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Difference(s) between text #121947 and text #14474

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11Nein - länger länger werd ich diesen Kampf nicht kämpfen,Nein, länger werd' ich diesen Kampf nicht kämpfen,
22 den Riesenkampf der Pflicht.Den Riesenkampf der Pflicht.
33Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,
44 so fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.So fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.
55
66Geschworen hab ichs, ja, ich habs geschworen,Geschworen hab ich's, ja ich hab's geschworen,
77 mich selbst zu bändigen.Mich selbst zu bändigen.
88Hier ist dein Kranz. Er sey auf ewig mir verloren,Hier ist dein Kranz, er sey auf ewig mir verloren,
99 nimm ihn zurük, und laß mich sündigen.Nimm ihn zurück und laß mich sündigen.
1010
1111Sieh, Göttin, mich zu deines Trones Stuffen,Zerrissen sey, was wir bedungen haben,
1212 wo ich noch jüngst, ein frecher Beter, lag,Sie liebt mich - deine Krone sey verscherzt.
1313Mein übereilter Eid sey widerrufen,Glückselig, wer in Wonnetrunkenheit begraben,
1414 vernichtet sey der schrekliche Vertrag,So leicht wie ich den tiefen Fall verschmerzt.
1515
1616Den du im süßen Taumel einer warmen StundeSie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
1717 vom Träumenden erzwangst,Und meinen Lenz entflohn,
1818Mit meinem heen Blut in unerlaubtem Bunde,Bewundert still mein heldenthiges Entsagen
1919 betrügerisch aus meinem Busen rangst.Und großmuthsvoll beschließt sie meinen Lohn.
2020
2121Wo sind die Feuer, die elektrisch mich durchwallten,Mistraue, schöne Seele, dieser Engelte,
2222 und wo der starkehne Talisman?Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich.
2323In jenem Wahnwiz will ich meinen Schwur dir halten,Giebt's in des Lebens unermeßlichem Gebiete
2424 worinn ich unbesonnen ihn gethan.Giebt's einen andern schönern Lohn als dich?
2525
26Zerrissen sey, was du und ich bedungen haben,
27 Sie liebt mich - deine Krone sey verscherzt.
28Glükselig, wer in Wonnetrunkenheit begraben,
29 so leicht wie ich, den tiefen Fall verschmerzt.
30
31Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen,
32 und meinen Lenz entflohn,
33Bewundert still mein heldenmütiges Entsagen
34 und großmuthsvoll beschließt sie meinen Lohn.
35
36Mistraue, schöne Seele, dieser Engelgüte!
37 Dein Mitleid waffnet zum Verbrecher mich,
38Gibts in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
39 gibts einen andern schönern Lohn - als Dich?
40
4126Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?
4227 Entsezliches Geschik!Tyrannisches Geschick!
4328Der einzge Lohn der meine Tugend krönen sollte,Der einz'ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
4429 ist meiner Tugend lezter Augenblick.Ist meiner Tugend letzter Augenblick!
45
46Des wollustreichen Giftes voll - vergessen,
47 vor wem ich zittern muß,
48Wag ich es stumm, an meinen Busen sie zu pressen,
49 auf ihren Lippen brennt mein erster Kuß,
50
51Wie schnell auf sein allmächtig glüendes Berühren,
52 wie schnell o Laura floß
53Das dünne Siegel ab von übereilten Schwüren,
54 sprang deiner Pflicht Tirannenkette los,
55
56Jezt schlug sie laut die heißerflehte Schäferstunde,
57 jezt dämmerte mein Glük -
58Erhörung zitterte auf deinem brennenden Munde,
59 Erhörung schwamm in deinem feuchten Blick,
60
61Mir schauerte vor dem so nahen Glüke,
62 und ich errang es nicht.
63Vor deiner Gottheit taumelte mein Muth zurüke,
64 ich Rasender! und ich errang es nicht!
65
66Woher diß Zittern, diß unennbare Entsezen,
67 wenn mich dein liebevoller Arm umschlang? -
68Weil dich ein Eid, den auch schon Wallungen verlezen,
69 in fremde Fesseln zwang?
70
71Weil ein Gebrauch, den die Geseze heilig prägen,
72 des Zufalls schwere Missethat geweiht?
73Nein - unerschroken troz' ich einem Bund entgegen,
74 den die erröthende Natur bereut.
75
76O zittre nicht - du hast als Sünderin geschworen,
77 ein Meineid ist der Reue fromme Pflicht.
78Das Herz war mein, das du vor dem Altar verloren,
79 Mit Menschenfreuden spielt der Himmel nicht.
80
81Zum Kampf auf die Vernichtung sey er vorgeladen,
82 an den der feierliche Spruch dich band.
83Die Vorsicht kann den überflüßgen Geist entrathen,
84 für den sie keine Seligkeit erfand.
85
86Getrennt von Dir - warum bin ich geworden?
87 Weil <i>du</i> bist, schuf mich Gott!
88Er widerrufe, oder lerne Geister morden,
89 und flüchte mich vor seines Wurmes Spott.
90
91Sanftmütigster der fühlenden Dämonen,
92 zum Wüterich verzerrt dich Menschenwahn?
93Dich solten meine Quaalen nur belonen,
94 und diesen Nero beten Geister an?
95
96Dich hätten sie als den Allguten mir gepriesen,
97 als Vater mir gemahlt?
98So wucherst du mit deinen Paradiesen?
99 Mit meinen Tränen machst du dich bezahlt?
100
101Besticht man dich mit blutendem Entsagen?
102 Durch eine Hölle nur
103Kannst du zu deinem Himmel eine Brüke schlagen?
104 Nur auf der Folter merkt dich die Natur?
105
106O <i>diesem</i> Gott laßt unsre Tempel uns verschließen,
107 kein Loblied feire ihn,
108Und keine Freudenträne soll ihm weiter fließen,
109 er hat auf immer seinen Lohn dahin!

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