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Sechs Lieder nach Gedichten von Christian Morgenstern

Word count: 455

Song Cycle by Heinz Holliger (b. 1939)

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1. Vorfrühling [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Printemps", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Vorfrühling seufzt in weiter Nacht,
daß mir das Herze brechen will;
die Lande ruhn so menschenstill,
nur ich bin aufgewacht.

Oh horch, nun bricht des Eises Wall
auf allen Strömen, allen Seen;
mir ist, ich müßte mit vergehn
und, Woge, wieder auferstehn
zu neuem Klippenfall.

Die Lande ruhn so menschenstill;
nur hier und dort ist wer erwacht,
und seine Seele weint und lacht,
wie es der Tauwind will.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Der Abend [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG ENG FRE

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  • ENG English (John Glenn Paton) , "On brown velvet shoes", copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Bertram Kottmann) , "The evening", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le soir", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Auf braunen Sammetschuhen geht
der Abend durch das müde Land,
sein weiter Mantel wallt und weht,
und Schlummer fällt von seiner Hand.

Mit stiller Fackel steckt er nun
der Sterne treue Kerzen an.
Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann
dir nun kein Leid mehr tun.


Submitted by Bertram Kottmann

3. Schmetterling [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

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Ein Schmetterling fliegt über mir.
Süße Seele, wo fliegst du hin? -
Von Blume zu Blume -
von Stern zu Stern -!
Der Sonne zu.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

4. Vöglein Schwermut [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (John H. Campbell) , "Melancholy bird", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mélancolie du petit oiseau", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Ein schwarzes Vöglein fliegt über die Welt,
das singt so todestraurig...
[Wer es hört, der hört nichts anderes mehr,]1
wer es hört, der tut sich ein Leides an,
der mag keine Sonne mehr schauen.

Allmitternacht ruht es [sich]2 aus
auf [dem Finger]3 des Tods.
Der streichelt's leis und spricht ihm zu:
"Flieg, mein [Vögelein!]4 flieg, mein [Vögelein!]3"
Und wieder [fliegt's]5 flötend über die Welt.


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1 omitted by Petersen.
2 omitted by Wolff
3 Zemlinsky: "den Fingern"
4 Zemlinsky: "Vögelchen!"
5 Wolff: "fliegt's Vögelein"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. Vor Sonnenaufgang [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Raben halten wo im Alpenwald Gericht . . .

Durch den Raum hin schwebt im Morgenlicht
geisterleis der mütterliche Ball . . .

Raben schrein im geisterstummen All . . .


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

6. Herbst [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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I

Hörst du die Bäume im Windstoß zischen?
Siehst du, wie sie sich drehen und winden
unter des Regens tausendsträhniger Geißel?
Gekrümmten Rückens, erstarrten Blutes,
flüstern sie unaufhörlich heisere Flüche
in den kalten, grausamen Herbst hinaus.
Blühten sie nicht in dankender Schönheit
Göttern und Menschen auf?
Bargen der Vöglein süßes Geschwätz nicht treu?
Schildeten nicht vor Schlossen das zarte Beet?
Und der Sonne furchtbare Feuer -
wer empfing sie, sich lautlos opfernd? ...
Sieh, wie die Armen im Sturm erschauern -:
Wie langzottige frierende Hunde,
denen das nasse gesträubte Fell
überwirbelt nach vorne weht,
trotzen gesträubt die trostberaubten,
und ihr herzzerbrechendes Seufzen
rauscht umsonst
an's graue Gewölb der Wolken.

II

Ihr Götter der Frühe,
schenket mir gute Gedanken!
Küsst mir die helle Stirne
mit lächelnden Lippen!
Aufatmend tret ich hinaus
auf die Altane ...
Von leichten Winden gerührt,
schwanken die Büsche,
und, holdanwogend,
grüßt der glitzernde See
die treuen Ufer.
Fernher kommen
fleißige Segel gezogen, -
ihr Unsichtbaren,
tragen sie eure Geschenke?
Aber was frag ich!
Von euerer Nähe
Odem schauern
Himmel und Erde ...
Euren Odem selber im Busen,
tret ich,
überbegnadet,
fromm,
zurück ins Zimmer ...

III

Der graue Herbst
lädt mich zu sich hinaus,
übern grauen See,
übern grauen Wald,
in die graue, graue Himmelsferne ...
Bin ich der einzige Mensch der Erde? ...
Tiefe Verlassenheit fällt mich an.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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     - Emily Ezust

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