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Die Entzückung an Laura

Language: German (Deutsch)

Laura! Welt und Himmel weggeronnen
Wähn ich - mich in Himmelmaienlicht zu sonnen
  Wenn dein Blik in meine Blike flimmt.
Aetherlüfte träum' ich einzusaugen,
Wenn mein Bild in deiner sanften Augen
  Himmelblauem Spiegel schwimmt.

Leierklang aus Paradieses Fernen,
Harfenschwung aus angenehmern Sternen,
  Ras' ich in mein trunken Ohr zu ziehn.
Meine Muse fühlt die Schäferstunde,
Wenn von deinem wollustvollem Munde
  Silbertöne ungern fliehn.

Amoretten seh ich Flügel schwingen,
Hinter dir die trunknen Fichten springen
  Wie von Orpheus Saitenruf belebt.
Rascher rollen um mich her die Pole,
Wenn im Wirbeltanze deine Sole
  Flüchtig wie die Welle schwebt.

Deine Blike - wenn sie Liebe lächeln,
Könnten Leben durch den Marmor fächeln,
  Felsenadern Pulse leyhn.
Träume werden um mich her zu Wesen,
Kann ich nur in deinen Augen lesen:
  Laura! Laura! Mein!

Wann nun, wie, gehoben aus den Achsen
Zwei Gestirn', in Körper Körper wachsen,
  Mund an Mund gewurzelt brennt.
Wollustfunken aus den Augen regnen,
Seelen wie entbunden sich begegnen
  In des Athems Flammenwind.

Eine Pause drohet hier den Sinnen
Schwarzes Dunkel jagt den Tag von hinnen,
  Lagert sich um den gefangnen Blik.
Leises Murmeln - dumpfer hin verloren -
Stirbt allmählig in den trunknen Ohren,
  Und die Welt tritt in ihr Nichts zurük.

Ha! daß izt der Flügel Chronos harrte,
Hingebannt ob dieser Gruppe starrte,
  Wie ein Marmorbild - die Zeit! -
Aber ach! - ins Meer des Todes jagen
Wellen Wellen - über dieser Wonne schlagen
  Schon die Strudel der Vergessenheit.


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Submitted by Peter Rastl

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Set in a modified version by Siegfried Langgaard, Johann Friedrich Reichardt, Franz Peter Schubert.


Text added to the website: 2017-07-31.
Last modified: 2017-07-31 15:34:13
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