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Fünf Schilflieder von Lenau

Word count: 253

Song Cycle by Ernst II, Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha (1818 - 1893)

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1. Drüben geht die Sonne


Drüben [geht]1 die Sonne scheiden,
Und der müde Tag entschlief.
Niederhangen hier die Weiden
In den Teich, so still, so tief.

Und ich muß mein Liebstes meiden:
Quill, o Träne, quill hervor!
Traurig säuseln hier die Weiden,
Und im Winde bebt das Rohr.

[In mein stilles, tiefes Leiden
Strahlst du, Ferne! hell und mild,
Wie durch Binsen hier und Weiden
Strahlt des Abendsternes Bild.]2


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1 Marteau: "ging"
2 Lang rearranges this stanza like so:
Wie durch Binsen hier und Weiden
Strahlt des Abendsternes Bild.
In mein stilles, tiefes Leiden
Strahlst du, Ferne! hell und mild.

2. Trübe wird's


[Trübe]1 wird's, die Wolken jagen,
Und der Regen niederbricht,
Und die lauten Winde klagen:
Teich, wo ist dein Sternenlicht?

Suchen den erloschnen Schimmer
Tief im aufgewühlten See.
Deine Liebe lächelt nimmer
Nieder in mein tiefes Weh!


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1 Riemann: "Frühe"; further changes may exist not shown above.

3. Auf geheimem Waldespfade


Auf geheimem Waldespfade
Schleich' ich gern im Abendschein
An das öde Schilfgestade,
Mädchen, und gedenke dein!

Wenn sich dann der Busch verdüstert,
Rauscht das Rohr geheimnisvoll,
Und es klaget und es flüstert,
Daß ich weinen, weinen soll.

Und ich mein', ich höre wehen
Leise deiner Stimme Klang,
Und im Weiher untergehen
Deinen lieblichen Gesang.


4. Sonnenuntergang


Sonnenuntergang;
Schwarze Wolken zieh'n,
O wie schwül und bang
Alle Winde flieh'n!

Durch den Himmel wild
Jagen Blitze bleich;
Ihr vergänglich Bild
Wandelt durch den Teich.

[Wie Gewitter klar]1
Mein' ich Dich zu seh'n,
Und dein langes Haar
Frei im Sturme weh'n!


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1 Edelmann: "Wie gewitterklar"; Végh: "O wie gewitterklar"

5. Auf dem Teich


Auf dem Teich, dem Regungslosen,
Weilt des Mondes holder Glanz,
Flechtend seine bleichen Rosen
In des Schilfes grünen Kranz.

Hirsche wandeln dort am Hügel,
Blicken [in]1 die Nacht empor;
Manchmal regt sich das Geflügel
Träumerisch im tiefen Rohr.

Weinend muß mein Blick sich senken;
Durch die tiefste Seele geht
Mir ein süßes Deingedenken,
Wie ein stilles Nachtgebet.


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1 Mendelssohn: "durch"

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