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Jugendlieder

Word count: 698

by Richard Georg Strauss (1864 - 1949)

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?. Laß ruh'n die Toten


Es [ragt]1 ein altes Gemäuer
Hervor aus Waldesnacht,
Wohl standen Klöster und Burgen
Einst dort in herrlicher Pracht.
 
Es liegen im kühlen Grunde
Behauene Steine gereiht;
Dort schlummern die [Frommen]2, die Starken,
Die Mächt'gen der alten Zeit.
 
Was kommst du [bei]3 nächtlicher Weile
Durchwühlen das alte Gestein?
Und [förderst herauf]4 aus den Gräbern --
Nur Staub und Totengebein.
 
Unmächtger Sohn der Stunde,
Das ist der Zeiten Lauf,
Laß ruhn, laß ruhn die Toten,
Du weckst sie mit Klagen nicht auf.


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1 Strauss: "steht"
2 Strauss: "Frauen"
3 omitted by Strauss
4 Strauss: "fordest hervor"

?. Alphorn


Ein Alphorn hör' ich schallen,
Das mich von hinnen ruft;
Tönt es aus wald'gen Hallen,
Tönt es aus blauer Luft?
Tönt es von Bergeshöhe,
[Aus]1 blumenreichem Tal?
Wo ich nur geh' und stehe,
Hör' ich's in süßer Qual.
 
Bei Spiel und frohem Reigen,
Einsam mit mir allein,
Tönt's, ohne je zu schweigen,
Tönt tief in's Herz hinein.
Noch nie hab' ich gefunden
Den Ort, woher es schallt,
Und nimmer wird gesunden
Dies Herz, bis es verhallt.


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1 In some editions of Strauss : "von"

?. Ein Röslein zog ich mir im Garten


Ein Röslein zog ich mir im Garten,
Ich hatte [meine Freude dran]1.
Ja, sprach es immer, ich bin dein,
Ich blühe nur für dich allein.

Ein Röslein zog ich mir im Garten,
[Ihm gab ich hin]2 mein ganzes Herz.
Wie konnt' ich doch so glücklich sein!
Es blühte nur für mich allein.

Ein Röslein zog ich mir im Garten,
Ein Andrer hat es abgepflückt.
Was mich erfreuet hat so sehr,
Ich find' es nun und nimmermehr.


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1 Strauss: "meine Freud daran"
2 Strauss: "Ich gab ihm hin"

?. Die Drossel


"Ich will ja nicht [zum]1 Garten gehn,
Will liegen sommerlang,
[Hört' ich die lust'ge]2 Drossel nur,
Die in dem Busche sang."
 
Man fängt dem Kind die Drossel ein,
Im Käfig sitzt sie dort,
Doch singen will sie nicht und hängt
Ihr Köpfchen immerfort.
 
Noch einmal blickt das Kind nach ihr
Mit bittendem Gesicht,
Da schlägt die Drossel schön und hell,
Da glänzt sein Aug' und bricht.


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Confirmed with Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], page 142

1 Strauss: "in"
2 Strauss: "Hör' ich die liebe"

?. Waldesgesang


Die Liebe saß als Nachtigall
im Rosenbusch und sang;
es flog der wundersüße Schall
den grünen Wald entlang.

Und wie er klang, da stieg im Kreis
aus tausend Kelchen Duft,
und alle Wipfel rauschten leis',
und leiser ging die Luft;

Die Bäche schwiegen, die noch kaum
geplätschert von den Höh'n,
die Rehlein standen wie im Traum
und lauschten dem Getön.

Und hell und immer heller floß
der Sonne Glanz herein,
um Blumen, Wald und Schlucht ergoß
sich goldig roter Schein.

Ich aber zog den Weg entlang
und hörte auch den Schall.
Ach! was seit jener Stund' ich sang,
war nur sein Widerhall.


?. Weihnachtslied


Schlaf wohl, du Himmelsknabe du,
  Schlaf wohl, du süßes Kind! 
Dich fächeln Engelein in Ruh
  Mit sanftem Himmelswind. 
Wir arme Hirten singen dir 
Ein [herzigs]1 Wiegenliedlein für.
    Schlafe! 
  [Himmelssöhnchen]2, schlafe! 

[ ... ]

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Note: this poem is found in Schubart's writings but marked as a "Geistliches Volkslied aus Schlesien", which may mean it is a folk text.
1 Loewe: "herzlich" ; K. W.: "herzig"
2 Loewe: "Himmelskindlein"
3 Loewe, K.W.: "Mutterlieb' "
4 K.W.: "weckt"
5 K.W.: "Und"

?. Wiegenlied


Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und Blumen ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still, wie die Engelein,
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.


?. Im Walde


Im Wald, im hellen Sonnenschein,
Wenn alle Knospen springen,
[Dann]1 mag ich gerne mittendrein
Eins singen.

Wie mir zu Mut in Leid und Lust,
Im Wachen und im Träumen,
Das stimm ich an aus voller Brust
Den Bäumen.

Und sie verstehen mich gar fein,
Die Blätter alle lauschen
Und fall'n am rechten Orte ein,
Mit Rauschen.

Und weiter [wandelt]2 Schall und Hall,
In Wipfeln, Fels und Büschen.
Hell schmettert auch Frau Nachtigall
Dazwischen.

Da fühlt die Brust am eignen Klang,
Sie darf sich was erkühnen,
O frische [Luft!]3 Gesang! Gesang
Im Grünen.


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1 Kjerulf: "Da"
2 Raff: "wandert"
3 Kjerulf, Raff (and probably everybody else): "Lust" (may be "Lust" in the original, but many reliable sources for the original poem give "Luft")

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     - Emily Ezust

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