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Difference(s) between text #14483 and text #122050

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11Da ihr noch die schöne Welt regieret,Da ihr noch die schöne Welt regiertet,
22An der Freude leichtem Gängelbandan der Freude leichtem Gängelband
33Selige Geschlechter noch geführet,glücklichere Menschenalter führtet,
44Schöne Wesen aus dem Fabelland!schöne Wesen aus dem Fabelland!
55Ach, da euer Wonnedienst noch glänzte,Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,
66Wie ganz anders, anders war es da!wie ganz anders, anders war es da!
77Da man deine Tempel noch bekränzte,Da man deine Tempel noch bekränzte,
88Venus Amathusia!Venus Amathusia!
99
1010Da der Dichtung zauberische HülleDa der Dichtkunst mahlerische Hülle
1111Sich noch lieblich um die Wahrheit wand -sich noch lieblich um die Wahrheit wand! -
1212Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,
1313Und was nie empfinden wird, empfand.und, was nie empfinden wird, empfand.
1414An der Liebe Busen sie zu drücken,An der Liebe Busen sie zu drücken,
1515Gab man höhern Adel der Natur,gab man höhern Adel der Natur.
1616Alles wies den eingeweihten BlickenAlles wies den eingeweyhten Blicken
1717Alles eines Gottes Spur.alles eines Gottes Spur.
1818
1919Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen,Wo jezt nur, wie unsre Weisen sagen,
2020Seelenlos ein Feuerball sich dreht,seelenlos ein Feuerball sich dreht,
2121Lenkte damals seinen gold'nen Wagenlenkte damals seinen goldnen Wagen
2222Helios in stiller Majestät.Helios in stiller Majestät.
2323Diese Höhen füllten Oreaden,Diese Höhen füllten Oroaden,
2424Eine Dryas lebt' in jenem Baum,eine Dryas starb mit jenem Baum,
2525Aus den Urnen lieblicher Najadenaus den Urnen lieblicher Najaden
2626Sprang der Ströme Silberschaum.sprang der Ströme Silberschaum.
2727
2828Jener Lorbeer wand sich einst um Hilfe,Jener Lorbeer wand sich einst um Hilfe
2929Tantals Tocher schweigt in diesem Stein,Tantals Tochter schweigt in diesem Stein,
3030Syrinx Klage tönt' aus jenem Schilfe,Syrinx Klage tönt' aus jenem Schilfe,
3131Philomelas Schmerz aus diesem Hayn.Philomelens Schmerz in diesem Hayn.
3232Jener Bach empfieng Demeters Zähre,Jener Bach empfieng Demeters Zähre,
3333Die sie um Persephonen geweint,die sie um Persephonen geweint,
3434Und von diesem Hügel rief Cythereund von diesem Hügel rief Cythere
3535Ach umsonst! dem schönen Freund.ach vergebens! ihrem schönen Freund.
3636
3737Zu Deukalions Geschlechte stiegenZu Deukalions Geschlechte stiegen
3838Damals noch die Himmlischen herab,damals noch die Himmlischen herab,
3939Pyrrhas schöne Töchter zu besiegenPyrrha's schöne Töchter zu besiegen,
4040Nahm der Läto Sohn den Hirtenstab.nahm Hyperion den Hirtenstab.
4141Zwischen Menschen, Göttern und HeroenZwischen Menschen, Göttern und Heroen
4242Knüpfte Amor einen schönen Bund,knüpfte Amor einen schönen Bund.
4343Sterbliche mit Göttern und HeroenSterbliche mit Göttern und Heroen
4444Huldigten in Amathunt.huldigten in Amathunt.
4545
4646Finstrer Ernst und trauriges EntsagenBetend an der Grazien Altären
4747War aus eurem heitern Dienst verbannt,kniete da die holde Priesterinn,
4848Glücklich sollten alle Herzen schlagen,sandte stille nsche an Cytheren
4949Denn euch war der Glückliche verwandt.und Gebde an die Charitinn.
5050Damals war nichts heilig als das Schöne,Hoher Stolz, auch droben zu gebieten,
5151Keiner Freude schmte sich der Gott,lehrte sie den gttergleichen Rang,
5252Wo die keusch errthende Kamne,und des Reizes heilgen Grtel hten,
5353Wo die Grazie gebot.der den Donn'rer selbst bezwang.
5454
55Himmlisch und unsterblich war das Feuer,
56das in Pindars stolzen Hymnen floß,
57niederströmte in Arions Leier,
58in den Stein des Phidias sich goß.
59Beßre Wesen, edlere Gestalten
60kündigten die hohe Abkunft an.
61Götter, die vom Himmel niederwallten,
62sahen hier ihn wieder aufgethan.
63
64Werther war von eines Gottes Güte
65theurer jede Gabe der Natur.
66Unter Iris schönem Bogen blühte
67reizender die perlenvolle Flur.
68Prangender erschien die Morgenröthe
69in Himerens rosigtem Gewand,
70schmelzender erklang die Flöte
71in des Hirtengottes Hand.
72
73Liebenswerther mahlte sich die Jugend,
74blühender in Ganymeda's Bild,
75heldenkühner göttlicher die Tugend
76mit Tritoniens Medusenschild.
77Sanfter war, da Hymen es noch knüpfte,
78heiliger der Herzen ew'ges Band.
79Selbst des Lebens zarter Faden schlüpfte
80weicher durch der Parzen Hand.
81
82Das Evoe muntrer Thyrsusschwinger,
83und der Panther prächtiges Gespann
84meldeten den großen Freudebringer.
85Faun und Satyr taumeln ihm voran,
86um ihn springen rasende Mänaden,
87ihre Tänze loben seinen Wein,
88und die Wangen des Bewirthers laden
89lustig zu dem Becher ein.
90
91Höher war der Gabe Werth gestiegen,
92die der Geber freundlich mit genoß,
93näher war der Schöpfer dem Vergnügen,
94das im Busen des Geschöpfes floß.
95Nennt der Meinige sich dem Verstande?
96Birgt ihn etwa der Gewölke Zelt?
97Mühsam späh' ich im Ideenlande,
98fruchtlos in der Sinnenwelt.
99
55100Eure Tempel lachten gleich Pallästen,Eure Tempel lachten gleich Pallästen,
56101Euch verherrlichte das Heldenspieleuch verherrlichte das Heldenspiel
57102An des Isthmus kronenreichen Festen,an des Isthmus kronenreichen Festen,
58103Und die Wagen donnerten zum Ziel.und die Wagen donnerten zum Ziel.
59104Schön geschlung'ne seelenvolle TänzeSchön geschlungne seelenvolle Tänze
60105Kreis'ten um den prangenden Altar,kreisten um den prangenden Altar,
61106Eure Schläfe schmückten Siegeskränze,eure Schläfe schmückten Siegeskränze,
62107Kronen euer duftend Haar.Kronen euer duftend Haar.
63108
64109Das Evoe muntrer ThyrsusschwingerSeiner Güter schenkte man das Beste,
65110Und der Panther prächtiges Gespannseiner Lämmer liebstes gab der Hirt,
66111Meldeten den großen Freudebringer,und der Freudetaumel seiner Gäste
67112Faun und Satyr taumeln ihm voran,lohnte dem erhabnen Wirth.
68113Um ihn springen rasende Mänaden,Wohin tret ich? Diese traurge Stille
69114Ihre Tnze loben seinen Wein,kndigt sie mir meinen Schöpfer an?
70115Und des Wirthes braune Wangen ladenFinster, wie er selbst, ist seine lle,
71116Lustig zu dem Becher ein.mein Entsagen - was ihn feiern kann.
72117
73118Damals trat kein gräßliches GerippeDamals trat kein gräßliches Gerippe
74119Vor das Bett des Sterbenden. Ein Kußvor das Bett des Sterbenden. Ein Kuß
75120Nahm das letzte Leben von der Lippe,nahm das lezte Leben von der Lippe,
76121Seine Fackel senkt' ein Genius.still und traurig senkt' ein Genius
122seine Fackel. Schöne lichte Bilder
123scherzten auch um die Nothwendigkeit,
124und das ernste Schicksal blickte milder
125durch den Schleyer sanfter Menschlichkeit.
126
127Nach der Geister schrecklichen Gesetzen
128richtete kein heiliger Barbar,
129dessen Auge Thränen nie benetzen,
130zarte Wesen, die ein Weib gebahr.
77131Selbst des Orkus strenge RichterwaageSelbst des Orkus strenge Richterwaage
78132Hielt der Enkel einer Sterblichen,hielt der Enkel einer Sterblichen,
79133Und des Thrakers seelenvolle Klageund des Thrakers seelenvolle Klage
80134Rührten die Erinnyen.rührte die Erinnyen.
81135
82136Seine Freuden traf der frohe SchattenSeine Freuden traf der frohe Schatten
83137In Elysiens Haynen wieder an,in Elysiens Haynen wieder an;
84138Treue Liebe fand den treuen GattenTreue Liebe fand den treuen Gatten
85139Und der Wagenlenker seine Bahn,und der Wagenlenker seine Bahn;
86140Linus Spiel tönt die gewohnten Lieder,Orpheus Spiel tönt die gewohnten Lieder,
87141In Alcestens Arme sinkt Admet,in Alcestens Arme sinkt Admet,
88142Seinen Freund erkennt Orestes wieder,seinen Freund erkennt Orestes wieder
89143Seine Pfeile Philoktet.seine Waffen Philoktet.
90144
145Aber ohne Wiederkehr verloren
146bleibt, was ich auf dieser Welt verließ,
147jede Wonne hab ich abgeschworen,
148alle Bande die ich selig prieß.
149Fremde, nie verstandene Entzücken
150schaudern mich aus jenen Welten an,
151und für Freuden, die mich jetzt beglücken,
152tauscht' ich neue, die ich missen kann.
153
91154Höh're Preise stärkten da den RingerHöh're Preise stärkten da den Ringer
92155Auf der Tugend arbeitsvoller Bahn,auf der Tugend arbeitvoller Bahn:
93156Großer Thaten herrliche VollbringerGroßer Thaten herrliche Vollbringer
94157Klimmten zu den Seligen hinan.klimmten zu den Seligen hinan;
95158Vor dem Wiederfoderer der TodtenVor dem Wiederforderer der Todten
96159Neigte sich der Götter stille Schaar,neigte sich der Götter stille Schaar.
97160Durch die Fluten leuchtet dem PilotenDurch die Fluthen leuchtet dem Piloten
98161Vom Olymp das Zwillingspaar.vom Olymp das Zwillingspaar.
99162
100163Schöne Welt, wo bist du? Kehre wiederSchöne Welt, wo bist du? - Kehre wieder,
101164Holdes Blüthenalter der Natur!holdes Blüthenalter der Natur!
102165Ach, nur in dem Feenland der LiederAch! nur in dem Feenland der Lieder
103166Lebt noch deine fabelhafte Spur.lebt noch deine goldne Spur.
104167Ausgestorben trauert das Gefilde,Ausgestorben trauert das Gefilde,
105168Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick,keine Gottheit zeigt sich meinem Blik,
106169Ach, von jenem lebenwarmen BildeAch! von jenem lebenwarmen Bilde
107170Blieb der Schatten nur zurück.blieb nur das Gerippe mir zurück.
108171
109172Alle jene Blüthen sind gefallenAlle jene Blüthen sind gefallen
110173Von des Nordes schauerlichem Weh'n,von des Nordes winterlichem Wehn.
111174Einen zu bereichern unter allenEinen zu bereichern, unter allen,
112175Mußte diese Götterwelt vergehn.mußte diese Götterwelt vergehn.
113176Traurig such' ich an dem Sternenbogen,Traurig such ich an dem Sternenbogen,
114177Dich Selene find' ich dort nicht mehr,dich, Selene, find ich dort nicht mehr;
115178Durch die Wälter ruf' ich, durch die Wogen,Durch die Wälder ruf ich, durch die Wogen,
116179Ach! sie wiederhallen leer!ach! sie wiederhallen leer!
117180
118181Unbewußt der Freuden, die sie schenket,Unbewußt der Freuden, die sie schenket,
119182Nie entzückt von ihrer Herrlichkeit,nie entzückt von ihrer Treflichkeit,
120183Nie gewahr des Geistes, der sie lenket,nie gewahr des Armes, der sie lenket,
121184Sel'ger nie durch meine Seligkeit,reicher nie durch meine Dankbarkeit,
122185Fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre,fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre,
123186Gleich dem todten Schlag der Pendeluhr,gleich dem todten Schlag der Pendeluhr,
124187Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schweredient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere
125188Die entgötterte Natur.die entgötterte Natur!
126189
127190Morgen wieder neu sich zu entbinden,Morgen wieder neu sich zu entbinden,
128191Wühlt sie heute sich ihr eig'nes Grab,wühlt sie heute sich ihr eignes Grab,
129192Und an ewig gleicher Spindel windenund an ewig gleicher Spindel winden
130193Sich von selbst die Monde auf und ab.sich von selbst die Monde auf und ab.
131194Müßig kehrten zu dem DichterlandeMüßig kehrten zu dem Dichterlande
132195Heim die Götter, unnütz einer Welt,heim die Götter, unnütz einer Welt
133196Die, entwachsen ihrem Gängelbande,die, entwachsen ihrem Gängelbande,
134197Sich durch eig'nes Schweben hält.sich durch eignes Schweben hält.
135198
136199Ja sie kehrten heim und alles SchöneFreundlos, ohne Bruder, ohne Gleichen,
137200Alles Hohe nahmen sie mit fort,keiner Göttinn, keiner Ird'schen Sohn,
138201Alle Farben, alle Lebenstöne,Herrscht ein Andrer in des Aethers Reichen
139202Und uns blieb nur das entseelte Wort.auf Saturnus umgestürztem Thron.
140203Aus der Zeitfluth weggerissen schwebenSelig, eh sich Wesen um ihn freuten,
141204Sie gerettet auf des Pindus Höhn,selig im entvölkerten Gefild,
142205Was unsterblich im Gesang soll lebensieht er in dem langen Strom der Zeiten
143206Muß im Leben untergehn.ewig nur - sein eignes Bild.
207
208Bürger des Olymps konnt' ich erreichen,
209jenem Gotte, den sein Marmor preißt,
210konnte einst der hohe Bildner gleichen;
211Was ist neben Dir der höchste Geist
212derer, welche Sterbliche gebohren?
213Nur der Würmer Erster, Edelster.
214Da die Götter menschlicher noch waren,
215waren Menschen göttlicher.
216
217Dessen Stralen mich darnieder schlagen,
218Werk und Schöpfer des Verstandes! dir
219nach zu ringen, gib mir Flügel, Waagen
220dich zu wägen - oder nimm von mir
221nimm die ernste strenge Göttin wieder,
222die den Spiegel blendend vor mir hält;
223Ihre sanft're Schwester sende nieder,
224spare jene für die andre Welt.

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