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Kleine Balladen und Lieder, Heft III

Word count: 3619

by Johann Rudolf Zumsteeg (1760 - 1802)

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1. Maria Stuart [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission


Maria.
 O Dank, Dank diesen freundlich grünen Bäumen,
 Die meines Kerkers Mauern mir verstecken!
 Ich will mich frei und glücklich träumen,
 Warum aus meinem süßen Wahn mich wecken?
 Umfängt mich nicht der weite Himmelsschoß?
 Die Blicke, frei und fessellos,
 [Ergehen]1 sich in ungemeßnen Räumen.
 Dort, wo die grauen Nebelberge ragen,
 Fängt meines Reiches Grenze an,
 Und diese Wolken, die nach Mittag jagen,
 Sie suchen Frankreichs fernen Ozean.
 Eilende Wolken! Segler der Lüfte!
 Wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!
 Grüßet mir freundlich mein Jugendland!
 Ich bin gefangen, ich bin in Banden,
 Ach, ich hab keinen andern Gesandten!
 Frei in Lüften ist euren Bahn,
 Ihr seid nicht dieser Königin untertan.
 
 Kennedy.
[ Ach, teure Lady! Ihr seid außer Euch,
 Die langentbehrte Freiheit macht Euch schwärmen.]2
 
Maria.
 [ Dort legt ein Fischer den Nachen an!
 Dieses elende Werkzeug könnte mich retten,
 Brächte mich schnell zu befreundeten Städten.
 Spärlich nährt es den dürftigen Mann.
 Beladen wollt' ich ihn reich mit Schätzen,
 Einen Zug sollt' er tun, wie er keinen getan,
 Das Glück sollt' er finden in seinen Netzen,
 Nähm er mich ein in den rettenden Kahn.]3
 
 Kennedy.
[ Verlorne Wünsche! Seht ihr nicht, daß uns
 Von ferne dort die Spähertritte folgen?
 Ein finster grausames Verbot scheucht jedes
 Mitleidige Geschöpf aus unserm Wege.]2
 
Maria.
[ Nein, gute Hanna! Glaub' mir, nicht umsonst
 Ist meines Kerkers Thor geöffnet worden.
 Die kleine Gunst ist mir des größern Glücks
 Verkünderin. Ich irre nicht. Es ist
 Der Liebe thät'ge Hand, der ich sie danke.
 Lord Lesters mächt'gen Arm erkenn' ich drin.
 Allmählig will man mein Gefängniß weiten,
 Durch Kleineres zum Größern mich gewöhnen,
 Bis ich das Antlitz dessen endlich schaue,
 Der mir die Bande löst auf immerdar.]2
 
 Kennedy.
[ Ach, ich kann diesen Widerspruch nicht reimen!
 Noch gestern kündigt man den Tod euch an,
 Und heute wird euch plötzlich solche Freiheit.
 Auch denen, hört' ich sagen, wird die Kette
 Gelöst, auf die die ew'ge Freiheit wartet.]2
 
Maria.
[ Hörst du das Hifthorn? Hörst du's klingen,
 Mächtigen Rufes, durch Feld und Hain?
 Ach, auf das muthige Roß mich zu schwingen,
 An den fröhlichen Zug mich zu reihn!
 Noch mehr, o die bekannte Stimme,
 Schmerzlich süßer Erinnerung voll.
 Oft vernahm sie mein Ohr mit Freuden,
 Auf des Hochlands [bergigen]4 Haiden,
 Wenn die tobende Jagd erscholl.]5


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Note: some of the settings listed below probably start on the line beginning "Eilende Wolken!"

1 Typo in Zumsteeg's score ("ergeben")
2 omitted by Beach and Zumsteeg.
3 omitted by Beach.
4 Beach: "bergigten"
5 omitted by Zumsteeg.

Submitted by Sharon Krebs

2. Lenorens Lied [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson de Lénore", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


Ach, der Tag - wie so lang!
Und mein Herz, wie so bang,
Bis die Nacht, und mein Freund,
Mein Emil, nun erscheint.

O wie wohl dann mir ist,
Wenn er hold mich begrüßt,
Mein Willkomm ihn entzückt,
Und ein Kuß so beglückt!

Dann genieß ich der Lust,
Ihm zu ruh'n an der Brust!
Dann empfind' ich es neu:
Er ist mein! er ist treu!

Wenn er heiß mich umschlingt,
Und kein Wort mehr gelingt,
O wie ganz fühl' ich das,
Und mein Aug' ist mir naß!

Ach, der Tag - wie so lang!
Und mein Herz - wie so bang,
Bis die Nacht und mein Freund,
Mein Emil, nun erscheint!


Submitted by Emily Ezust

3. Ermunterung [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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Seht! wie die Tage sich sonnig verklären!
Blau ist der Himmel und grünend das Land.
Klag' ist ein Mißton im Chore der Sphären!
Trägt denn die Schöpfung ein Trauergewand?
Hebet die Blicke, die trübe sich senken!
Hebet die Blicke: des Schönen ist viel.
Tugend wird selber zu Freuden uns lenken;
Freud' ist der Weisheit belohnendes Ziel.

Öfnet die Seele dem Lichte der Freude,
Horcht! ihr ertönet des Hänflings Gesang.
Atmet! sie duftet im Rosengestäude,
Fühlet! sie säuselt am Bächlein entlang.
Koset! sie glüht uns im Safte der Traube,
Würzet die Früchte beim ländlichen Mahl.
Schauet! sie grünet im Kräutern und Laube,
Mahlt uns die Aussicht ins blumige Tal.

Freunde, was gleiten euch weibische Tränen
Über die blühenden Wangen herab?
Ziemt sich für Männer das weichliche Sehnen?
Wünscht ihr verzagend zu modern im Grab?
Edleres bleibt uns noch viel zu verrichten:
Viel auch des Guten ist noch nicht getan.
Heiterkeit lohnt die Erfüllung der Pflichten,
Ruhe beschattet das Ende der Bahn.

Mancherlei Sorgen und mancherlei Schmerzen
Quälen uns warlich aus eigener Schuld.
Hoffnung ist Labsal dem wundesten Herzen,
Duldende stärket gelaßne Geduld.
Wenn euch die Nebel des Trübsinns umgrauen,
Hebt zu den Sternen den sinkenden Mut;
Heget nur männliches, hohes Vertrauen;
Guten ergeht es am Schluße doch gut.

Laßet uns fröhlich die Schöpfungen sehen:
Gottes Natur ist entzückend und hehr!
Aber auch stillen des Dürftigen Flehen;
Freuden des Wohltuns entzücken noch mehr:
Liebet! die Lieb' ist der schönste der Triebe;
Weiht nur der Unschuld die heilige Glut.
Aber dann liebt auch mit weiserer Liebe
Alles, was edel und schön ist und gut.

Handelt! durch Handlungen zeigt sich der Weise.
Ruhm und Unsterblichkeit sind ihr Geleit.
Zeichnet mit Taten die schwindenden Gleise
Unserer flüchtig entrollenden Zeit.
Den uns umschließenden Zirkel beglücken,
Nützen, so viel als ein jeder vermag;
O das erfüllet mit stillem Entzücken!
O das entwölket den düstersten Tag!

Mutig! auch Leiden, sind einst sie vergangen,
Laben die Seele, wie Regen die Au:
Gräber, von Trauerzypressen umhangen,
Mahlet bald stiller Vergismeinnichtblau.
Freunde, wir sollen, wir sollen uns freuen;
Freud' ist des Vaters erhabnes Gebot.
Freude der Unschuld kann niemals gereuen,
Lächelt durch Rosen dem nahenden Tod.


Submitted by Emily Ezust

4. Geisternähe [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG ENG FRE ITA

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Geestesnabijheid", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Near spirits", copyright ©
  • ENG English (Sharon Krebs) (Harald Krebs) , "Nearness in spirit", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Proximité des esprits", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Vicinanza spirituale", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


      Der [Dämmrung]1 Schein
      [Durchblinkt]2 den Hain;
Hier, beim Geräusch des Wasserfalles,
Denk' ich nur dich, o du mein Alles!
 
      Dein Zauberbild
      Erscheint, so mild
Wie [Hesperus]3 im Abendgolde,
Dem fernen Freund, geliebte Holde!
 
      Er sehnt wie hier
      Sich stets nach dir;
Fest, wie den Stamm die [Eppichranke,]4
Umschlingt Dich liebend sein Gedanke.
 
      Durchbebt dich auch
      Im Abendhauch
Des Brudergeistes leises [Wehen]5
Mit Vorgefühl vom [Wiedersehen]6?
 
      Er ists, der lind
      Dir, süßes Kind,
Des Schleiers Silbernebel kräuselt,
Und in der Locken Fülle säuselt.
 
      Oft hörst du ihn,
      Wie Melodien
Der Wehmuth aus gedämpften Saiten,
In stiller Nacht vorübergleiten.
 
      Auch fesselfrei
      Wird er getreu,
Dir ganz und einzig hingegeben,
In allen Welten dich umschweben.


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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 280-281, and with Gedichte von Friedrich von Matthisson, Fünfzehnte Auflage, Zürich: bei Orell, Füßli und Comp., 1851, pages 221-222.

1 Lang: "Dämmerung"
2 Lang: "Durchblick [sic]"; Lang's early publications are riddled with errors.
3 Lang: "Hesper"
4 Schubert, Zumsteeg: "Efeuranke"
5 Schubert, Zumsteeg: "Weh'n"
6 Schubert, Zumsteeg: "Wiederseh'n"

Submitted by Sharon Krebs and Peter Rastl

5. Minneglück [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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Solch ein göttliches Vergnügen
Füllte meinen Busen nie!
Ich umschweb', als könnt' ich fliegen,
Ewig in Gedanken Sie,
Seit, wie Harfenmelodie,
Der Geliebten süße Stimme
Meinem Herzen Trost verlieh.

Was ich wonnigliches schaue,
Ist nur meiner Wonne Schein.
Luft und Erde, Wald und Aue!
Ihr sollt meine Zuegen sein!
Ja! die goldne Zeit ist mein,
Und zu Paradiesesfreuden
Weihte mich die Göttin ein.

O des Zauber voll Güte,
Der so himmlisch mir erklang,
Und im staunenden Gemüte
Flugs den alten Kummer zwang,
Daß mir Wonne draus entsprang,
Und, wie Tau von zarter Liebe
Hell aus beiden Augen drang.

Selig sei die Minnestunde,
Selig sei der werte Tag,
Als ein Ja von ihrem Munde
Schloß den lieblichsten Vertrag!
Heil mir, der ich froh erschrak,
Und noch immer mein Entzücken
Auszusprechen nicht vermag!


Submitted by Emily Ezust

6. Ich lag auf grünen Matten [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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Ich lag auf grünen Matten,
An klarer Quellen Rand.
Mir kühlten Erlenschatten
Der Wangen heißen Brand.
Ich dachte dieß und jenes,
Und träumte sanftbetrübt
Viel Süßes [mir und]1 Schönes,  
Das diese Welt nicht giebt.

Und sieh, dem Hayn entschwebte
Ein Mägdlein sonnenklar.
Ein weißer Schleyer webte
Um ihr nußbraunes Haar.
Dem hellen Aug' entglänzte
Des Äthers reinstes Blau.
Die frischen Wangen kränzte
Die schönste Rosenau.

Um ihre Lippen schwebte
Ein Lächeln hold und gut.
An ihren Wimpern bebte
Der Thau der Wehemuth.
Ihr Auge mild' und thränend,
So wähnt' ich, meinte mich -
Wer war, wie ich, so wähnend!
So selig, wer, wie ich! 

Ich auf, sie zu umfassen -
Und ach! sie trat zurück.
Ich sah sie schnell erblassen,
Und trüber ward ihr Blick.
Sie sah mich an so innig,
Sie wies mit ihrer Hand
Erhaben und tiefsinnig
Gen Himmel, und verschwand. 

Fahr wohl, fahr wohl, Erscheinung!
Fahr wohl, ich kenn' dich wohl!
Und deines Winkes Meinung
Versteh' ich, wie ich soll! -
»Kein Lieben und kein Loben
Verdient der Erde Tand.
Nur droben strahlt, nur droben
Der Liebe Vaterland!«


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Confirmed with Ludwig Theoboul Kosegarten's Poesieen. Zweiter Band. Leipzig bei Heinrich Gräff. 1798, pages 43-45.

The first version of this poem (Poetische Blumenlese, aufs Jahr 1788. Göttingen, bey Johann Christian Dieterich, pages 120-121; and Gedichte von Ludwig Theobul Kosegarten. Zweiter Band. Leipzig, bei Ernst Martin Gräff. 1788, pages 225-227) differs in several verses. The editions from 1802 on present another quite different version (see below).

1 Westenholz: "und viel"

Submitted by Emily Ezust and Peter Rastl

7. Nachtgesang [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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Jezzund kömmt die Nacht herbei,
Vieh und Menschen werden frei,
Die gewünschte Ruh geht an;
Meine Sorge kommt heran.

Schöne glänzt der Mondenschein;
Und die gülden Sternelein;
Froh ist alles weit und breit,
Ich nur bin in Traurigkeit.

Zweene mangeln überall
An der schönen Sternen Zahl;
Diese Sterne die ich mein'
Ist der Liebsten Augenschein.

Nach dem Monden frag' ich nicht,
Dunkel ist der Sternen Licht;
Weil sich von mir weggewendt
Asteris mein Firmament.

Wann sich aber neigt zu mir
Dieser meiner Sonnen Zier,
Acht' ich es das beste sein,
Daß kein Stern noch Monde schein'.


Submitted by Emily Ezust

8. Ständchen an Feodoren [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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 Rings walten Todesstille,
 Und Schlaf und Mitternacht.
 Der Wolken Nebelhülle
 Verbirgt des Mondes Pracht.
 Kein Sternchen flimmert heute;
 Doch lieb' ich meinen Pfad.
 Holdseligste der Bräute!
 Dein Vielgetreuer naht.

 Sanft unter Harfentönen
 Erwache, Zauberin!
 Ich schlummre nicht vor Sehnen.
 Du hast mich ganz dahin.
 Mehr, als des Herzens Traute,
 Welt, Himmel bist mir du.
 O lisple Liebeslaute
 Mir vom Balkone zu!

 »Ich liebe Feodoren;
 Ich lieb' und wanke nie.
 Sie ward für mich gebohren,
 Gebohren ich für sie.«
 Das ist mein bestes Wissen,
 Mein seligster Gewinn.
 Sie kann ich nimmer missen. -
 Erscheine, Zauberin!


Submitted by Emily Ezust

9. Die Sterne [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De sterren", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , "The stars", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Les étoiles", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Wie wohl ist mir im Dunkeln!
Wie weht die laue Nacht!
Die Sterne Gottes funkeln
In feyerlicher Pracht!
Komm, [Ida]1, komm ins Freye,
Und laß in jene Bläue
Und laß zu jenen Höhn
Uns staunend aufwärts sehn.

[ ... ]
O Sterne Gottes, Zeugen Und Boten beßrer Welt, Ihr heißt den Aufruhr schweigen, Der [unsern]2 Busen schwellt. Ich seh' hinauf, ihr Hehren, Zu euren lichten Sphären, Und [Ahnung beßrer]3 Lust Stillt die empörte Brust. O Ida, wenn die Schwermuth Dein sanftes Auge hüllt, Wenn dir die Welt mit Wermuth Den Lebensbecher füllt; So geh hinaus im Dunkeln, Und sieh die Sterne funkeln, Und leiser wird dein Schmerz, Und freyer schlägt dein Herz. [Und wenn im öden Staube Der irre Geist erkrankt; Wenn tief in dir der Glaube An Gott und Zukunft schwankt;]4 Schau auf zu jenen Fernen Zu jenen ew'gen Sternen! Schau auf und glaub an Gott, Und segne Grab und Tod. O Ida, wenn die Strenge Des Schicksals einst uns trennt, Und wenn das Weltgedränge Nicht Blick noch Kuß [uns gönnt]5; So schau hinauf ins Freye, In jene weite Bläue! In jenen lichten Höhn, Dort, dort ist Wiedersehn! Und wenn ich einst, o Theure, Von allem Kampf und Krieg Im stillen Grabe feyre, So schau empor und sprich: »In jenen hohen Fernen, Auf jenen goldnen Sternen, Dort, wo's am hellsten blitzt, Wallt mein Verlorner itzt.« O Sterne Gottes, Boten Und Bürger beßrer Welt, Die ihr die Nacht der Todten Zu milder Dämmrung hellt! Umschimmert sanft die Stätte, Wo ich aus stillem Bette Und süßem Schlaf erwach Zu Edens schönerm Tag!

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Confirmed with L.T.Kosegarten's Poesieen, Neueste Auflage, Zweyter Band, Berlin 1803, pages 6-9; and with Ludwig Theoboul Kosergarten's Poesieen. Zweiter Band. Leipzig bei Heinrich Gräff. 1798, pages 301-304. Kosegarten's poem is slightly different in later editions (see below).

First published (only stanzas 1-4 and 6) in Musen-Almanach für das Jahr 1796. Herausgegeben von Schiller. Neustrelitz, bei dem Hofbuchhändler Michaelis, pages 174-176.

1 Harder, Zumsteeg: "Mädchen"
2 Schiller's Musenalmanach, and Harder: "meinen"
3 Schiller's Musenalmanach: "Ahndung ewger"; Harder: "Ahnung ew'ger"
4 omitted by Harder.
5 Schiller's Musenalmanach, and Harder: "vergönnt"

Submitted by Emily Ezust and Peter Rastl

10. Das Blümlein Wunderschön (Lied des gefangenen Grafen) [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La magnifique petite fleur", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Graf:
 Ich kenn' ein Blümlein Wunderschön
 Und trage darnach Verlangen,
 Ich möcht' es gerne zu suchen gehn,
 Allein ich bin gefangen.
 Die Schmerzen sind mir nicht gering,
 Denn als ich in der Freiheit ging,
 Da hatt' ich es in der Nähe.

 Von diesem ringsum steilen Schloß
 Laß ich die Augen schweifen,
 Und kann's vom hohen Turmgeschoß
 Mit Blicken nicht ergreifen,
 Und wer mir's vor die Augen brächt',
 Er wäre Ritter oder Knecht,
 Der [sollt']1 mein Trauter bleiben.

Rose:
 Ich blühe schön und höre dies,
 Hier unter deinem Gitter.
 Du meinest mich, die Rose, gewiß
 Du edler armer Ritter!
 Du hast gar einen hohen Sinn, 
 Es herrscht die Blumenkönigin 
 Gewiß auch in deinem Herzen.

Graf:
 Dein Purpur ist aller Ehren werth,
 Im grünen Überkleide;
 Darob das Mädchen dein begehrt,
 Wie Gold und [edel Geschmeide]2.
 Dein Kranz [erhät]3 das schönste Gesicht:
 Allein du bist das Blümchen nicht,
 Das ich im Stillen verehre.

Lilie:
 Das Röschen hat gar stolzen Brauch
 Und strebet immer nach oben;
 Doch wird ein liebes Liebchen auch
 Der Lilie Zierde loben.
 Wem's Herze schlägt in treuer Brust
 Und ist sich rein, wie ich bewußt,
 Der hält mich wohl am höchsten.

Graf:
 Ich nenne mich zwar keusch und rein,
 Und rein von bösen Fehlen;
 Doch muß [ich hier gefangen sein
 Und muß mich einsam quälen]4.
 Du bist mir zwar ein schönes Bild
 Von mancher Jungfrau rein und mild,
 Doch weiß ich noch was Liebers.

Nelke:
 Das mag wohl ich die Nelke, sein
 Hier in des Wächters Garten,
 Wie würde sonst der Alte mein
 Mit so viel Sorge warten?
 Im schönen Kreis der Blätter Drang,
 Und Wohlgeruch das Leben lang,
 Und alle tausend Farben.

Graf:
 Die Nelke soll man nicht verschmähn,
 Sie ist des Gärtners Wonne,
 Bald muß sie in dem Lichte stehn,
 Bald schüzt er sie vor der Sonne,
 Doch was den Grafen glücklich macht
 Es ist nicht ausgesuchte Pracht,
 Es ist ein stilles Blümchen.

Veilchen:
 Ich steh verborgen und gebückt,
 Und mag nicht gerne sprechen,
 Doch will ich, weil sich's eben schickt,
 Mein tiefes Schweigen brechen.
 Wenn ich es bin, du guter Mann,
 Wie schmerzt mich's, daß ich hinauf nicht kann,
 Dir alle Gerüche senden.

Graf:
 Das gute Veilchen schätz' ich sehr,
 Es ist sogar bescheiden
 Und duftet so schön; doch brauch' ich mehr
 In meinen herben Leiden,
 Ich will es euch nur eingestehn:
 Auf diesen dürren Felsenhöh'n
 Ist's Liebchen nicht zu finden.

 Doch wandelt unten an dem Bach,
 Das treuste Weib der Erde,
 Und seufzet leise manches Ach,
 Bis ich erlöset werde.
 Wenn sie ein blaues Blümchen bricht
 Und immer sagt: Vergiß mein nicht!
 So fühl' ich's in der Ferne.

 Ja, in der Ferne fühlt sich die Macht
 Wenn zwei sich redlich lieben,
 Drum bin ich in des Kerkers Nacht
 Auch noch lebendig geblieben,
 Und wenn mir fast das Herze bricht,
 So ruf' ich nur: Vergiß mein nicht!
 Da komm' ich wieder ins Leben.


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1 Zumsteeg: "sollte"
2 Zumsteeg: "Edelgeschmeide"
3 Zumsteeg: "erhöht"
4 Zumsteeg: "mich einsam quälen"

Submitted by Emily Ezust

11. Die Wittwe [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Noch saß im schwarzen Kleide
Fernando's Wittwe da.
Ob auch in tiefem Leide?
Ich hoff' und glaube: ja!
Ihr trat ein junger Sänger
Und Zitterspieler nah',
Und sang den "Vogelfänger,
Juchheisa, hopsasa!"

Voll Würde rief sie plötzlich
Dem schönen Jüngling Dank.
"Laß ab! Mir klingt entsetzlich
Dein Zauberflötenschwank.
Für ernste Wittwenscenen
Taugt Opernposse nicht!"
Sie barg ins Tuch der Tränen
Ihr Frühlingsangesicht.

"Wohl," sprach er, "Müssen bitter
Der Trennung Schmerzen sein;
Doch stimmt auch meine Zitter
In's Leid der Herzen ein.
Rings Schwermut zu verbreiten
Gelang mir öfter schon."
Er rührte flugs die Saiten
Und sang im Klageton:

"Ich verlange nur hinüber!
Wann endet die Qual?
Dein auf ewig, o du Lieber
Verklärter Gemahl."
"Ach, mich ergreift es schaurig!"
Rief ihm die Wittwe zu.
"Du sangst fürwahr zu traurig,
Zu langsam spieltest du!"

"Frau! Leiden wegzusingen,
Gelang mir öfter schon.
Auch heute solls gelingen!"
Er sang in mild'rem Ton:
"Ich verlange nur hinüber!
Wann endet die Qual?
Dein auf ewig, o du lieber
Verklärter Gemahl!"

"Ich fühl's, mein Weh ist linder,
Du braver Zittermann!
Doch singe noch geschwinder,
Vielleicht genes' ich dann."
Wohlan, du Schmuck der Schönen!
Ich werb' um deine Gunst,
Und zeig' in raschen Tönen
Die Wundermacht der Kunst.

"O verlange nicht hinüber!
O stille von Qual!
Dich umfange noch ein lieber, 
Ein zweiter Gemahl!"
Sie hielt sich nicht mehr länger,
Sie hub zu tanzen an.
"Vortrefflich, schöner Sänger!
Komm! sei mein zweiter Mann!"


Submitted by Emily Ezust

12. Thekla [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DAN DUT ENG ENG ENG FRE FRE RUS

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Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "The oaks roar, the clouds rush by", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Shula Keller) , "The maiden's lament", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Plainte de la jeune fille", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Der Eichwald [brauset]1,
Die Wolken [ziehn]2,
Das Mägdlein [sitzet]3
An Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie [seufzt]4 hinaus in die [finstre]5 Nacht,
Das Auge [von]6 Weinen [getrübet]7.

"Das Herz ist gestorben,
Die Welt ist leer,
Und weiter giebt sie
Dem Wunsche nichts mehr.
Du Heilige [rufe]8 dein Kind zurück,
Ich habe genossen das irdische Glück,
Ich habe gelebt und geliebet!"

[ ... ]

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Confirmed with Musen-Almanach für das Jahr 1799, herausgegeben von Schiller. Tübingen, in der J.G.Cottaischen Buchhandlung, pages 208-209, and with Gedichte von Friederich Schiller, Erster Theil, Leipzig, 1800, bey Siegfried Lebrecht Crusius, pages 67-68.

First published 1799 in Schiller's Musen-Almanach, and later, only stanzas 1-2 (with slight textual modifications and a different line break), in Die Piccolomini, act 3, scene 7 (Thekla's song).

1 another edition of Schiller's poems, and used by Schubert in D.191 and D.389: "braust"
2 another edition of Schiller's poems, and used by Schubert in D.6: "ziehen"
3 another edition of Schiller's poems, and used by Schubert in D.191 and D.389: "sitzt"; Piccolomini edition, used by Felix Mendelssohn, Zumsteeg and Rheinberger: "wandelt"
4 Piccolomini edition, used by Felix Mendelssohn, Zumsteeg: "singt"
5 Randhartinger: "finstere"
6 another edition of Schiller's poems, and used by Schubert in D.6 and D.191: "vom"
7 Schubert in D.6: "getrübt"
8 Schubert in D.6: "ruf'"
9 Rheinberger: "entschwundener"; many settings have "verschwund'ner"
10 Schubert in D.6: "wecket"
11 Rheinberger: "Träne"
12 Schubert in D.6: "die"
13 later editions of Schiller's poems: "trauernde", used by Schubert in D.191 and D.389 and Rheinberger

Submitted by Richard Morris and Peter Rastl

13. An Lenoren [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.
Du, mein Traumbild, mein Gedanke,
Mein Gespräch, und mein Gedicht!
O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.

O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.
Und verwiesest du mit Hohne
Mich aus deinem Angesicht.
O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.

O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.
Liebend nenn' ich deinen Namen
Wenn mein Aug' im Tode bricht.
O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.

O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.
Und bestralt mich überm Grabe
Beßrer Welten rein'res Licht,
O Geliebte! dein vergessen -
Nein, bei Gott! ich könnt' es nicht.


Submitted by Emily Ezust

14. Kriegslied [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Auf, auf, wer deutsche Freiheit liebet,
Wer Lust für Gott zu fechten hat;
Der Schein, den mancher von sich giebet
Verbringet keine Rittertat.

Wann Fug und Ursach ist zu brechen,
Wann Feind nicht Freund mehr bleiben kann,
Da muß man nur vom Sehen sprechen,
Da zeigt das Herze seinen Mann.

Laß die von ihren Kräften sagen
Die schwach und bloß von Tugend sind:
Mit Trotzen wird man Bienen jagen,
Ein Sinn von Ehren der gewinnt.

Wie groß und stark der Feind sich mache,
Wie hoch er schwinge Mut und Schwerdt,
So glaube doch die gute Sache
Ist hunderttausend Köpfe wert.

Der muß nicht eben allzeit siegen
Bei dem der Köpfe Menge steht;
Der pfleget mehr den Preis zu bringen
Dem Billigkeit zu Herzen geht,
Und der mit redlichem Gewissen
Für Gott und für das Vaterland
Für Gott der ihn es läßt genießen
Zu fechten geht mit strenger Hand.

So vieler Städte schwache Sinnen,
So vieler Herzen Wankelmut,
Die List, der Abfall, das Beginnen
Sind freilich wohl nicht allzugut:

Doch, Obst das bald von Bäumen gehet,
Das taugt gemeiniglich nicht viel;
Ich denke was im Liede stehet;
Laß fahren was nicht bleiben will.

Was kann der stolze Feind dir rauben;
Dein Hab und Gut bleibt doch allhier;
Geh aber du ihm auf die Hauben,
Und brich ihm seinen Hals dafür.

Auf, auf, ihr Brüder; in Quartieren
Bekriegt man mehrmahls nur den Wein:
Des Feindes Blut im Siege führen,
Dieß wird die beste Beute sein.


Submitted by Emily Ezust

15. Blümen tausendschön [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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 Es wächst ein Blümchen irrgendwo
 Von Gott zum Labsal uns bescheert.
 Sein Anblick macht die Herzen froh,
 Und sein Besitzer hält es wert.
 Wohl alle Guten sind bemüht
 Ums Blümchen, was so selten blüht.

 Es wächst heran auf mildem Beet'
 In Gottes lieber Gartenflur,
 Still, in bescheid'ner Maiestät,
 Ein wahres Kleinod der Natur,
 Ist paradiesisch anzusehn,
 Und prangt vor tausend wunderschön.

 Sein Kelch, mit Balsamduft gefüllt,
 Haucht den Bewundrer magisch an.
 Die Krone steht, von Gott enthüllt
 In tausend Farben aufgetan;
 Sie glänzt im Schatten durch das Tal,
 Wie Edelstein im Sonnenstrahl.

 Das Mägdlein, welches seine Brust
 Mit diesem Kleinod schmücken kann,
 Wird aller Menschen Ehr' und Lust,
 Und eigen wünscht es jedermann.
 Es ist kein Königsdiadem
 So ehrenvoll und angenehm.

 Der Jüngling, der's dort blühen sieht,
 Strebt ihm vor Rang und Golde nach.
 Du Mann, der sichs im Gärtchen zieht,
 Bist reicher als ein Perser Schach.
 Den Göttern gleich in Wort und Tat
 Ist, wer das Zauberblümchen hat.

 Ihr forscht nach dieses Kleinods Flur? -
 Im Himmel ist sein Vaterland.
 Hier tragen viel den Namen nur;
 Das ächte kommt aus Gottes Hand.
 Wer Frauensanftmut ächt geseh'n,
 Der kennt das Blümchen tausendschön.


Submitted by Emily Ezust

16. Russisches Brautlied [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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(Together simultaneously):

Maura:
 Die Lämmlein springen! 
 Die Vögelein singen!
 Das Bächlein murmelt dazu.
 Und ich? Und du?
 Und ich? und du? 
 Und du? und ich?
 Küsse mich du!
 Ich küsse dich.
 Küsse mich du!
 Ich küsse dich.

Alexi:
 Die Lämmlein springen! 
 Die Vögelein singen!
 Das Bächlein murmelt dazu.
   Und du? und ich?
   Und du? und ich?
   Und ich? und du?
 Küsse mich du!
 Ich küsse dich.
 Küsse mich du!
 Ich küsse dich.


Submitted by Emily Ezust

17. Nadowessische Totenklage [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Seht! da sitzt er auf der Matte
Aufrecht sitzt er da,
Mit dem Anstand den er hatte,
Als er's Licht noch sah.

Doch wo ist die Kraft der Fäuste,
Wo des Atems Hauch,
Der noch jüngst zum großen Geiste
Blies der Pfeife Rauch?

Wo die Augen, Falkenhelle,
Die des Renntiers Spur
Zählten auf des Grases Welle,
Auf dem Tau der Flur.

Diese Schenkel, die behender
Flohen durch den Schnee,
Als der Hirsch, der Zwangzigender,
Als des Berges Reh.

Diese Arme, die den Bogen
Spannten, streng und straff!
Seht, das Leben ist entflogen,
Seht, sie hängen schlaff!

Wohl ihm! er ist hingegangen,
Wo kein Schnee mehr ist,
Wo mit Mays die Felder prangen
Der von selber sprießt.

Wo mit Vögeln alle Sträuche,
Wo der Wald mit Wild,
Wo mit Fischen alle Teiche
Lustig sind gefüllt.

Mit den Geistern speißt er droben,
Ließ uns hier allein,
Daß wir seine Taten loben,
Und ihn scharren ein.

Bringet her die letzten Gaben,
Stimmt die Totenklag'!
Alles sei mit ihm begraben,
Was ihn freuen mag.

Legt ihm unters Haupt die Beile
Die er tapfer schwang,
Auch des Bären fette Keule,
Denn der Weg ist lang.

Auch das Messer scharf geschliffen,
Das vom Feindeskopf 
Rasch mit drei geschikten Griffen
Schälte Haut und Schopf.

Farben auch, den Leib zu mahlen
Steckt ihm in die Hand,
Daß er rötlich möge strahlen
In der Seelen Land.


Submitted by Emily Ezust

18. Andenken [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE ITA

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Denken aan", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Remembrance", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Souvenir", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A te va il mio pensiero...", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Ich denke dein,
Wenn durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
Wann denkst du mein?

Ich denke dein
Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?

Ich denke dein
Mit süßer Pein,
Mit bangem Sehnen
Und heißen Thränen!
Wie denkst du mein?

O denke mein,
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk' ich nur dein!


Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 276-277, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Zurich: Orell, Fuessli & Co., 1851, pages 217-218.


Submitted by Emily Ezust and Peter Rastl

19. Antwort [ sung text verified 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Im Sonnenschimmer, 
In Luna's flimmer,
Im Früh- und Abendschein,
Beim Lietl der Grillen,
Wann Stürme brüllen,
Und wach und träumend
Gedenk' ich dein.

Im kühlen Schatten
Auf heißen Matten, 
In deinem Lieblingshain,
Im Zugedränge
Der lauten Menge,
Und wo ich wandle,
Gedenk' ich dein.

Mit Wonnebeben,
Mit hohem Streben
Des Dulders wert zu sein,
Mit festem Sehnen,
Der Wehmut Tränen
Dir wegzuküssen,
Gedenk' ich dein!

Wann schlägt die Stunde
Zum schönsten Bunde,
Dann ewig, ewig mein!
Und winkt mich, Lieber,
Der Tod hinüber -
Auf beßerm Sterne
Gedenk' ich dein.


Submitted by Emily Ezust

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     - Emily Ezust

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