You can help us modernize! The present website has been online for a very long time and we want to bring it up to date. As of April 20, we are $4,600 away from our goal of $15,000 to fund the project. The fully redesigned site will be better for mobile, easier to read and navigate, and ready for the next decade. Please give today and join dozens of other supporters in making this important renovation possible!

The LiederNet Archive
WARNING. Not all the material on this website is in the public domain.
It is illegal to copy and distribute our copyright-protected material without permission.
For more information, contact us at the following address:
licenses (AT) lieder (DOT) net

Drei Oden von Klopstock

Word count: 742

Song Cycle by Wilhelm Petersen (1890 - 1957)

Show the texts alone (bare mode).

1. Abschied [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

Go to the single-text view


Weiter hinab wallet mein Fuß, und der Stab wird 
Mir nicht allein von dem Staube, den der Weg stäubt,
Wird dem Wanderer auch von Asche 
Näherer Toter bewölkt.

Schön wird mein Blick dort es gewahr. O der Aussicht
Drüben! da strahlts von dem Frühling, der uns ewig
Blüht, und duftet, und weht. O Pfad, wo
Staub nicht, und Asche bewölkt.

Aber sondern muß ich mich, trennen mich, muß von den Freuden
Scheiden! Du bist ein tiefer bitterer Kelch!
Ach, tränk ich dich nicht bei Tropfen!
Leert ich mit einem Zuge dich aus,

Ungestüm aus! wie, wer Durst lechzt
Schnell sich erkühlt, sich erlabet an dem Labsal!
Weg vom Kelche! Gesang! [Tiefsinnig
Hatt' ich geforscht,

Zweifelnd versenkt, ernster durchdacht: (O es galt da
Täuschung nicht mit, und kein Wahn mit) Was ihn mache,
Der, zu leben! entstand, zu sterben!
Glücklich den? Ich war es, und bins!

Viel Blumen blühn in diesem heiligen Kranz. Unsterblichkeit
Ist der Blumen Eine. Der Weise durchschaut
Ihrer Wirkung Kreis. Sie scheint der Könige Loos;
Allein die werden in der Geschichte zu Mumien!

Geburtsrecht zu der Unsterblichkeit
Ist Unrecht bey der Nachwelt. So bald einst die Geschichte,
Was ihr obliegt, thut: so begräbt sie durch Schweigen, und stellt
Die Könige dann selbst nicht mehr als Mumien auf.

Sie sind nach dem Tode, was wir sind.
Bleibt ihr Name; so rettet ihn nur Verdienst,
Nicht die Krone: denn sie
Sank mit dem Haupte der sterbenden.

Voll Durstes war die heisse Seele des Jünglings
Nach der Unsterblichkeit!
Ich wacht', und ich träumte
Von der kühnen Fahrt auf der Zukunft Ozean!

Dank dir noch Einmal, mein früher Geleiter, daß du mir,
Wie furchtbar es dort sey, mein Genius, zeigtest.
Wie wies dein goldener Stab! Hochmastige, vollbesegelte
Dichterwerke,
Und dennoch gesunkene schreckten mich!

Weit hinab an dem brausenden Gestade
Lag's von der Scheiter umher.
Sie hatten sich hinaus auf die Woge gewagt, in den Sturm
gewagt;
Und waren untergegangen!

Bis zu der Schwermuth wurd' ich ernst, vertiefte mich
In den Zweck, in des Helden Würd', in den Grundton,
Den Verhalt, den Gang, strebte, geführt von der Seelenkunde,
Zu ergründen: Was des Gedichts Schönheit sey?

Flog, und schwebt' umher unter des Vaterlands Denkmaalen,
Suchte den Helden, fand ihn nicht; bis ich zuletzt
Müd' hinsank; dann wie aus Schlummer geweckt, auf Einmal
Rings um mich her wie mit Donnerflammen es strahlen sah!

Welch Anschaun war es! Denn Ihn, den als Christ, ich liebte,
Sah ich mit Einem schnellen begeisterten Blick,
Als Dichter, und empfand: Es liebe mit Innigkeit
Auch der Dichter den Göttlichen!

Erstaunt über Seine so späte Wahl, dacht' ich nur Ihn!
Vergaß selbst der gedürsteten Unsterblichkeit,
Oder sahe mit Ruh das betrümmerte Gestade,
Die Wog', und den Sturm!

Strenges Gesetz grub ich mir ein in Erzt: Erst müsse das Herz
Herscher der Bilder seyn; beginnen dürf' ich erst,
Wäre das dritte Zehend des Lebens entflohn:
Aber ich hielt es nicht aus, übertrat, und begann!

Die Erhebung der Sprache,
Ihr gewählterer Schall,
Bewegterer, edlerer Gang,
Darstellung, die innerste Kraft der Dichtkunst;

Und sie, und sie, die Religion,
Heilig sie, und erhaben,
Furchtbar, und lieblich, und groß, und hehr,
Von Gott gesandt,

Haben mein Maal errichtet. Nun stehet es da,
Und spottet der Zeit, und spottet
Ewig gewöhnter Maale,
Welche schon jetzt dem Auge, das sieht, Trümmern sind.]1


View original text (without footnotes)
1 not set by Petersen.

Submitted by Matthias Gräff-Schestag

2. Die frühen Gräber [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE

List of language codes

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De graven in de vroegte", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The early graves", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Les tombes anciennes", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


Willkommen, o silberner Mond,
Schöner, stiller [Gefährt]1 der Nacht!
Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!
Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.

Des Mayes Erwachen ist nur
Schöner noch wie die Sommernacht,
Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
Und zu dem Hügel herauf röthlich er [kömt]2.

Ihr Edleren, ach es [bewächst]3
Eure Maale schon ernstes Moos!
O, wie [war glücklich]4 ich, als ich [noch]5 mit euch
Sahe sich röthen den Tag, schimmern die Nacht.


View original text (without footnotes)

Confirmed with Klopstocks Oden. Erster Band. Leipzig bey Georg Joachim Göschen. 1798, page 223; and with Oden von Klopstock. WIEN, gedruckt bey Joh. Thomas Edlen von Trattnern, k.k. Hofdruckern und Buchhändlern. 1784, pages 207-208.

1 Schubert: "Gefährte"
2 Schubert: "kommt"
3 Hensel: "bekränzt"
4 Hensel: "glücklich war"
5 Hensel : "einst"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

3. Der Tod [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Authorship

See other settings of this text.


O Anblick der Glanznacht, Sternheere,
Wie erhebt ihr! wie entzückst du, Anschauung 
Der herrlichen Welt! Gott Schöpfer!
Wie erhaben bist du, Gott Schöpfer!

Wie freut sich des Emporschauns zum Sternheer, wer empfindet,
Wie gering er, und wer Gott, welch ein Staub er, und wer Gott,
Sein Gott ist! O sei dann, Gefühl
Der Entzückung, wenn auch ich sterbe, mit mir!

Was erschreckst du denn so, Tod, des Beladenen Schlaf?
O bewölke den Genuß himmlischer Freude nicht mehr!
Ich sink in den Staub, Gottes Saat! was schreckst 
Den Unsterblichen du, täuschender Tod?

Mit hinab, o mein Leib, denn zur Verwesung!
In ihr Tal sanken hinab die Gefallenen
Vom Beginn her! mit hinab, o mein Staub,
Zur Heerschar, die entschlief!


Submitted by Matthias Gräff-Schestag

Gentle Reminder
This website began in 1995 as a personal project, and I have been working on it full-time without a salary since 2008. Our research has never had any government or institutional funding, so if you found the information here useful, please consider making a donation. Your gift is greatly appreciated.
     - Emily Ezust

Browse imslp.org (Petrucci Music Library) for Lieder or choral works