Minnefahrt in neun Gesängen von L. Uhland [op. 14 ?]

Song Cycle by Leopold Lenz (1803 - 1862)

Word count: 765

1. So hab' ich endlich dich gerettet [sung text not yet checked]

So hab' ich endlich dich gerettet
Mir aus der Menge wilder Reih'n!
Du bist [an]1 meinen Arm gekettet,
Du bist nun mein, nun einzig mein.
Es schlummert alles diese Stunde,
Nur wir noch leben auf der Welt,
Wie in der Wasser stillem Grunde
Der Meergott seine Göttin hält.

Verrauscht ist all das rohe Tosen,
Das deine Worte mir verschlang,
Dein leises, liebevolles Kosen
Ist nun mein einz'ger süßer Klang.
Die Erde liegt in Nacht gehüllet,
Kein Licht erglänzt auf Flur und Teich;
Nur dieser Lampe Schimmer füllet
Noch unsrer Liebe kleines Reich.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Les reclus", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Loewe: "in"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Dir ist die Herrschaft [sung text not yet checked]

Dir ist die Herrschaft längst gegeben
In meinem Liede, meinem Leben,
Nur diese Nacht, o welch ein Traum!
O, laß das schwere Herz mich lösen!
Es saß ein fremd, verschleiert Wesen
Dort unter unsrer Liebe Baum.

Wie hält sie meinen Sinn gefangen!
Ich nahe mich mit süßem Bangen,
Sie aber hebt den Schleier leicht;
Da seh' ich deine lieben Augen,
Ach, deine blauen, trauten Augen,
Und jeder fremde Schein entweicht.

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3. Sie kömmt in diese stillen Gründe [sung text not yet checked]

Sie kommt in diese stillen Gründe.
Ich wag' es heut mit kühnem Mut!
Was soll ich beben vor dem Kinde,
Das niemand was zu Leide tut?

Es grüssen Alle sie so gerne,
Ich geh' vorbei und wag es nicht,
Und zu dem allerschönsten Sterne
Erheb' ich nie mein Angesicht.

Die Blumen, die nach ihr sich beugen,
Die Vögel mit dem Lust gesang,
Sie dürfen Liebe ihr bezeugen,
Warum ist mir allein so bang?

Dem Himmel hab' ich oft geklaget
In langen Nächten bitterlich
Und habe nie vor ihr gewaget
Das eine Wort: Ich liebe dich!

Ich will mich lagern unterm Baume,
Da wandelt täglich sie vorbei,
Dann will ich reden als im Traume,
Wie sie mein süßes Leben sei.

Ich will - oh weh! welch ein Schrecken!
Sie kommt heran, sie wird mich sehn!
Ich will mich in den Busch verstecken,
Da seh' ich sie vorübergehn...

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Décision", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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4. Sie war ein Kind [sung text not yet checked]

Sie war ein Kind vor wenig Tagen,
Sie ist es nicht mehr, wahrlich nein!
Bald ist die Blume aufgeschlagen,
Bald hüllt sie halb sich wieder ein.
Wen kann ich um das Wunder fragen?
Wie? Oder täuscht mich holder Schein?

Sie spricht so ganz mit Kindersinne,
So fromm ist ihrer Augen Spiel;
Doch großer Dinge werd' ich inne,
Ich schau in Tiefen ohne Ziel.
Ja! Wunder sind's der süßen Minne,
Die Minne hat der Wunder viel.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Merveille", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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5. Was streift vorbei im Dämmerlicht [sung text not yet checked]

Was streift vorbei im Dämmerlicht?
War's nicht mein holdes Kind?
Und wehten aus dem Körbchen nicht
Die Rosendüfte lind?

Ja, morgen ist das Maienfest!
O morgen welche Lust!
Wann sie sich glänzend schauen läßt,
Die Röslein an der Brust.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Veille", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, erster Band, Verlag der Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart, 1898, page 24.


Researcher for this text: Harry Joelson

6. Auf eines Berges Gipfel [sung text not yet checked]

Auf eines Berges Gipfel
Da möcht' ich mit dir stehn,
Auf Täler, Waldeswipfel
Mit dir herniedersehn;
Da möcht' ich rings dir zeigen
Die Welt im Frühlingsschein,
Und sprechen: wär's mein Eigen,
So wär' es mein und dein.
 
In meiner Seelen Tiefen,
O sähst du da hinab,
Wo alle Lieder schliefen,
Die je ein Gott mir gab!
Da würdest du erkennen:
Wenn [Echtes]1 ich erstrebt,
Und mag's auch dich nicht nennen,
Doch ist's von dir belebt.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À l'anonyme", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Uhlands Werke, Erster Teil, Gedichte, herausgegeben von Adalbert Silbermann, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., [no year], pages 41-42.

1 Lang: "Ächtes"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Ob ich die Freude nie empfunden [sung text not yet checked]

Ob ich die Freude nie empfunden?
Ob stets mein Lied so traurig klang?
O nein! ich lebte frohe Stunden,
Da war mein Leben Lustgesang.
Die milde Gegenwart der Süßen
Verklärte mir das Blumenjahr;
Was Morgenträume mir verhießen,
Das machte stets der Abend wahr.

O könnten meiner Wonne zeugen
Des Himmels und der Bäche Blau,
Die Haine mit den Blütenzweigen,
Der Garten und die lichte Au!
Die haben alles einst gesehen
Und haben alles einst gehört.
Doch ach! sie müssen traurig stehen,
Auch ihre Zier ist nun zerstört.

Du aber zeuge, meine Traute,
Du Ferne mir, du Nahe doch!
Du denkst der kindlich frohen Laute,
Du denkst der sel'gen Blicke noch.
Wir hatten uns so ganz empfunden,
Wir suchten nicht das enge Wort;
Uns floß der rasche Strom der Stunden
In freien Melodien fort.

Du schiedest hin, die Welt ward öde,
Ich stieg hinab in meine Brust;
Der Lieder sanfte Klagerede
Ist all mein Trost und meine Lust.
Was bleibt mir, als in Trauertönen
Zu singen die Vergangenheit?
Und als mich schmerzlich hinzusehnen
In neue goldne Liebeszeit?

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8. Kein' bess're Lust in dieser Zeit [sung text not yet checked]

Kein' [bess're]1 Lust in dieser Zeit,
Als durch den Wald zu dringen,
Wo Drossel singt und Habicht schreit,
Wo Hirsch' und Rehe springen.

O säss' mein Lieb' im Wipfel grün,
Tät' wie 'ne Drossel schlagen!
O spräng' es, wie ein Reh' dahin,
Daß ich es könnte jagen!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John H. Campbell) , "Hunter's song", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chant du chasseur", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Horneman: "bessere"; further changes may exist not shown above.

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9. Ich hör meinen Schatz [sung text not yet checked]

Ich hör' meinen Schatz,
Den Hammer er schwinget,
Das rauschet, das klinget,
Das dringt in die Weite,
Wie Glockengeläute,
Durch Gassen und Platz.

Am schwarzen Kamin,
Da sitzet mein Lieber,
Doch geh' ich vorüber,
Die Bälge dann sausen,
Die Flammen aufbrausen
Und lodern um ihn.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De smid", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "I hear my sweetheart", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le forgeron", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Ascolto il mio tesoro", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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