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Sechs Lieder

Word count: 420

Song Cycle by Carl August Bertelsmann (1811 - 1861)

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1. Im Frühling


Leise [zieht]1 durch mein Gemüt
Liebliches Geläute,
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.

[Kling]2 hinaus bis an das Haus,
Wo die [Blumen]3 sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grüßen.


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1 Quiteria: "klingt"; further changes may exist not shown above.
2 Grieg: "Zieh"
3 Gade, Grieg, Urspruch: "Veilchen"

2. Frühlings Erwachen

Note: this is a multi-text setting

Woher nur [das]1 linde Säuseln
Durch die laubewegte Luft,
Und der Blätter sanftes Kräuseln,
Und der süße [Blüthenduft]2,
Ach, der Frühling ist gekommen
Mit der Regenfluth der Nacht, 
Und hat West und Duft und Blüthen
Und die Freude mitgebracht.
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Confirmed with Der Gesellschafter, oder Blätter für Geist und Herz. Zehnter Jahrgang: Monat April 1826, Berlin: in der Maurerschen Buchhandlung, from the article, "Stimmen des Frühlings. Bei Heinr. Stieglitz", 63stes Blatt, Freitag den 21 April, 1826, page 319.

1 Bertelsmann: "dies"
2 Bertelsmann: "Blumenduft"



Woher nur die holde Freude
in der neu belebten Brust,
die nur Gram gekannt und Schmerzen,
fühlt jetzt neue Lebenslust!
Ach die Liebe ist gekommen
und mit Allgewalt und Macht,
hat sie wie der Lenz den Blumen
neues Leben mir gebracht!


3. Herbstlied


Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßem, wunderbaren Ton:
Ade, ich fliege nun davon,
      Weit! Weit!
  [Reis']1 ich noch heut!

Ich horchte auf den Feldgesang,
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust
Stieg wechselnd bald und sang die Brust,
      Herz! Herz!
  Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?

Doch als ich die Blätter fallen sah,
Da dacht ich: Ach, der Herbst ist [da]2!
Der Sommergast, die Schwalbe zieht
Vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht,
      Weit! weit!
  Rasch mit der Zeit!

Doch rückwärts kam der Sonnenschein,
Dicht hinter drauf das Vögelein,
Es sah mit tränend Angesicht
Und sang: die Liebe wintert nicht,
      Nein! Nein.
  Ist und bleibt Frühlingsschein!


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1 Draeseke: "Flieg"
2 Draeseke: "nah"

4. Die Waise und die Waisen


Euch kann die Sorge nicht umringen,
liebliche kleine Vögelein,
denn so bald euch wachsen die Schwingen,
werdet ihr frei und glücklich sein.
Schließt eure zarten Augenlider
von mir beschirmet sorglos zu,
mit kehrt im Traum das Glück nur wieder,
schlaft Vöglein ein in süßer Ruh.

Keine Mutter schützt euch Armen,
weh mir, ich theile dies Geschick,
aber mit Euch hat man Erbarmen,
mir lächelt keines Freundes Blick.
Meine Klage hallt einsam wieder,
niemand spricht liebend Trost mir zu,
und nur im Traum schwebt Glück hernieder,
drum schlafet ein in süßer Ruh.


5. Schlaflied


[Ruhe, Süßliebchen]1, im Schatten
Der [grünen]2, dämmernden Nacht:
Es säuselt das Gras auf den Matten,
Es fächelt und kühlt dich der Schatten
Und treue Liebe wacht.
Schlafe, schlaf ein,
Leiser rauscht der Hain,
Ewig bin ich dein.

Schweigt, ihr versteckten Gesänge,
Und stört nicht die süßeste Ruh'!
Es lauschet der Vögel Gedränge,
Es ruhen die lauten Gesänge,
Schließ, Liebchen, dein Auge zu.
Schlafe, schlaf ein,
Im dämmernden Schein,
Ich will dein Wächter sein.

Murmelt fort, ihr Melodien,
Rausche nur, du stiller Bach.
Schöne Liebesphantasien
Sprechen in den Melodien,
Zarte Träume schwimmen nach.
Durch den flüsternden Hain
Schwärmen goldne Bienelein
Und summen zum Schlummer dich ein.


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1 Bertelsmann: "Schlummre süß Liebchen"; Holstein: "Ruhe, Herzliebchen"; Klose: "Ruhe, süss Liebchen"; further changes may exist not noted above.
2 Spohr: "grauen"

6. Liebesweh


Und wüßten's die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten's die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
Die [goldnen]1 Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.

[Die]2 alle können's nicht wissen,
Nur [eine]3 kennt meinen Schmerz;
[Sie]4 hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.


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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 128.

1 Schumann: "goldenen"
2 Schumann: "Sie"
3 Mendelssohn-Hensel: "einer"
4 Mendelssohn-Hensel: "Er"

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