Lieder nach Verlaine, Erstes Heft

Song Cycle by (Kurt) Rudolf Mengelberg (1892 - 1959)

Word count: 285

1. Im Gefängnis  [sung text checked 1 time]

Der Himmel ist am Dache dort 
   So blau, so lind !
Der Wipfel dicht am Dache dort 
  Schaukelt im Wind. 

Die Glocke in dem Himmel dort 
  So traulich klingt, 
Ein vogel in dem Baume dort 
  Wehklagend singt. 

Mein Gott, mein Gott, die Welt liegt da 
  Schlicht, still und glatt, 
Das liebe leise Lärmen da 
  Kommt aus der Stadt. 

Was hast du getan, o Du da!
  Weinst nun voll Pein! 
Sage, wie hast Du verbracht -- o Du da !
  Die Jugend Dein?

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Herbstgesang  [sung text checked 1 time]

So dumpfen Reigen 
Die Herbstgeigen 
  Stöhnen, 
Dass sie im Herzen 
Wie dumpfe Schmerzen 
  Dröhnen. 

Gewürgt vom entsetzten 
Gewissen beim letzten 
  Schlage, 
Denk ich an meine 
Jugend und weine 
  Und klage!

Ich segle blind 
Mit bosem Wind --
  Der hat 
Sein Spiel, feldaus feldein 
Treibt er mich fort wie 
  Totes Blatt. 

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Regenlied [sung text checked 1 time]

Wie nun des Regens Gerinn
rauschend die Stadt umsingt,
fühl' ich ein Trauern, das in
meine schauernde Seele dringt.

Regen, o Regengesang,
dächer und bodenwärts,
was bist du für lieber Gesang
für ein einsames Herz!

Dein Klingen und Klagen, es klopft
auch im Herzen, das heiß
sich in Tränen zertropft
und doch seine Trauer nicht weiß.

Wer, o wer sagt mir das,
warum sich mein Herz so betrübt,
dass es stumm ohne Liebe und Hass
einem grundlosen Grame sich gibt?

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4. Winter [sung text checked 1 time]

So öde das Land,
es endet nimmer;
das Schneegeflimmer
schimmert wie Sand.

Der kupferne Himmel
gibt keinen Glanz,
der Mond tanzt am Himmel
den Totentanz.

Wie Wolkengespinste
schwanken im Grauen
die Eichen, es brauen
die Nebeldünste.

Der kupferne Himmel
gibt keinen Glanz,
der Mond tanzt am Himmel
den Totentanz.

Ihr gierigen Krähen, 
Ihr Wolfe, ihr lungernden. 
Was tat euch der hungernden 
Winde Wehen? 

So öde das Land,
es endet nimmer,
das Schneegeflimmer
schimmert wie Sand.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Abend im Park [sung text not yet checked]

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