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Drei Lieder für Sopran mit Pianofortebegleitung

Word count: 363

Song Cycle by Robert Huch

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1. Von den Engeln


Nun lass dir erzählen, mein liebes Kind,
wie schön die guten Engel sind! 
Sie sind so hell vom Angesicht 
als Erd' und Himmel im Frühlingslicht; 
sie haben Augen gar blau und klar 
und ewige Blumen im goldenen Haar,
und ihre raschen Flügelein 
die sind von silbernem Mondenschein.
Bei Tag und Nacht schweben die Englein in solcher Pracht.

Nun lass dir erzählen, mein liebes Kind,
wie die Englein fliegen leis und lind! 
So leis, als der Schnee vom Himmel fällt, 
so leis, als der Mond zieht über die Welt,
so leis, als der Keim aus der Erde sprießt,
so leis, als der Duft durch die Lüfte fließt,
so leis, als vom Baume weht ein Blatt,
so leis, wie das Licht über Land und Stadt, --
so leis und lind fliegen die Englein, mein liebes Kind! 

Nun lass dir erzählen, mein liebes Kind, 
wozu die guten Engel sind! 
Wo ein Armer betet in seiner Noth,
da bringen sie in das Haus ihm Brot;
wo beim kranken Kinde die Mutter wacht,
da nehmen des Kindleins sie in Acht;
und wo in Gefahren ein Guter schwebt,
wo jemand weinet, jemand bebt,
dahin geschwind gehen die Englein, mein liebes Kind! 

Und willst du mein Kind, die Englein sehn,
das kann auf der Erde wohl nicht geschehn;
doch wenn du hier lebest fromm und rein,
wird stets ein Engel um dich sein,
und wenn sich dereinst dein Auge bricht,
du nicht mehr erwachst zum Tageslicht,
dann wirst du ihn schaun: er winkt dir still,
dann folg' ihm wohin er dich führen will! 
Im Himmelsschein wirst du dann selber ein Engel sein!


2. Der Brautring


Als über den Flieder das Mondlicht rann,
Da steckt' er mir heimlich ein Ringlein an,
Und küßte den Ring und die Hand dazu
Und lauschte selig dem ersten "Du".

Das Mondenlicht sah in den Ring hinein,
Das gab einen fröhlichen, hellen Schein,
Der Fliederbaum neigte die Blüten stumm,
Die Gräser raunten: "Das Glück geht um!"


3. Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne


Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,
Die liebt' ich einst alle in Liebeswonne.
Ich lieb' sie nicht mehr, ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;1
Sie selber, aller Liebe [Bronne]2,
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.3


View original text (without footnotes)

Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 113.

1 Lachner adds after this: "Sie lieb ich alleine."
2 Meyerbeer, Schumann: "Wonne"
3 Schumann adds after this: "Ich liebe alleine / Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine."; Lachner adds: "Ich liebe alleine die Reine, die Eine, / Sie selber ist Taube und Sonne." ; Meyerbeer adds
Das Klagen, das Sehnen, die Seufzer, die Tränen,
Einst verlacht' ich sie mit Spotten und Höhnen; 
Ich lache nicht mehr, ich sah sie, die Eine, 
Die Holde, die Reine, nun seuftz' ich und weine, 
Doch Reiz verleiht ein Blick der Schönen 
Dem Klagen, dem Sehnen, den Seufzern, den Tränen.

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     - Emily Ezust

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