Lieder für Männerchor

Song Cycle by Paul Stöbe (1863 - 1935)

Word count: 484

1. Ständchen [sung text not yet checked]

Verstohlen geht der Mond auf,
Blau, blau Blümelein!
Durch Silberwölkchen führt sein Lauf;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Er steigt die blaue Luft hindurch,
Blau, blau Blümelein!
Bis daß er scheint auf Löwenburg;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

O schaue Mond durchs Fensterlein,
Blau, blau Blümelein!
Schön Trude lock' mit deinem Schein;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Und siehst du mich und siehst du sie,
Blau, blau Blümelein!
Zwei treu're Herzen sahst du nie;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Stealthily the moon rises", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Furtive, la lune se lève", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. So sei mit Gott gegrüsset [sung text not yet checked]

So sei mit Gott gegrüßet 
Viel hundert tausendmal! 
Der Frühling weht und sprießet,
Und ruft mit Klang und Schall.
Das läßt mich nicht im engen Haus,
Nun fahr' ich in die Welt hinaus.
Das Thränlein, das da fließet,
Schwellt nicht der Ströme Zahl!

Wohl uns, daß wir uns scheiden,
Dieweil wir frisch und jung,
Dieweil für alle Leiden
Des Trostes noch genung! 
Nun bleibt in alle Ewigkeit 
Wohl durch die Welt, so groß und weit,
Der Jugend Glück uns beiden 
Ein frischer Labetrunk.

Und wirst du einst erglühen 
Von neuem Wonnestrahl,
In deinem Kranz erblühen
Die Knospen dann zumal.
Sie waren mir ein theures Gut,
Drum hege sie in treuer Hut.
Ade, nun laß uns scheiden,
Ade zum letztenmal!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Waldmeisters Brautfahrt: ein Rhein- Wein- und Wandermärchen, Fünfundfünfzigste Auflage. Stuttgart, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1884, pages 85-86.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Abschied [sung text not yet checked]

[Nun ist mein' beste Zeit vorbei]1,
Nun ist mir Alles einerlei
Wohin ich wandern soll.
Verlassen muß ich meine Lust,
Mein ganzes Herz ist in der Brust
Von Thränen, von Thränen voll!

Durch die alten Gassen hab ich zuletzt
Heut Nacht meinen Wanderstab gesetzt,
Mit manchem Gesellen gut.
Sie drückten mir alle die Bruderhand:
Und denk' an uns im fremden Land,
Halt' uns in treuer Hut!

Noch Einmal von der Neckarbrück'
Schau ich in's weite Thal zurück,
Die Wasser rauschten daher,
Sie rauschten stets, ich merkt' es kaum,
Sie rauschen und singen mir alten Traum,
Und machen das Herz mir schwer.

Ich sah nach jedem Giebeldach,
Mir war's, als riefen sie mir nach:
Fahr wohl, Gesell, fahr wohl!
Und mit dem Abschied war's vorbei,
Nun ist mir Alles einerlei
Wohin ich wandern soll!

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 This poem seems to have several versions. Another version looks exactly the same except the first line is "Nun ist die beste Zeit vorbei" (used by W. Berger and Jensen); another has the first line "Ach Gott, nun ist mein Zeit vorbei" (used by Kücken, Stöbel), although that version has not yet been found to confirm changes. Further changes to each setting may also exist, not noted above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Reichthum in der Liebe [sung text not yet checked]

Mein Liebchen ist gar nicht von vornehmem Stand,
  Keine hochwohlgeborene Dame,
Und wird sie gerufen und wird sie genannt,
  So ertönt kein klingender Name.
Doch das grämet mich nicht und das kümmert mich nicht,
Denn ich lieb' nicht den Namen, ich lieb' das Gesicht.

Es schmückt sie nicht Gold und nicht Edelgestein,
  Sie trägt keine Kleider von Seide,
Ihr Zimmer ist niedrig und dürstig und klein,
  Hat Raum, nur kaum sür uns beide.
Doch was kümmert mich das und was frag' ich danach?
Es braucht keinen dritten in unserem Gemach!

Nnd hat sie nicht Schätze, so ist sie mein Schatz,
  Mein süßer, mein trauter, mein lieber;
Und wohnt mir im Herzen am obersten Platz,
  Keine Königin wohnet darüber.
Und der Reiche sei reich und behalte sein Geld, --
Wenn die Liebste mich küßt, so gehört mir die Welt.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]