Waldtraut's Lieder und Gesänge aus Wolff's Wilder Jäger

Song Cycle by Otto Schmidt

Word count: 759

1. Neunerlei Blumen winde zum Kranz [sung text not yet checked]

Neunerlei Blumen winde zum Kranz, 
Knüpfe den Anfang ans Ende, 
Sinn und Bedeutung im blühenden Glanz 
Wirket zur Sonnenwende. 
Aber zum kleinen, zierlichen Strauß 
Brauchst du nicht lange zu wählen, 
Nimm, was du findest, und scheide nicht aus, 
Laß nur den Liebsten sie zählen.

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. Ich ging im Wald durch Kraut und Gras [sung text not yet checked]

Ich ging im Wald 
Durch [Kraut]1 und Gras
Und dachte dies
Und dachte das,
Da hört' ich es kommen und gehn, --
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich ein Jäger gesehn.

Hab' mich geduckt,
Durch's Laub gespäht
Und wollte fort,
Da war's zu spät,
Sein Hündlein kam spürend getrappt,
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich ein Jäger ertappt.

[Er frug, warum
Ich mich versteckt,
Ob er mir Furcht 
Und Angst erweckt]2,
Ich sagte: O, dass ich nicht wüsst'!
Husch! husch!
Hinter'm Busch --
[Husch! hat]3 mich ein Jäger geküsst.

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1 Oehme: "Laub"; further changes may exist not shown above.
2 Greger: "Er fragte, ob / Er mich erschreckt, / Ob er mir Angst / Und Furcht erweckt."
3 Greger: "Da hat"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Blaublümlein spiegelten sich im Bach [sung text not yet checked]

Blaublümlein spiegelten sich im Bach
Und riefen den eilenden Wellen nach:
Vergißmeinnicht!

Die lachten: Wir müssen zum Meere hin,
Und aus den Augen ist aus dem Sinn,
Vergißmeinnicht!

Blauäuglein hatte ein Mägdelein,
Die strahlten dem Knaben ins Herz hinein:
Vergißmeinnicht!

Der Knabe zog in die Welt hinaus,
Da blühte und welkte manch Blumenstrauß.
Vergißmeinnicht!

Und als er allein auf unendlicher See,
Da grüßten ihn Sterne, da faßt' ihn ein Weh,
Vergißmeinnicht!

Aus rauschenden Wogen sangen herauf
Die Tropfen im Meere aus Bächleins Lauf:
Vergißmeinnicht!

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

4. Es wartet ein bleiches Jungfräulein  [sung text not yet checked]

Es wartet ein bleiches Jungfräulein
Den Tag und die dunkle Nacht allein
Auf ihren Herzliebsten am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Sie spricht: Und wenn ich hier Wurzeln schlag
Und warten soll bis zum jüngsten Tag,
Ich warte auf ihn am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Vergessen hat sie der wilde Knab',
Und wo sie gewartet, da fand sie ihr Grab,
Ein Blümelein sprießet am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Der Sommer kommt und der Sommer geht,
Der Herbstwind über die Haide [weht]1,
Das Blümlein wartet am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

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Confirmed with Der Wilde Jäger. Eine Waidmannsmär von Julius Wolff, Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, 1879, pages 65-66.

1 Reinecke : “geht” (might be a typo; check Reinecke score)

Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Der Zaunpfahl trug ein Hütlein weiss  [sung text not yet checked]

Der Zaunpfahl trug ein Hütlein weiß,
Die Sonn' hat's ihm genommen,
Nach Lichtmeß traut kein Fuchs dem Eis,
Der Frühling ist gekommen.

Voll Blüthen steht der Dornenstrauch,
Laut summt es in der Linde,
Und Rosenduft und Aehrenrauch
Ziehn mit dem Abendwinde.

Wird schon im Feld das Korn gemäht,
Darfst du nach Früchten greifen,
Doch was nur selbst, mein Herz, gesät,
Das laß du ruhig reifen. 

Es ist und bleibt doch immerdar
Ein Kommen und ein Wandern
Von einem Jahr zum andern Jahr,
Von einem Tag zum andern.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Es wächst ein Kraut im Kühlen  [sung text not yet checked]

Es wächst ein Kraut im Kühlen,
Wo Vollmondstrahl geruht
Und wer es trägt, muß fühlen,
Wie Lieb' im Herzen thut.

Wüßt' ich den Platz, den rechten,
Vom Kraut im grünen Wald,
Wollt' ich's ins Sträußlein flechten,
Einem stolzen Knaben bald.

Und käm' er dann zur Linde
Im Dorfe, wollt' ich sehn,
Wie's mit dem Angebinde
Dem Knaben würd' ergehn.

Ein Blättchen, abgerissen,
Trüg' ich wohl auf der Brust,
Möcht' selber gerne wissen,
Ob's Leid bringt oder Lust.

Schwarzspecht, mit deinen Gaben
Schaff' mir das Kraut heran
Und zeig' mir auch den Knaben,
Dem ich es schenken kann.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Glockenblumen, was läutet ihr? [sung text not yet checked]

Glockenblumen, was läutet ihr?
Wer ist im Walde gestorben?
Oder wißt ihr, daß heimlich hier
Liebe um Liebe geworben?

Wißt ihr's, wohin auf dem einsamen [Gang]1
Schritt und Gedanken mir streben?
[Glocken]2, ich höre nicht euren Klang,
Seh' euch nur schwingen und schweben.

Lauschenden Blättern denn läutet es aus,
Klinget wie Harfen und Psalmen,
Meldet's im Grünen von Haus zu Haus
Bäumen und Büschen und Halmen.

Liebe macht selig wie nichts in der Welt,
Lachen [könnt']3 ich und weinen,
Glücklichste ich unterm Himmelszelt,
Blumen, -- ich liebe Einen!

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Confirmed with Der wilde Jäger. Eine Waidmannsmär von Julius Wolff, Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, 1889, page 67.

1 Greger: "Pfad"
2 Greger: "Blumen"
3 Greger: "möcht'"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

8. Der Mond scheint durch den grünen Wald [sung text not yet checked]

Im Grase thaut's, die Blumen träumen 
Von ihrem bunten Honigdieb,
Und oben flüstert's in den Bäumen:
Schläfst du? schläfst du, mein trautes Lieb? 
Der Mond scheint durch den grünen Wald.
 
Ein Aestlein wankt mit leisem Wiegen,
In dunkler Blätterheimlichkeit
Regt sich, ein Kosen, Schweben, Schmiegen: 
Dir treu, dir treu in Ewigkeit! 
Der Mond scheint durch den grünen Wald.

Nun wird es still in Luft und Zweigen,
Ein wonnig Athmen hebt die Brust,
Dich küßt die Nacht mit süßem Schweigen,
Ruh' aus, ruh' aus von Lieb' und Lust,
Der Mond scheint durch den grünen Wald.

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9. Alle Blumen möcht' ich binden  [sung text not yet checked]

Alle Blumen möcht' ich binden,
Alle dir in einen Strauß
Und mit Kränzen dich umwinden,
Daß du lachend säh'st heraus.

Alle Vögel möcht' ich fangen,
Alle dir nach meinem Sinn,
Wenn sie in den Zweigen sangen,
Wies ich stets zu dir sie hin.

Alle Schätze möcht' ich heben,
Alle aus der Tiefe Schoß,
Daß ich dir sie könnte geben
Und du würdest reich und groß.

Ach! was kann ich, und was hab' ich!
Bin ich doch so arm wie du,
Was ich hatte, ach! das gab ich,
Und mich selbst, mich selbst dazu.

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