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Trauer und Trost. Sechs Gesänge

Word count: 530

Song Cycle by Felix (August Bernhard) Draeseke (1835 - 1913)

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1. Das kranke Kind


Die Gegend lag so helle,
Die Sonne schien so warm.
Es sonnt sich auf der Schwelle
Ein Kindlein krank und arm.

Geputzt zum Sonntag heute
Ziehn sie das Tal entlang.
Das Kind grüsst alle Leute,
Doch Niemand sagt ihm Dank.

Viel Kinder jauchzen ferne,
So schön ist's auf der Welt.
Ging auch spazieren gerne,
Doch müde stürzt's ins Feld!

Ach Vater, liebe Mutter,
Helft mir in meiner Not!
Du armes Kind, die ruhen
Ja unter'm Grase tot!

Und so im Gras' alleine,
Das kranke Kindlein blieb.
Frug keines, was es weine,
Hat jeder sein's nur lieb!

Die Abendglocken klangen
Schon durch die stille Welt.
Die Engel Gottes sangen
Und gingen über's Feld.

Und als die Nacht gekommen
Und alles das Kind verliess,
Sie haben's mitgenommen.
Nun spielt's im Paradies!


2. Das sterbende Kind


Wie [doch]1 so still dir am Herzen
Ruhet das Kind!
Weiß nicht, wie Mutterschmerzen
So herbe sind!
Auf Stirn und Lippen und Wangen
Ist schon vergangen
Das süße Rot.
Und dennoch heimlicherweise 
Lächelt es leise. --
Leise 
Küsset es der Tod!


View original text (without footnotes)
1 omitted by Wölfl; further changes may exist not shown above.

3. Auf meines Kindes Tod I


  Als ich nun zum ersten Male
Wieder durch den Garten ging,
Busch und Bächlein in dem Thale
Lustig an zu plaudern fing.

  Blumen halbverstohlen blickten
Neckend aus dem Gras heraus,
Bunte Schmetterlinge schickten
Sie sogleich auf Kundschaft aus.

  Auch der Kuckuck in den Zweigen
Fand sich bald zum Spielen ein,
Endlich brach der Baum das Schweigen:
"Warum kommst du heut allein?"

  Da ich aber schwieg, da rührt' er
Wunderbar sein dunkles Haupt,
Und ein Flüstern konnt' ich spüren
Zwischen Vöglein, Blüth' und Laub.

  Thränen in dem Grase hingen,
Durch die abendstille Rund
Klagend nun die Quellen gingen,
Und ich weint' aus Herzensgrund.


Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte. Berlin: M. Simion, 1841, pages 319 to 320.


4. Auf meines Kindes Tod II


  Freuden wollt' ich dir bereiten,
Zwischen Kämpfen, Lust und Schmerz
Wollt' ich treulich dich geleiten
Durch das Leben himmelwärts.

  Doch du hast's allein gefunden
Wo kein Vater führen kann,
Durch die ernste, dunkle Stunde
Gingst du schuldlos mir voran.

  Wie das Säuseln leiser Schwingen
Draußen über Thal und Kluft
Ging zur selben Stund' ein Singen
Ferne durch die stille Luft.

  Und so fröhlich glänzt der Morgen,
's war als ob das Singen sprach:
Jetzo lasset alle Sorgen,
Liebt ihr mich, so folgt mir nach!


Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte. Berlin: M. Simion, 1841, page 321.


5. Auf meines Kindes Tod III


  Von fern die Uhren schlagen,
Es ist schon tiefe Nacht,
Die Lampe brennt so düster,
Dein Bettlein ist gemacht.

  Die Winde nur noch gehen
Wehklagend um das Haus,
Wir sitzen einsam drinne
Und lauschen oft hinaus.

  Es ist, als müßtest leise
Du klopfen an die Thür,
Du hätt'st dich nur verirret,
Und kämst nun müd' zurück.

  Wir armen, armen Thoren!
Wir irren ja im Graus
Des Dunkels noch verloren -
Du fand'st [dich]1 längst nach Haus.


View original text (without footnotes)
Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte. Berlin: M. Simion, 1841, pages 323.

1 in the 1883 version this is "ja"

6. Mitternacht


Um Mitternacht
[Hab']1 ich gewacht
Und aufgeblickt [zum]2 Himmel;
Kein Stern [vom]3 Sterngewimmel
Hat mir gelacht
Um Mitternacht.

Um Mitternacht
Hab' ich gedacht
Hinaus in dunkle Schranken.
Es hat kein Lichtgedanken
Mir Trost gebracht
Um Mitternacht.

Um Mitternacht
Nahm ich in Acht
Die Schläge meines Herzens;
Ein einz'ger Puls [des Schmerzens]4
War angefacht
Um Mitternacht.

Um Mitternacht
Kämpft' ich die Schlacht,
O Menschheit, deiner Leiden;
Nicht konnt' ich sie entscheiden
Mit meiner Macht
Um Mitternacht.

Um Mitternacht
Hab' ich die Macht
In deine Hand gegeben!
Herr über Tod und Leben
Du hältst die Wacht
Um Mitternacht!


View original text (without footnotes)
1 Puchtler: "Bin"; further changes may exist not shown above. May be instead this text by B. Auerbach
2 Hiller: "gen"
3 Hiller: "am"
4 Hiller: "der Schmerzen"

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