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Fünf Lieder aus Wolff's "Rattenfänger von Hameln"

Word count: 837

Song Cycle by Paul Schumacher

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1. Die Schuhe geflickt [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Die Schuhe geflickt und der Beutel gespickt,
Grüß' Gott, du wirthliches Dach!
Fahrt wohl, ihr Brüder, die ihr mir nickt,
Und saget nichts Böses mir nach;
Schweigt stille, ihr Mädel, von Abschied und Trauer,
Ich blase die Feder wohl über die Mauer,
Und fliegt sie grad' oder schräg,
So geht mein Weg.

Sie steckten ans Wamms mir den duftigen Strauß
Und schenkten mir noch einmal ein,
Dann wandert' ich fürbaß zum Thore hinaus
Und war in der Fremde allein.
Zurück nach den Thürmen noch blickt' ich vom Stege,
Da riefen die Vögel aus Busch und Gehege:
Fahr' weiter, Gesell, fahr' zu!
Was säumest du?

Zog über die Heide und über das Moor,
Da wehte der Wind so kalt,
Da sang es im Schilfe, da pfiff es im Rohr,
Und dann in den düsteren Wald,
Da gingen die Bäume die Winke die Wanke,
Die Brausen die Brasseln, die Klinke die Klanke,
Da schäumte und rauschte der Bach:
Mir nach! mir nach!

Nun kam ich zur klappernden Mühle in Gang
Und dachte: da kehrest du ein
Und legst dein Bündel still unter die Bank
Und grüßest mit Glück herein!
Den Mühlenstein sollst auf's Wasser du schlagen.
Tragt's den, so wird es dich auch wohl tragen;
Das Mühlrad ging immer rundum:
Kehr' um! kehr' um!

Ich habe durchfahren das weite Land,
Durchfahren dahin, daher,
Und was allerwegen vom Glück ich fand,
Davon ist das Ränzel nicht schwer,
Die Blumen am Wege, am Himmel die Sterne,
Die Einen verwelkt, die Andern so ferne,
Mein Herz, in der Welt allein,
Wer denkt noch dein?


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Ich freu' mich, sprach das Mägdelein [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


«Ich freu mich, sprach das Mägdelein,
Und will den Sommer fröhlich sein
Und lauter guter Dinge;
Mein Herze ist von Freuden voll,
Daß ich mich wohl gehaben soll
Mit einem Edelinge.

Lieb Tochter, war der Mutter Rath,
Der Knabe sich vermessen hat,
Er hat dich hintergangen.
Die Rosen haben Dornen all,
Wenn er dir zuwirft seinen Ball,
So sollst du ihn nit fangen.

Frau Mutter, laßt die Rosen stehn,
Ich will zu meinem Buhlen gehn
Und weiß ihn wohl zu finden;
Es klingt sein Lied wie keins im Land,
Er fängt mich höflich bei der Hand
Im Reien an der Linden.

Lieb Kind, nimm dir des Meiers Sohn,
Deß Liedel geht aus anderm Ton,
Er hat die Truh voll Gulden;
Dein Vater bläst das Jägerhorn,
Ich hab im Haus nicht Flachs, nicht Korn,
Der Ritter hat nur Schulden.

Den Dorfknab mag ich nimmer ha'n,
Der Ritter hat mir's angethan,
Verguldt sind seine Sporen,
Mein Freundschaft und mein Heimlichkeit
Gehören ihm in Ewigkeit,
Ihm hab ich mich verschworen. --

O weh, ihr Rosen, welk und blaß,
Wie wurdet ihr von Thränen naß,
Wie seid ihr nun verzaget.
Auf einem Grabe ganz allein
Da sitzt ein kleines Vögelein
Zur Winterszeit und klaget.»


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Im Dorfe blüht die Linde [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "In the village blooms the lime tree", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Im Dorfe blüht die Linde
Und duftet weit und breit,
Die kleinen Vöglein singen
In lauter Fröhlichkeit,
Es spannt sich das vielgrüne Dach
Als ihr Gezelt und Wohngemach.

Vergangen und vergessen
Ist nun des Winters Weh,
Es stehn in lichtem Scheine
Die Blumen und der Klee,
Und auf dem Anger steckt ein Kreis
Zu Ridewanz und Heijerleis.

Nun fiedelt auf, Herr Spielmann!
Ein nagelneues Stück,
Drei Schritte geht es vorwärts
Und einen Sprung zurück,
Es lockt und schallet der Gesang
Wie König David's Harfenklang.

Du rother Mund, nun lache!
Zum Reien geht's hinaus,
Setz' dir aufs Haar ein Kränzel
Und reiche mir den Strauß,
Dann sag' ich dir, ich weiß wohl was,
Macht's Wänglein roth und Äuglein naß.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

4. Still ist's im Wald [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "It is quiet in the forest", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Still ist's im Wald, es rauschet
Nur leise murmelnd der Bach,
Durch dämmernde Zweige lauschet
Singvöglein in's grüne Gemach.

Auf Blumenkelchen wiegen
Sich Falter im Sonnenschein,
Goldblitzende Käfer stiegen
Und summen und schläfern dich ein.

Wir ruhten unter den Bäumen
Im Schatten auf kühlem Moos
In süßen, seligen Träumen
Von glücklichem Menschenloos.

Wir dachten, wir wären alleine,
Allein auf der Welt umher,
Wir sprachen: der Deine, die Meine!
Und hatten kein ander Begehr.

Da kam Frau Minne gegangen
Und sah uns lächelnd an
Und hat uns mit Armen umfangen,
Das Weib und den seligen Mann.

Sie hat uns Blumen gestreuet
Und sang uns ein zaubrisches Lied,
Wir haben uns ihrer gefreuet
Und merkten's nicht, wie sie schied.

Frau Minne, wann gehst du wieder
Des Weges im stillen Wald?
Bück' unter die Zweige dich nieder
Und suche nur, findest uns bald.


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5. Lass mich dir singen [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Laß mich dir sagen, laß mich dir singen,
Daß ich dich liebe, du herzige Maid,
Ach! mich umsauset ein Schwingen und Klingen,
Herz will mir springen,
Weiß nicht, vor Glück oder Leid.

Wenn ich dich sehe, nahe und ferne,
Geht mit mir Alles auf Erden rundum,
Daß meinen Namen ich gerne verlerne,
Himmlische Sterne,
Tanzet um's Liebchen herum!

Habe geschworen mit Weinen und Lachen:
Mein muß sie werden, und mein wird sie doch!
Und ob dich Riesen und Drachen bewachen,
Auch aus dem Rachen
Riß' ich der Hölle dich noch.

Sieh! und da bin ich; nun will ich dich drücken,
Drücken dich fest an die klopfende Brust,
Laß dich von Liebesentzücken berücken,
Ging auch in Stücken
Welt vor der ewigen Lust!


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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