Tanzlieder im Volkston für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Hugo Kahn

Word count: 858

1. Liebeswalzer [sung text not yet checked]

So viel Flocken als da flimmern
Auf dem schneebedeckten Feld,
So viel Sternlein als da schimmern
An dem blauen Himmelszelt:
So viel Träume und Gedanken
Weben um mich her und wanken --
Das ist aller Liebe Luft,
Die sich rechter Treu bewußt.

So viel Blumen als da sprießen
Um die schöne Frühlingszeit,
So viel Bächlein als da fließen
In den Thälern weit und breit:
So viel Blicke will ich senden,
So viel Thranen will ich spenden --
Das ist aller Liebe Loos,
Die da liebet hoffnungslos.

Authorship

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2. Liebessehnsucht [sung text not yet checked]

Ich muß hinaus, ich muß zu Dir,
Ich muß es selbst Dir sagen:
Du bist mein Frühling, Du nur mir
In diesen lichten Tagen.

Ich will die Rosen nicht mehr sehn,
Nicht mehr die grünen Matten;
Ich will nicht mehr zu Walde gehn
Nach Duft und Klang und Schatten.

Ich will nicht mehr der Lüfte Zug,
Nicht mehr der Wellen Rauschen,
Ich will nicht mehr der Vögel Flug
Und ihrem Liede lauschen. --

Ich will hinaus, ich will zu Dir,
Ich will es selbst Dir sagen:
Du bist mein Frühling, Du nur mir
In diesen lichten Tagen!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , no title, copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Love and Spring", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Devo uscire, andare da te", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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3. Der Zigeunerknabe [sung text not yet checked]

Fern im Süd das schöne Spanien,
Spanien ist mein Heimatland,
Wo die schattigen Kastanien
Rauschen an des Ebro Strand,
Wo die Mandeln rötlich blühen,
Wo die süße Traube winkt
Und die Rosen schöner glühen
Und das Mondlich gold'ner blinkt.

Lang schon wandr' ich mit der Laute
Traurig hier von Haus zu Haus,
Doch kein helles Auge schaute
Freundlich noch nach mir heraus.
Spärlich reicht man mir die Gaben,
Mürrisch heißet man mich gehn;
Ach den armen braunen Knaben
Will kein einziger verstehn.

Dieser Nebel drückt mich nieder,
Der die Sonne mir entfernt,
Und die alten lust'gen Lieder
Hab ich alle schon verlernt.
Ach, in alle Melodien
Schleicht der eine Klang sich ein:
In die Heimat möcht ich ziehen,
In das Land voll Sonnenschein!

Als beim letzten Erntefeste
Man den großen Reigen hielt,
Hab ich jüngst das allerbeste
Meiner Lieder aufgespielt.
Doch, wie sich die Paare schwangen
In der Abendsonne Gold,
Sind auf meine dunkeln Wangen
Heiße Tränen hingerollt.

Ach, ich dachte bei dem Tanze
An des Vaterlandes Lust,
Wo im duft'gen Mondenglanze
Freier atmet jede Brust,
Wo sich bei der Zither Tönen
Jeder Fuß beflügelt schwingt
Und der Knabe mit der Schönen
Glühend den Fandango schlingt.

Nein! des Herzens sehnend Schlagen
Länger halt ich's nicht zurück;
Will ja jeder Lust entsagen,
Laßt mir nur der Heimat Glück!
Fort zum Süden, fort nach Spanien!
In das Land voll Sonnenschein!
Unterm Schatten der Kastanien
Muß ich einst begraben sein!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Anja Bunzel) , "The Spanish zither player", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

alternate title: "Der Zigeunerbube im Norden"

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4. Ständchen [sung text not yet checked]

Könnt' ich sein der Mondenschein, 
Wär' es mir gelungen,
Durch's verschloßne Fensterlein 
Wär' ich dann gedrungen,
Hätte dir zu guter Nacht 
Einen süßen Gruß gebracht.

Jetzo muß mein Lied allein 
Durch die Fenster klingen,
Muß dir von der Liebe mein
Gute Botschast bringen,
Daß ich dir, mein Mündlein roth,
Bin getreu bis in den Tod.
 
Bleibt auch zu dein Fensterlein,
Ist dein Herz nur offen,
Will ich immer fröhlich sein,
Denn ich kann ja hoffen,
Hoffen, daß der Tag erscheint,
Der aus immer uns vereint. 

Authorship

Based on

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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Achte Auflage, mit dem Bildnisse des Dichters in Stahlstich, Zum Besten des hinterbliebenen Sohnes des Dichters, Berlin, Franz Lipperheide, 1874, pages 237-238.


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5. Mägdleins Klage [sung text not yet checked]

Sternlein, hättest du ein Herz,
Würdest du so freundlich scheinen?
Nein, du kennst ja meinen Schmerz,
Nein, du würdest mit mir weinen.

Als mein Liebster Abschied nahm,
Hatt' er Treue mir versprochen;
Als mein Liebster wiederkam,
War die Treue längst gebrochen.

Sternlein, nein, du hast kein Herz,
Immer magst du freundlich scheinen,
Nein, du kennst nicht meinen Schmerz,
Und du kannst nicht mit mir weinen.

Authorship

Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Achte Auflage, mit dem Bildnisse des Dichters in Stahlstich, Zum Besten des hinterbliebenen Sohnes des Dichters, Berlin, Franz Lipperheide, 1874, pages 252-253.


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6. Frühlingsliebe [sung text not yet checked]

Komm zum Garten, zu dem wohlbekannten,
Komm zum Rasensitz, dem oft genannten,
Wo zum Maitrank Schmetterling' und Bienen
Sind erschienen;
Komm zum Herzen Herz, komm Mund zum Munde,
Schlägt die Stunde.

Um uns sollen sich die Vögel schwingen,
Unsre Lieb und unsre Freude singen;
Streuen sollen uns die Maienlüfte
Blüt' und Düfte,
Wenn wir küssend Lieb um Liebe tauschen,
Ruhn und lauschen.

Laß mich dann an deinem Munde hangen,
Dann im Rosenschimmer deiner Wangen
Und im Spiel der Locken laß mich liegen,
Laß mich wiegen,
Laß mich dann in deine Augen sehen
Und vergehen.

Authorship

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7. Im Winter [sung text not yet checked]

Der Winter ist gekommen,
Der Schnee liegt überall.
Wann singst du endlich wieder
Im Erlenbusch und Flieder
Die alten schönen Lieder,
  Frau Nachtigall?

Wir wandern unsre Straße,
Es stürmet und es schneit.
Wie sind so kurz die Tage,
Wie ist so lang die Plage!
Wann endet unsre Klage?
  Wann unser Leid?

Doch Frühling muß es werden,
Und Frühling wird's einmal:
Die Hoffnung laßt uns hegen
Durch Reif und Schnee und Regen
Auf allen unsern Wegen
  Trotz Leid und Qual! 

Frau Nachtigall, komm, singe,
Sing' über Berg und Thal
Und grüß im Sonnenscheine
Von allen Jungfrau'n eine,
Die Herzallerliebste meine
  Viel tausendmal! 

Authorship

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8. Frühlingsmahnung [sung text not yet checked]

Heda! holla! aufgemacht! 
Weiber, Frau'n und Mädchen! 
Längst vorbei ist Mitternacht,
Öffnet schnell das Lädchen! 
Schaut heraus und seht mich an,
Bin fürwahr ein schmucker Mann,
Bin der Schwager Frühling.

Dir ein Briefchen, dir ein Lied,
Dir ein Busenbändchen,
Dir auch eins, zum Unterschied
Dran ein rothes Käntchen! 
Schaut heraus und nehmet an,
Bin fürwahr ein reicher Mann,
Bin der Schwager Frühling.

Traun, ich schick' Euch nicht April;
Nehmet hier dies Kränzchen! 
Diesen Abend in der Still 
Spiel' ich Euch ein Tänzchen,
Und zum Letzten tanz' ich dann
Mit Frau Nachtigall voran
Kehraus, ich der Frühling.

Authorship

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