Das Dunkle Reich, choral fantasy for soloists, organ & orchestra

Song Cycle by Hans Erich Pfitzner (1869 - 1949)

Word count: 621

1. Chor der Toten [sung text not yet checked]

Wir Toten, wir Toten sind größere Heere
Als ihr auf der Erde, als ihr auf dem Meere!
Wir pflügten das Feld mit geduldigen Taten,
Ihr schwinget die Sicheln und schneidet die Saaten,
Und was wir vollendet und was wir begonnen,
Das füllt noch dort oben die rauschenden Bronnen,
Und all unser Lieben und Hassen und Hadern,
Das klopft noch dort oben in sterblichen Adern,
Und was wir an gültigen Sätzen gefunden,
Dran bleibt aller irdische Wandel gebunden,
Und unsere Töne, Gebilde, Gedichte
Erkämpfen den Lorbeer im strahlenden Lichte,
Wir suchen noch immer die menschlichen Ziele --
Drum ehret und opfert! Denn unser sind viele!

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2. Schnitterlied (Chor der Lebenden) [sung text not yet checked]

Wir schnitten die Saaten,
wir Buben und Dirnen,
mit nackenden Armen
und triefenden Stirnen,
von donnernden dunkeln
Gewittern bedroht.
Gerettet das Korn.
Und nicht Einer der darbe.
Von Garbe zu Garbe
ist Raum für den Tod.
Wie schwellen die Lippen
des Lebens so rot!

Hoch tronet ihr Schönen,
auf güldenen Sitzen,
in strotzenden Garben,
umflimmert von Blitzen.
Nicht Eine die darbe!
Wir bringen das Brot!
Zum Reigen! Zum Tanze!
Zur tosenden Runde!
Von Munde zu Munde
ist Raum für den Tod.
Wie schwellen die Lippen
des Lebens so rot!

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  • ENG English (Peter Palmer) , "Song of the reapers", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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3. Tanz des Lebens [sung text not yet checked]

— Tacet —

4. Chorspruch [sung text not yet checked]

Es ist ein Brunnen, der heißt Leid;
draus fließt die lautre Seligkeit.
Doch wer nur in den Brunnen schaut,
den graut.

Er sieht im tiefen Wasserschacht
sein lichtes Bild umrahmt von Nacht.
O trinke! da zerrinnt dein Bild:
Licht quillt.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Parabole", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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5. Gretchen vor der Mater dolorosa [sung text not yet checked]

Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein [Antlitz gnädig]1 meiner Noth!

Das Schwert im Herzen,
Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.

Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Noth.

Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
Weißt nur du, nur du allein!

Wohin ich immer gehe,
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin ach kaum alleine,
Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.

Die Scherben vor meinem Fenster
Bethaut' ich mit Thränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.

Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett' schon auf.

Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Noth!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Greetje's smeekgebed", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Ah, lean down, you who are full of sorrow", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Ah abaisse, Toi emplie de douleur", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Io ti prego, Dolorosa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zwölfter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1828, pages 189-190; and with Faust. Ein Fragment. in Goethe's Schriften. Siebenter Band. Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1790, pages 161-163.

1 Loewe: "gnädig Antlitz"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Fugato und Chor [sung text not yet checked]

Alles endet, was entstehet.
Alles, alles rings vergehet,
Denn die Zeit flieht, und die Sonne
Sieht, daß alles rings vergehet,
Denken, Reden, Schmerz, und Wonne;
Und die wir zu Enkeln hatten
Schwanden wie bei Tag die Schatten,
Wie ein Dunst im Windeshauch.
Menschen waren wir ja auch,
Froh und traurig, so wie ihr,
Und nun sind wir leblos hier,
Sind nur Erde, wie ihr sehet.
Alles ended, was entstehet.
Alles, alles rings vergehet.

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Based on

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  • ENG English (Knut W. Barde) , "Everything ends which comes to be", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Gerardo Garciacano Hinojosa) (Simone von Büren) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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7. Scheiden im Licht [sung text not yet checked]

Verschärfte Schmerzen foltern mein Gebein,
Doch, soll ich sterben, muß es Morgen sein!
Doch, soll ich aus der Welt von hinnen gehn,
So muß ich erst erhellte Pfade sehn!
In meine Todesschauer sei gemischt
Der Frühe Schauer, der das All erfrischt!
Verstöhnen laß mich hier im Dunkel nicht,
Befreie deinen Kämpfer, starkes Licht!
Auf deinen goldnen Schwingen trägst du Heil,
Erlege mich mit deinem ersten Pfeil!

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8. Chor der Toten [sung text not yet checked]

Wir Toten, wir Toten sind größere Heere
Als ihr auf der Erde, als ihr auf dem Meere!
Wir pflügten das Feld mit geduldigen Taten,
Ihr schwinget die Sicheln und schneidet die Saaten,
Und was wir vollendet und was wir begonnen,
Das füllt noch dort oben die rauschenden Bronnen,
Und all unser Lieben und Hassen und Hadern,
Das klopft noch dort oben in sterblichen Adern,
Und was wir an gültigen Sätzen gefunden,
Dran bleibt aller irdische Wandel gebunden,
Und unsere Töne, Gebilde, Gedichte
Erkämpfen den Lorbeer im strahlenden Lichte,
Wir suchen noch immer die menschlichen Ziele --
Drum ehret und opfert! Denn unser sind viele!

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