Liederspiel zur Laute nach Gedichten von Dehmel und Rückert

Song Cycle by Heinrich Kaspar Schmid (1874 - 1953)

Word count: 766

1. Erntelied [sung text not yet checked]

Es steht ein goldnes Garbenfeld,
das geht bis an den Rand der Welt.
Mahle, Mühle, mahle!

Es stockt der Wind im weiten Land,
viel Mühlen stehn am Himmelsrand.
Mahle, Mühle, mahle!

Es kommt ein dunkles Abendrot,
viel arme Leute schrein nach Brot.
Mahle, Mühle, mahle!

Es hält die Nacht den Sturm im Schooß,
und morgen geht die Arbeit los.
Mahle, Mühle, mahle!

Es fegt der Sturm die Felder rein,
es wird kein Mensch mehr Hunger schrein.
Mahle, Mühle, mahle!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Harvest song", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chant des moissons", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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2. Die Getrennten [sung text not yet checked]

Nie mehr bin ich allein,
gleich bebt in mir deine Stimme:
Du, wie ist dir ums Herz?
Du, wie ist dir ums Herz?

Wie dem Schwanenpaar damals,
das wir beim Nestbau belauschten,
Beide wie Ein Herz bewegt,
Beide wie Ein Herz bewegt.

Oh, jetzt bin ich allein,
jetzt bebt in mir deine Stimme:
Du, wo bist du, mein Herz?
Oh, wo bist du, mein Herz!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Les séparés", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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3. Wiegenlied für einen Jungen [sung text not yet checked]

Schlaf, mein Küken - Racker, schlafe!
Kuck: im Spiegel stehn zwei Schafe,
bläkt ein großes, mäkt ein kleines,
und das kleine, das ist meines!
        Bengel, Bengel, brülle nicht,
        du verdammter Strampelwicht.

Still, mein süßes Engelsfüllen :
morgen schneet es Zuckerpillen,
übermorgen blanke Dreier,
nächste Woche goldne Eier,
        und der liebe Gott, der lacht,
        daß der ganze Himmel kracht.

Und du kommst und nimmst die Spenden,
säst sie aus mit Sonntagshänden,
und die Erde blüht von Farben,
und die Menschen thun's in Garben -
        Herrr, den Bengel kümmert nischt,
        was man auch für Lügen drischt!

Warte nur, du Satansrachen:
heute Nacht, du kleiner Drachen,
durch den roten Höllenbogen
kommt ein Schmetterling geflogen,
        huscht dir auf die Nase, hu,
        deckt dir beide Augen zu;

deckt die Flügel sacht zusammen,
daß du träumst von stillen Flammen,
von zwei Flammen, die sich fanden,
Hölle Himmel still verbanden - -
        so, nu schläft er; es gelang;
        Himmel Hölle, Gott sei Dank!

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4. Hüter spät und früh! [sung text not yet checked]

Stets und immer, dort und da,
Hüter spät und früh!
Wo man's Mädel gehen sah,
Warst auch du, ihr Hüter, nah,
Hüter, unbeweglich,
Hütetest du sie. 

Heut zur guten Stund' einmal,
Hüter spät und früh! 
Da ich komm' herab ins Thal, 
Hier zu suchen meine Qual, 
Hüter unerträglich,
Heut nicht hüte sie.

Morgen oder dann und wann,
Hüter spät und früh!
Wann ich selbst nicht kommen kann, 
Wann die andern kommen; dann, 
Hüter, wo dirs möglich,
Hüte zwiefach sie.

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5. Im Frühling [sung text not yet checked]

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6. Die nickende Mutter [sung text not yet checked]

Die Kinder spielen Nachts am Tisch,
Die Mutter strickt;
Der Kinder Augen blicken frisch,
Die Mutter nickt.

Die Äpfel stehn noch auf dem Tisch,
Und jeder blickt
Die Kindlein an verführerisch,
Die Mutter nickt.

Ein purpurstreif'ger, mit Gemisch
Von Gold gestickt,
Lacht einem gar zu zauberisch,
Die Mutter nickt.

Da streckt es nach dem goldnen Fisch
Die Hand geschickt,
Nehm' ich ihn? fragt es schmeichlerisch;
Die Mutter nickt.

Und eines folgt dem andern risch
Und jedes spickt
Sich seine Tasche räuberisch;
Die Mutter nickt.

Die Vögel räumen ab den Tisch,
Und alles pickt,
Und fürchtet sich vor keinem Wisch;
Die Mutter nickt.

Der Vater fragt gebieterisch,
Ob das sich schickt?
Die Knaben doch antworten frisch:
Die Mutter nickt. 

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7. Liebe im Kleinen [sung text not yet checked]

Die ganze Welt ist viel zu groß,
Sie an ein Herz zu fassen;
Dazu genugt nur Gottes Schoß,
Dem bleibt esuberlassen;
Ein Menschenherz ist viel zu klein,
Um liebend sich der Welt zu weihn.

Du mußt an eine treue Brust
[Insonders]1 hin dich neigen,
Ihr alle deine Liebeslust
Ausschließlich geben eigen;
Wer so ein Herz am Herzen halt,
Der liebt in Ihm die ganze Welt.

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8. Lockvogel [sung text not yet checked]

Es locket ein Spätzchen
Sein flattriges Schätzchen,
Mit Girren und Kirren
Und Schwirren zu sich;
Und wenn ers nicht locket,
Und wenn sichs verstocket,
So denket das Spätzchen:
Sie ist nicht für dich!

Es locket ein Bübchen
Sein schelmisches Liebchen,
Mit Sagen und Fragen
Und Klagen zu sich;
Und wenn sies nicht achtet,
Und sieht, wie er schmachtet,
So denket das Bübchen:
Sie ist nicht für mich! 

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9. All-Liebe [sung text not yet checked]

Leben und Liebe!
Was willst du mehr?
Schwellender Triebe
Das Herz nie leer.

Hell im Gefilde
Der Sonnenschein
Zittert mir milde
In's Herz hinein. 

Freud engewimmel
Und Jubellaut,
Bräutigam Himmel
Und Erde Braut. 

Alles beseelt sich,
Vermählt sich zart,
Wählt sich und zählt sich
Zu seiner Art. 

Eigene Flammen
In jeder Brust,
Dein ist zusammen
Die ganze Lust.

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10. Herbsthauch [sung text not yet checked]

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der [prangende]1 Frühling nicht trug
Werde der Herbst dir noch tragen?

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch
Immer zu schmeicheln, zu kosen,
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends zerstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

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  • ENG English (Jakob Kellner) , "Breeze of Autumn", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "Song of Autumn", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Vent d'automne", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Pfitzner: "blühende"

Researcher for this text: Jakob Kellner