehn gebannt.
 
Klingen fort und fort die Saiten,
und den Knaben glänzt da Aug',
und ein leiser Hauch der Zeiten
streift durch meine Saiten auch.


2. Musikanten wollen wandern


Musikanten wollen wandern;
Ei, die hielte mich wohl fest!
Noch 'nen Trunk, Herr Wirt, vom Roten;
Dann ade, du trautes Nest!

Hoch das Glas! Zu neuen Liedern
Geb es Kraft und Herzenswonne!
Ha, wie lieblich in die Adern
Strömt der Geist der Heimatsonne! -

Wie dort hoch die Wolken ziehen!
durch die Saiten fährt der Wind;
Und er weht die leichten Lieder
In die weite Welt geschwind.

Musikanten wollen wandern!
Schon zur Neige ging der Wein;
Ziehn die Lieder in die Weite,
Muß der Spielmann hinterdrein.


3. Im Walde, im Walde


Im Walde, im Walde, im tiefgrünen Wald
o, wie es da klingt, o wie es da schallt.
Da streicht man die Fiedel und musiziert.
Ist da nicht ein Liedel, ein Liedel von mir?


4. Und so laßt mich weiter wandern


Und so laßt mich weiter wandern,
Kind, mein Kind, ich muß von hier,
von der einen zu der Andern
meine Stätte ist nicht hier.
 
Ist nicht hier und ist nicht dorten,
nach dem alten Handwerksbrauch!
Mädchen gibt's an allen Orten
Rosen jeder Rosenstrauch.
 
Mädchen und von allen Sorten
Blaues Auge, braunes Aug',
find'ich hier und find'ich dorten,
und da drüben küßt man auch.
 
Hörst du nicht die Morgenglocken?
Fort denn, fort aus diesem Nest!
Lieder könnt ihr mir entlocken,
doch ihr haltet mich nicht fest.


5. Nun ein Scherflein in der Runde


Nun ein Scherflein in der Runde,
von den Kavalieren allen
für mein Lied, und ganz besonders,
weil's den Frauen so gefallen.
 
Daß sie alle miteinander lustig klingen in der Tasche!
Und, Herr Wirt, vom besten Elfer
Eine wohlgezogne Flasche!
 
Nun ein Lied, und nun ein Humpen
schwer von lieblichen Getränken!
Ewig, unermüdlich,
will ich meinen Bogen schwenken!


6. Die Saiten weiß ich zu rühren


Die Saiten weiß ich zu rühren,
da behieltet ihr mich gern,
ihr möchtet mich exploitieren
guten Morgen, meine Herrn!
 
Ihr seid so nudelnüchtern,
ich bin euch ein pauvrer Wicht
zu  den hiesigen Gesichtern
passen meine Verse nicht.
Ich klagte sonst Adagio,
und begann Adagio;
Doch da sprach mir das Echo von: agio.
Und ich fluchte fortissimo,
daß Euch der Herrgott beschütze
vor jedem dummen Streich.
Und hol' mir für meine Mütze
Einen frischen Efeuzweig.


7. Wiederum lebt wohl, ihr Brüder


Wiederum lebt wohl, ihr Brüder,
noch ist's nicht zum letzten Mal.
Meine Lieder klingen wieder
Aus dem Wald wie aus dem Saal.
 
Dieser Straßen, dieser  Gassen
Pflaster ist mir zu bekannt,
und ich hab' mir schenken lassen
wiederum ein grünes Band.


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     - Emily Ezust

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