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Schwerdtlied

Language: German (Deutsch)

Du Schwerdt an meiner Linken,
Was soll dein heitres Blinken?
Schaust mich so freundlich an,
Hab' meine Freude d'ran.
   Hurrah, mit den Schwerdtern geklirrt!

"Mich trägt ein wackrer Reiter,
Drum bleib ich auch so heiter,
Bin freien Mannes Wehr, -
Das freut den Schwerdte sehr."

Du gutes Schwerdt, froh bin ich
Und liebe dich herzinnig
Als wärst du mir getraut
Als meine liebe Braut.

"Dir hab ich's ja ergeben
Mein leichtes Eisenleben;
Ach wären wir getraut!
Wann holst du deine Braut?"

Zur Brautnachtsmorgenröthe
Ruft festlich die Trompete;
Wenn die Kanonen schrei'n
Hol ich das Liebchen mein.

"O seliges Umfangen!
Ich harre mit Verlangen.
Komm Bräutigam hole mich
Mein Kränzchen bleibt für dich."

Was klirrst du in der Scheide,
Du helle Eisenfreude,
So wild, so schlachtenfroh?
Mein Schwerdt was klirrst du so?

"Wohl klirr ich in der Scheide,
Ich sehne mich zum Streite
Recht wild und schlachtenfroh;
Drum Reiter, klirr ich so."

Bleib' doch im engen Stübchen. -
Wo willst du hin, mein Liebchen?
Bleib still im Kämmerlein,
Bleib, bald hol ich dich ein.

"Laß mich nicht lange warten,
O schöner Liebesgarten
Voll Röslein blutigroth
Und aufgeblühten Tod."

So komm denn aus der Scheide,
Du Reiters Augenweide!
Heraus mein Schwerdt heraus!
Führ' dich ins Sterbehaus.

"Ach herrlich ist's im Freien
Im rüst'gen Hochzeitreihen!
Wie glimmt im Sonnenstrahl
So bräutlich hell der Stahl."

Wohlauf, ihr tapfern Streiter!
Wohlauf ihr deutschen Reiter!
Wird euch das Herz nicht warm?
Nehmts Liebchen in den Arm!

Laßt erst es in der Linken
Nur ganz verstohlen blinken;
Doch an die Rechte traut
Dann sichtbarlich die Braut.

Nun drück' den liebeheisen
Bräutlichen Mund von Eisen
An deine Lippen fest -
Fluch, wer die Braut verläßt!

Frisch, laß das Liebchen singen,
Daß helle Funken springen! -
Der Hochzeitsmorgen graut -
Hurrah, du Eisenbraut!


Confirmed with Zwölf freie deutsche Gedichte von Theodor Körner Nebst einem Anhang. 1813, pages 50-54.

This is the first edition (Leipzig, im November 1813), and differs in some ways from the version published 1814 in "Leyer und Schwerdt", edited by the poet's father.


Submitted by Peter Rastl [Guest Editor]

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

    [ None yet in the database ]

Set in a modified version by Franz Peter Schubert, Carl Maria von Weber.


Text added to the website: 2017-05-20.
Last modified: 2017-05-20 08:57:45
Line count: 65
Word count: 294

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     - Emily Ezust

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