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The LiederNet Archive

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Frau Aventiure. Drei Dichtungen von J.V. von Scheffel, für 1 mittlere Singstimme mit Pianoforte

Word count: 562

Song Cycle by Friedrich August Naubert (1839 - 1897)

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1. Von Liebe und Leben scheidend [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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  Periculosa res est desperatio.
     Alter Spruch.

Nach des Waldwegs letztem Biegen 
Schau ich festgebannt und starr,
Schau nach eines Schleiers Fliegen --
Schau umsonst... was schaut der Narr?!
Läutet, Glocken, dumpfen Schalles 
Einem armen Mann zu Grab:
Hier war's, o mein Eins und Alles,
Wo ich dich verloren hab'! 

Hier war's, wo du hoch vom Rosse 
Einmal noch das Haupt gewandt,
Wo dein Aug', das dunkle große,
Mir den letzten Blitz gesandt.
Mit unsichtbaren Gewalten 
Zog es dich zu mir zurück,
Bis im Forst, im tannenalten, 
Unfreiwillig losch dein Blick.

Nur wer sehnend in der Sonne 
Untergehnde Gluten späht,
Kennt die schmerzensbittre Wonne,
Die aus solchem Blick erweht. 
War dich finden, dich verlieren 
Nicht wie kurzer Sonnenkuß? 
Auch dein Scheiden glich dem ihren,
Denn sie scheidet, weil sie muß.

Könnt' ein Zauberfluch beschwören 
Sehnender Verzweiflung Pein,
Hei! Du würdest wiederkehren,
Würdest mein sein, und ich dein! 
Götterneid und fremde Lenkung 
Reißt dich über Meer und Land,
Und mir bleibt, als letzte Schenkung,
Ach, ein Streif nur vom Gewand. 

Eine Schleife, schwarz und dunkel 
Wie der Traum, den ich geträumt, 
Nur am Rande von Gefunkel 
Goldner Fäden licht umsäumt.
Vorn zur Brust heft' ich die Litze,
Die mein Kettendolch umspielt...
Und schon fühl' ich, wie die Spitze 
Züngelnd nach dem Herzen zielt.

Sei's drum! eh' die Nacht sich endet,
Überströmt mein Blut dies Lied...
Wer von dir sich scheidend wendet,
Längst von Licht und Leben schied.
Läutet, Glocken, dumpfen Schalles 
Einem armen Mann zu Grab:
Hier war's, o mein Eins und Alles,
Wo ich dich verloren hab'! 


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Am Traunsee [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Schweigsam treibt mein morscher Einbaum,
klar und ruhig wogt der See.
Purpurwarme Abendschatten
färben der Gebirge Schnee.

Eines Eilands Klosterhallen
[dämmern aus der Flut empor]1,
Münsterglocken hör' ich schallen
und der Schwestern frommen Chor:

 Sempiterni fons amoris
 Consulatrix tristium
 Pia mater Salvatoris
 [Have]2, virgo, virginum.

Summend, singend, rein verklingend,
süß ersterbend kommt der Ton,
Luft und Welle führen schwingend
seinen letzten Hauch davon.

Und die Rechte senkt das Ruder,
im Gebet erschweigt das Herz
und mir ist, als trügen Engel
eine Seele himmelwärts!


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1 Rheinberger: "tauchen dämmerhaft empor"
2 Rheinberger: "Ave"

Submitted by Harry Joelson

3. Lang hat die Heimath mich erfreut [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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  .. ze Stiure, den burge guot...
     Kunech Luarin, v. 1235.

Lang hat die Heimat mich erfreut, 
Jetzt gehn die Wege anders,
Zum letztenmale grüß' ich heut 
Die Stadt des weißen Panthers;
Wer wie die Lerche singen will 
Und wie die Lerche fliegen,
Darf sich nicht wohlgenährt und still 
Versitzen und verliegen.

Fahr wohl, die Hort und Nest mir war,
Du gute Burg von Steier,
Gott schenk dir noch manch lustsam Jahr,
Tanz, Schall und Rosenfeier.
Fahr wohl, duftsüßer Lindengang
Zur Gastner Klosterpforte,
Wo ich in erstem Singedrang
Den Vöglein stahl die Worte.

Fahr wohl, schneeblanke Alpenpracht,
Umblitzt vom Abendstrahle!
Frischrauschend drängt die Enns mit Macht 
Den Flutenschwall zu Thale,
Und Well' um Welle raunt mir zu:
"Auf, flieh mit uns ins Weite.
Der Tapfre kennt nicht Rast noch Ruh,
Und Kraft wächst nur im Streite."

Nun will mein Schritt sich frei und frank 
Zu fremden Freunden kehren;
Ich hab' gedient, mir ward mein Dank,
Mein Abschied steht in Ehren;
Und wie mit treuem Murmeltier
Singknaben sich belasten,
Trag' ich mein hungrig Glück mit mir,
Es sitzt im Fiedelkasten.

Jetzt gilt es, Hand und Kopf gerührt 
Und zeitig auf die Beine,
Den Gürtel fest und knapp geschnürt,
Der Schnabel fern vom Weine! 
Die Zukunft dämmert ungewiß,
Ich fahr' auf neuen Straßen...
Der Strom und Wellen wandern hieß,
Der wird mich nicht verlassen.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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     - Emily Ezust

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