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Spielmannslieder von Rudolf Baumbach

Word count: 506

Song Cycle by Erik Meyer-Helmund (1861 - 1932)

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1. Ach wie kühle


Lauter rauschte der Wiesenbach,
Spürend ging ich dem Rauschen nach,
   Kam an eine Mühle.
An dem Thor hart an der Wand 
Bank und Tisch im Schatten stand.
   Ach wie war's da kühle,
        Ja kühle! 

Gott zum Gruss, Frau Müllerin! 
Wisset, dass ich durstig bin 
   Von des Tages Schwüle.
Und sie ging und kam und trug 
Rothen Wein im ird'nen Krug.
    Ach wie war der kühle,
        Ja kühle! 

Lächelnd sah sie dem Trinker zu. --
Milde Frau, ach wüsstest du,
    Was ich dankbar fühle.
Als ich meinen Hut gerückt,
Nichts ihr in die Hand gedrückt,
    Ach wie ward sie kühle,
        Ja kühle!


2. Die Spinnerin im Monde


Es kommt am Himmelsbogen 
Der gelbe Mond gezogen,
Der giebt so klaren Schein.
Hört zu, wie ich berichte
Die schaurige Geschichte
Vom faulen Mägdelein:

Es war einmal ein Mädchen,
Dem war das Spinnerädchen
Und Flachs und Hanf ein Greul.
Sie wollte tanzen immer
Des Nachts bei Mondenschimmer 
Mit Fledermaus und Eul'.

Da kam der Mond gegangen 
Und thät beim Röcklein fangen 
Die lustbethörte Maid.
Im Mondsaal sitzt sie drinnen,
Und spinnen muss sie, spinnen 
In alle Ewigkeit.

Die Jugend heutzutage 
Hält nichts auf fromme Sage
Und ist des Glaubens bar.
Drum wird dies Lied nichts helfen 
Bei reigenlust'gen Elfen.
Das ist mir sonnenklar.

Und stände ein Gewimmel 
Von Monden an dem Himmel,
Wo nur ein einiger flammt,
Ich wüsste wohl ein Städtchen,
Das kann mit lust'gen Mädchen 
Bevölkern allesammt.


3. Sternendienst


Drei Sterne leuchten mir Tag und Nach,
Doch nicht am Himmelsbogen.
Drei Sterne haben mich gemacht
Zum eifrigen Astrologen.
Der erste, gülden anzuschau'n,
Erglänzt im blauen Schilde. 
Die andern zwei sind dunkelbraun 
Und lächeln mir gar milde.

Drei Sterne lassen mir keine Ruh
Und halten mich gefangen. 
Nächt ist als vierter mir dazu
Die Venus aufgegangen.
Als fünfter Stern ein Lämpchen brennt,
Das will den Weg mir zeigen. -- 
Hoch über mir am Firmament
Da hängen lauter Geigen.


Confirmed with Spielmannslieder von Rudolf Baumbach, Leipzig, Verlag von A. G. Liebeskind, 1883, p. 13.


4. Der Schwur


[Es sprach zu Hänschen Gretchen]1:
"Mein Lieben mich gereut.
Du [scherzt]2 mit allen Mädchen,
Wir sind geschied'ne Leut.
Geh' deines [Weges]3 wieder!
Mein Kuss bleibt dir versagt,
Bis einst der span'sche Flieder
Im Garten Aepfel tragt!"

Das Fenster ward geschlossen,
Den Vorhang zog sie für,
Und Hänschen ging verdrossen
Von seiner Liebsten Thür.
Als Tags darauf er wieder
Den Weg zur Trauten fand,
Sass Gretchen auf dem Flieder,
[Daran]4 sie Aepfel band.


View original text (without footnotes)

Confirmed with Rudolf Baumbach, Spielmannslieder , Leipzig: Verlag von A.G. Liebeskind, 1893, page 49.

1 Bohm, Reger: "Zum Hänschen sprach das Gretchen"
2 Bohm, Reger: "scherzest"
3 Bohm, Reger: "Wegs nur"
4 Reger: "Darauf"

4. The oath


She said: "I know my duty,
My heart is all too sore;
You flirt with every beauty.
Between us all is o'er.
I want not such a lover!
No kiss you'll get from me,
Till apples you discover
Grow on the lilac tree!"

The window then she fasten'd,
And eke pull'd down the blind,
And he agrieving hasten'd,
And left his life behind.
But when next day he hasten'd,
The last time her to see,
He found an apple fasten'd
Upon the lilac tree.


5. Das letzte Kännchen


Gib mir, trautes Ännchen,
Einen Abschiedskuss
Und das letzte Kännchen,
Weil ich scheiden muss.

An die Tür der Kammer
Schreibe meine Schuld,
Harre sonder Jammer
Meiner in Geduld.

Wird auf grüner Heide
Draussen mir ein Grab,
Wische sanft die Kreide
Mit der Schürze ab.


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     - Emily Ezust

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