Zwei Tanzlieder aus Julius Wolff's "Singuf" für sechsstimmige gemischten Chor

Song Cycle by Friedrich August Naubert (1839 - 1897)

Word count: 344

1. Hoppeldey [sung text not yet checked]

Linken Fuß [voran gesetzt]1,
Schleifet nach den rechten,
Dreht euch auf der Stelle jetzt,
Daß sich Ringe flechten.
Weiter so
Frisch und froh!
Erst im Zuge,
Bald im Fluge,
Uchherrjeh und Achherrjeh!
Druckt der Schuh, thut's Füßchen weh

Lasset los und seht euch an
Beide mit dem Rücken,
Schnell herum! euch wieder dann
Arm in Arm zu drücken.
Lacht und blickt,
Fangt geschickt,
Und dann wirbelt,
Bis euch schwirbelt,
Uchherrjeh und Achherrjeh!
Drückt der Schuh, thut's Füßchen weh.

Hoch die Hände! höher noch!
Daß das nächste Pärchen
Schlüpft gebückt durch's offne Joch
Und sich krümmt kein Härchen.
Friedel kniet,
Liebchen zieht
Um ihn Kreise
Rund im Gleise,
Uchherrjeh und Achherrjeh!
Drückt der Schuh, thut's Füßchen weh.

Burschen, macht das Mädel warm, 
Faßt es fest ums Mieder, 
Schwingt es hoch mit starkem Arm, 
Setzt es glimpflich nieder. 
Und es muß 
Einen Kuß 
Euch in Ehren 
Keine wehren, 
Uchherrjeh und Achherrjeh! 
Drückt der Schuh, thut's Füßchen weh.

Mädels, was auch platzt und reißt, 
Mutter näht's geschwinde, 
Die weiß auch, was tanzen heißt 
Pfingsten bei der Linde. 
Löset gar 
Sich das Haar, 
Laßt es fliegen 
Und sich wiegen, 
Uchherrjeh und Achherrjeh! 
Fußchen thut beim Tanz nicht weh.

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1 Pache: "voraus gesetzt"; Naubert: "vorangesetzt"; further changes may exist not noted.

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2. Zum Reihen  [sung text not yet checked]

Es grünet die Heide,
Es laubt sich der Wald,
Ihr stolzen Maide,
Kommet ihr bald? 
Die Quellen springen,
Die Bäche sprühn,
Die Vöglein singen,
Die Blumen blühn,
Und Alles locket im Freien,
Daß Knaben und Maide sich reien.

Es stehen zwölf Linden
In einem Kranz,
Da könnt ihr mich finden,
Da spiel ich zum Tanz.
Ich habe geladen 
Den lustigen Mai,
Auf sonnigen Pfaden
Kommt er herbei.
Mit seinen fröhlichen Gaben
Will er uns letzen und laben.

Zwei Burschen führen 
Ein Mägdelein,
Zwei Jungfern küren
Sich Einen allein.
So wandelt zu Dreien
Ihr wohlgemuth,
Und Blüthen schneien
Auf Schapel und Hut
Im Baumgang von den Zweigen
Bis hin zu des Waldes Schweigen.

Da wartet am Saume 
Der Spielmann schon 
Und lehnet am Baume 
Und stimmet den Ton.
Nun singet und springet,
Vortänzer voran! 
Ihr Mädchen umschlinget
Den liebsten Mann,
Nur rath' ich euch in Güte,
Daß Jed' ihr Kränzlein hüte!

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