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The LiederNet Archive

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Hinauf! hinauf!

Language: German (Deutsch)

"Hinauf! hinauf!
In Sprung und Lauf!
Wo die Luft so leicht, wo die Sonne so klar,
Nur die Gemse springt, nur horstet der Aar;
Wo das Menschengewühl zu Füßen mir rollt,
Wo das Donnergebrüll tief unten grollt:
[Das]1 ist der Ort, wo die Majestät
Sich herrlich den Herrscherthron erhöht!
Die steile Bahn
Hinan! hinan!
Dort pfeifet die Gemse! Ha springe nur vor;
Nachsetzt der Jäger, und fliegt empor!
 
"Gähnt auch die Kluft
Schwarz wie die Gruft;
Nur hinüber, hinüber im leichten Schwung!
Wer [setzet]2 mir nach? ['S war]3 ein Kaiser-Sprung!
Klimm Gemse nur auf die Felsenwand!
In die luftige Höh, an des Abgrunds Rand,
Mach ich mit Eisen mir doch die Bahn.
Nur muthig hinauf, und muthig hinan!
Jetzt ohne Rast
Den Strauch [erfaßt]4!
Wenn tückisch der Zweig vom Gesteine läßt,
So hält mich im [Fall]5 die Klippe noch fest."
 
Der Stein nicht hält,
Der Kaiser fällt
In die Tiefen hinab zwey Klafter lang;
Da ward [Herrn Maxen doch gleichsam]6 bang.
Ein Felsen hervor ein wenig ragt,
Das [nennet]7 er Glück - Gott sey's geklagt!
Einbrachen die [Kniee]8, doch blieb er steh'n,
Und taumelt sich aus; da mußt er nun seh'n:
Hier [half]9 kein Sprung
Kein Adlerschwung;
Denn unter ihm senkt sich die Martinswand:
Der [steileste]10 Felsen im ganzen Land.
 
Er starrt hinab
In's Wolkengrab,
[Und]11 starrt hinauf in's Wolkenmeer,
Und [schaut]12 zurück und [schaut]12 umher.
Da zeigt sich kein Fleck zum Sprung handbreit,
Kein Strauch, der den Zweig dem [Klimmer]13 beut,
Aus hartem Felsen wölbt sich ein Loch
Schroff hinter ihm, wie ein Dom so hoch!
Der Kaiser ruft
In taube Luft:
"Ey doch wie hat mich die Gemse verführt!
Kein Weg zu den Lebenden niederführt."
 
[Er war's gewillt,
Es ist erfüllt!]14
Wo die Luft so leicht, wo die Sonne so klar,
Wo die Gemse nur springt, nur horstet der Aar,
Wo das Menschengewühl zu Füßen ihm rollt;
Wo das Donnergebrüll tief unten grollt;
Da steht des Kaisers Majestät,
[Doch nicht zur Wonne hoch]15 erhöht.
Ein Jammersohn
Auf [luft'gem]16 Thron,
[Findet sich Max nun]17 plötzlich allein,
Und [fühlt]18 sich [schaudernd]19, verlassen und klein.
 
Im Thalesgrund
Ein Hirte stund,
Und sieht auf der Platte sich's regen,
Und bücken und heben und schreitend bewegen.
"Den bannt wohl hinauf des Satans Gewalt?
Das ist bey Gott eine Menschengestalt!"
So ruft er, und [winkt]20 die Hirten herbey,
[Daß Jeder ihm staunend das Wunder zeih!]21
"Gott sey mit ihm!"
[Ist's]22 eine Stimm':
"Der stehet dort oben in großer Noth,
Muß arg wohl erleiden den Hungertod."
 
Auf leichtem Roß
Ein Jägertroß
Kommt nun das Thal hereingesprengt,
Wo sich die Menge schon gaffend drängt,
Und rufet den nächsten Hirten an:
"Nahm wohl der Kaiser anher die Bahn?
Hoch auf den Alpen klomm er empor,
Daß ihn des Jägers Blick verlor."
Der Hirte blickt
Auf die Wand, erschrickt,
Hindeutend sagt er zum Jägerschwarm:
"Dann schaut ihn dort oben! daß Gott erbarm!"
 
Der Jäger blickt
Auf die Wand, erschrickt,
Und hebet nun schnell sein Sprecherrohr,
Und [ruft]23, was Menschenbrust mag, empor.
"Herr Kaiser, seyd ihr's, der steht in der Blend,
So werft herab einen Stein behend!"
Und vorwärts nun woget das Menschengewühl,
Und plötzlich [ward es nun]24 todtenstill.
[Da]25 fällt der Stein,
Senkrecht hinein,
Wo unter dem Felsen ein Hüter wacht,
Daß zerschmettert das Dach zusammenkracht.
 
Des [Volks]26 Geheul',
Auf eine Meil
Im ganzen Umkreis zu hören,
Macht rings das Echo empören.
Und zum Kaiser auf dringet der Jammerlaut,
Der kaum mehr menschlicher Hülfe vertraut.
Er spannet das Aug', er strecket das Ohr:
"Was wühlet dort unten? Was rauscht empor?"
Er sieht und lauscht;
Fort wühlt's und rauscht -
So harret er aus, [ohn]27 Murren und Klag,
Der edle Herr bis zu Mittag.
 
Doch Sonnenbrand,
Die Felsenwand
Zurück mit glühenden Strahlen prallt;
Da wird unleidlich der Hitze Gewalt.
Erschöpft von [der mattenden]28 Gemsenjagd,
Von Durst gequält, von dem Hunger geplagt,
[Fühlet sich Max ganz]29 matt und schwach; -
War's Wunder, daß endlich die Kraft ihm brach?
Das wünscht er allein:
Gewiß zu seyn;
Eh' die Besinnung ihm verfließt,
Ob Hülfe bey Menschen noch möglich ist?
 
Bald wußt' er Rath,
Und schritt zur That,
Und schrieb mit Stiften auf Pergament
Die Frag' ans Volk, und wickelt behend
Mit goldenem Bande das Täfelein
Auf einen [gewicht'gen]30 [Marmorstein]31,
Ließ fallen die Last in die Tiefe hinab; -
Und horcht - kein Laut, der ihm Antwort gab.
Ach Gott und Herr!
Man liebt ihn so sehr
Drum findet vom Volke sich niemand ein,
Dem Herrn ein Bothe des Todes zu seyn.
 
Der Kaiser wie hart
Auf Antwort harrt,
Und sendet den dritten und vierten Stein,
Doch immer wollt' es vergeblich seyn.
Bis schon am Himmel die Sonne sich senkt,
Und nun erseufzend der Herr sich denkt:
"Wär' Hülfe möglich, sie riefen es mir,
So harr' ich nun sichrer des [Tod's]32 allhier."
Da hob sein Sinn
Zu Gott sich hin;
Ihm [entflammet]33 das Herz der heilige Geist,
Daß er sich schnell von dem Irdischen reißt;
 
Wegstoßt die Welt,
Zum [Ew'gen]34 hält!
Jetzt [wieder ein Täflein nimmt]35 zur Hand,
Beschreibt es eifrig. - Weil fehlte das Band,
So band er's am Stein mit dem goldenen Vließ;
Was sollt's ihm? Er war ja des Todes gewiß!
Und aus dem [erhöheten]36 luftigen Grab
Wirft er den Stein in das Leben hinab.
Wohl peinlicher Schmerz,
Durchwühlet das Herz
Jedem, der nun, was der Kaiser begehrt,
Weinend vom weinenden Leser hört.
 
Der Leser rief:
"So heißt der Brief.
Viel Dank Tyrol für deine Lieb,
Die treu in jeder Noth mir blieb.
Doch Gott versucht ich mit Übermuth,
Das soll ich nun büßen durch Leib und Blut.
Bey Menschen ist keine Rettung mehr;
[Gott's]37 Wille geschehe! Gerecht ist der Herr!
Will büßen die Schuld,
Mit Muth und Geduld.
Mit einem wohl könnt ihr mein Herz erfreu'n,
Ich will euch den Dank im Tode noch weih'n.
 
"[Nach Zierlein eilt
Nun unverweilt]38
Ein Both' um das heilige Sacrament,
Nach dem mir dürstend die Seele brennt.
Und wenn der Priester steht am Fluß,
So kündet's mir Schützen durch einen Schuß.
Und wenn ich den Segen nun soll empfahn,
So deut' es ein zweyter mir wieder an.
Sehr bitt' ich euch
Fleht dann zugleich
Mit mir zum Helfer in aller Noth,
Daß er mich stärk' in dem Hungertod."
 
Der Bothe fleugt;
Der Priester keucht
Nun schon herbey, nun steht er am Fluß,
Schnell kündet's dem Kaiser [der Schützen]39 Schuß.
Der schauet hinab, erblickt die Monstranz,
Denn blitzend [erglänzt]40 ihr Demantkranz.
Und wirft sich vor ihr auf die Kniee hin,
Mit zerknirschtem Herzen, mit gläubigem Sinn.
Die Menschheit ringt,
Und siegt, und schwingt
Auf entfesselten Flügeln empor sich schnell
Zu der ewigen Liebe hochheiligem Quell!
 
Und o wie fleht
Sein heißes Gebeth!
"O Gott, du Vater allmächtig am Himmelsthron,
Du Lieb' aus Lieb' entquollener Gottessohn,
Und du hochheiliger Gottesgeist,
Der beyde vereint, das Heil uns weis't;
O Gott, deß [Lieb']41 auf jeder Spur
Verkündet laut die weite Natur!
O tauchte sich schnell
Im Liebesquell
Mein liebender Geist, umfaßte die Welt,
Die liebend am Herzen dein Arm erhält.
 
"Vor meinem Tod,
Dein Himmelsbrot,
Wünsch ich Unwürdiger, o wie sehr!
O sieh auf mich erbarmend her!
O Christus Lieb' tritt bey mir ein,
Und führ' mich zurück in der [Gläub'gen]42 Verein,
Die deine [Lieb']41 so feurig beseelt,
Daß eines sie werden mit Gott und Welt.
Und weil ich nicht werth,
Was ich begehrt,
Ein [einzig]43 Wort aus deinem Mund
Macht deinen Knecht auch wieder gesund."
 
So will er im Fleh'n
Vor Liebe vergeh'n.
Da kündet ein zweyter Schuß ihm an,
Daß er den Segen nun soll empfahn.
Der Herr sogleich auf Felsengrund,
Wirft sich die Stirn' und die Hände wund.
Und der Jäger mit lautem Sprecherrohr
Sagt ihm des Priesters Worte vor:
"Dich [segnet]44 Gott,
In deiner Noth,
Der Vater, der Sohn, und der Heilige Geist,
Den Himmel und Erd' [ohn']27 Ende preißt."
 
Nun allzumahl
Im ganzen Thal
Das Volk auf den [Knien]45 harrt im Gebeth,
Und laut für das Heil des Herren fleht.
Den Kaiser rührt's, der Bethenden Schall
Bringt ihm zu Ohren der Wiederhall.
Auch er bleibt knieen im Gebeth,
Und Gott für das Wohl der Völker fleht,
Schon flammt der Mond
Am Horizont,
Und herrlich das grünliche Firmament
Von funkelnden Sternenheeren brennt.
 
Des Himmels Pracht
[Erweckt]46 mit Macht
Die Sehnsucht zum himmlischen Vaterland,
Ihm löset sich jedes irdische Band.
Wo der Seraphim Harfe Jubel erklingt,
Der Seligen Chor das Heilig singt,
Wo das Leiden schweigt, die Begierde sich bricht,
Zur ewigen Liebe, zum ewigen Licht,
Dahin, dahin
Schwingt sich sein Sinn,
Und mit hoch [empor gehobenen]47 Händen
Denkt er entfliehend sein Elend zu enden;
 
Als schlank und fein
Ein Bäuerlein,
Wie der Blitz ihn blendend, [nun]3 vor ihm stund,
Und grüßt ihn mit lieblich ertönendem Mund:
"Herr Max, zum Sterben hat's wohl noch Zeit,
Doch folget mir schnell. Der Weg ist weit."
Der Kaiser entsetzt sich ob dem Gesicht,
Und trauet den Augen und Ohren nicht.
Und wie er schaut,
Ihm heimlich graut;
Denn es wall't [um den]48 Knaben gar sonderlich
Ein dämmernder Schein, der nichts Irdischem glich.
 
Doch der Kaiser in Hast
Sich wieder faßt,
Und fragt das Knäblein: "Wer bist du? - Sprich!"
"Ein Bothe, gesandt um zu retten dich."
"Wer zeigte dir an zur Klippe den Weg?"
"Wohl kenn' ich den Berg und jeglichen Steg."
"So hat dich der Himmel zu mir geschickt?"
"Wohl hat er dein reuiges Herz erblickt."
Drauf es sich dreht,
Zur Höhlung geht,
Und gleitet nun leicht durch den Riß in die Wand,
Den vorher sein forschendes Auge nicht fand.
 
Durch den Riß gebückt,
Der Kaiser sich drückt;
Sieh da hüpfet das Knäblein leuchtend voran,
Durch steile Schluchten tief ab die Bahn.
Wo funkelnd das Erz an den Wänden glimmt
In der Tiefe der Schwaden aufblitzend schwimmt,
Am Gewölb ertönt der Schritte Hall,
Fern donnert des Bergstroms brausender Fall,
Tiefer noch ab,
Meilen hinab:
Da gleitet das Knäblein in eine Schlucht,
Die Fackel erlosch. - Mit den Händen bange nun sucht
 
Max sich den Weg hinvor,
Und dringt empor;
Und schaut aufathmend der Sterne Licht,
Und sucht den Knaben - und findet ihn nicht.
Da faßt ihn ein Schauer. Nicht hat er geirrt.
Wohl war es ein Engel, der ihn geführt.
Und schon erkennt er Zierleins Thal,
Hört brausen der Menge verworrenen Schall.
Mit bebendem Tritt
Er weiter schritt,
Wie oft, ermattet, er weilen muß,
Bis er naht dem weit erglänzenden Fluß.
 
Noch stand er weit,
Doch hocherfreut
Schaut er den Priester bey Fackelglanz
Stehn, unermüdlich [mit]49 der Monstranz.
Und noch die [treuen]50 Gemeinden knien,
Und heiß im Gebethe für ihn glüh'n.
Sein Auge ward naß, sein Herz hoch schwoll,
- ['S]51 war ja von tausend Gefühlen voll.
Schnell tritt er [vor]52,
Ruft laut empor:
„Lobet den Herrn und seine Macht!
Seht mich hat sein Engel zurück gebracht."


Translation(s): CAT

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Confirmed with Gedichte von H. J. v. Collin. Wien, 1812. Gedruckt und im Verlage bey Anton Strauß, pages 186-199; with Heinrich J. v. Collin's sämmtliche Werke. Vierter Band. Epische und lyrische Gedichte. Wien, 1813. Gedruckt und im Verlage bey Anton Strauß, pages 80-93; and with Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst. Erster Jahrgang, 1810. Wien, gedruckt und im Verlage bey Anton Strauß. Montag den 8. und Mittwoch den 10. Januar 1810. Nr. 4 und 5, pages 19-21.

Note: Only Schubert's autograph of the piano accompaniment has been preserved, the vocal part (on a separate sheet) is lost. It had to be reconstructed from Ferdinand Schubert's adaption for vocal duet. Presumably, the numerous small textual modifications originate from him.

1 Schubert: "Da"
2 Schubert: "setzt"
3 omitted by Schubert
4 Schubert: "gefaßt"
5 Schubert: "Falle"
6 Schubert: "dem Kühnen doch etwas"
7 Schubert: "nennt"
8 Schubert: "Knie"
9 Schubert: "helfe"
10 Schubert: "steilste"
11 Schubert: "Er"
12 Schubert: "schauet"
13 Schubert: "Klimmenden"
14 Schubert: "So ist es geschehn, / Es mußte so gehn."
15 Schubert: "So hoch, doch nicht zur Wonne"
16 Schubert: "luftigem"
17 Schubert: "Es findet der Hohe sich"
18 Schubert: "fühlet"
19 Schubert: "schauernd"
20 Schubert: "winket"
21 Schubert: "Und jeder staunt, welch Wunder es sei."
22 Schubert: "Ist"
23 Schubert: "rufet"
24 Schubert: "war es"
25 Schubert: "So"
26 Schubert: "Volkes"
27 Schubert: "ohne"
28 Schubert: "ermüdender"
29 Schubert: "Fühlt sich der Kaiser"
30 Schubert: "gewichtigen"
31 Collin (1810 print): "Granitstein"
32 Schubert: "Todes"
33 Schubert: "entflammt"
34 Schubert: "Ewigen"
35 Schubert: "nimmt er ein Täflein wieder"
36 Schubert: "erhöhten"
37 Schubert: "Gottes"
38 Schubert: "Daß unverweilt / Nach Zierlein eilt"
39 Schubert: "an ein"
40 Schubert: "erglänzet"
41 Schubert: "Liebe"
42 Schubert: "Frommen"
43 Schubert: "einziges"
44 Schubert: "segne"
45 Schubert: "Knieen"
46 Schubert: "Erwecket"
47 Schubert: "emporgehobenen"
48 Schubert: "an dem"
49 Schubert: "bei"
50 Schubert: "getreuen"
51 Schubert: "Es"
52 Schubert: "hervor"

Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor] and Peter Rastl [Guest Editor]

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission


Text added to the website: 2016-06-03 00:00:00.

Last modified: 2018-12-08 14:14:02

Line count: 312
Word count: 1772

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     - Emily Ezust

“Amunt! Amunt!

Language: Catalan (Català) after the German (Deutsch)

“Amunt! Amunt!
En salts i corregudes!
On l’aire és tan lleuger, on el sol és tan clar,
on només salta l’isard, on només fa niu l’àguila;
on el rebombori de la gent ressona sota els meus peus,
on l’espetec del tro retruny a baix al fons:
allà és el lloc on la majestat
s’enlaira magnífica al tron del sobirà!
El camí és rost,
cap dalt! cap dalt!
Allà xiula l’isard! Allà salta endavant;
el caçador l’encalça i fuig cap amunt!

L’abisme és profund,
negre com el sepulcre;
a l’altre costat amb una lleu embranzida!
Qui em segueix? Fou un salt imperial!
L’isard s’enfila a la paret de roca!
Vers l’alçària, al marge del precipici,
 m’obro camí amb el piolet.
Tan sols amunt, cap dalt amb coratge!
Ara sense descans,
agafant-se a un arbust!
Si traïdora la branca es deixa anar de la roca,
la penya sortint m’aguantarà en la caiguda.” 

La roca no aguanta
i el Kàiser cau
al fons, tres braces avall;
allà el senyor Max tingué por, com qui diu.
Una penya una mica sortint,
això s’anomena sort – planyi’m Déu!
El genoll trencat, però ell restà dempeus,
i li agafa vertigen; s’ha de fer el càrrec:
aquí no es pot saltar,
cap embranzida d’àguila;
car a sota s’abisma la paret de Martin:
el penya-segat més rost de tot el país.

Ell esguarda cap baix
al fossat de boira
i amunt al mar de núvols,
i endarrere i al voltant.
No es veu cap lloc a l’abast per saltar,
cap arbust ofereix una branca per enfilar-se,
al dur rocam l’envolta un sot
darrere seu, tan alt com una catedral!
El Kàiser crida
a l’aire sord:
“Ei, com m’ha encativat l’isard!
Cap camí condueix avall vers els vivents.”

Ell estava disposat
i s’ha acomplert!
On l’aire és tan lleuger, on el sol és tan clar,
on només salta l’isard, on només fa niu l’àguila,
on el rebombori de la gent ressona als seus peus;
on l’espetec del tro retruny a baix al fons;
allà està la majestat del Kàiser,
però no enlairat per a la glòria.
Un fill de desolació
en un tron elevat,
ara Max es troba de sobte tot sol,
i se sent esborronat, abandonat i petit.

Al fons de la vall
hi havia un pastor
i veu a la penya quelcom que es mou,
que s’ajup i s’aixeca i fa passos bellugant-se.
“Allò potser ho conjura allà dalt el poder de Satanàs?
Però, per Déu, allò és una persona humana!”
I així crida i fa senyals als pastors del voltant,
perquè tots admirin l’adveniment!
“Que Déu l’ajudi!”
I d’una sola veu tots diuen:
“Aquell allà dalt està en un gran destret,
i malauradament es morirà de gana.”

Damunt lleugers corsers
un seguici de caçadors
arriba ara galopant a la vall,
on badant una multitud ja s’ha aplegat
i pregunten al pastor més proper:
“El Kàiser ha pres potser el camí?
Ha pujat a dalt de la muntanya,
i per això l’hem perdut de vista?”
El pastor esguarda
la paret, s’esglaia,
i fent un senyal diu al grup de caçadors:
“Mireu-lo allà dalt! Que déu tingui pietat d’ell!”

Un caçador esguarda
la paret, s’esglaia,
i aixecant de pressa el seu portaveu,
i amb tota la potència d’un pit humà, crida cap amunt:
“Senyor Kàiser, si sou vós el que està a la bretxa,
tireu tot seguit una pedra!”
I la gentada es mou endavant trasbalsada
i de sobte es fa un silenci de mort.
Aleshores cau la pedra,
a plom, cap avall
on, sota la roca, hi ha la cabana d’un pastor
i aixafa i fa esfondrar la teulada.

El xiscle de la gent,
des d’una llegua,
se sent a tota la contrada,
l’eco el fa revoltar tot a l’entorn.
I el clam d’aflicció arriba a dalt fins al Kàiser
que a penes confia en ajut humà.
Ell agusa els ulls i para les orelles:
“Què es mou allà baix? Què mormola amunt?”
Ell esguarda i escolta,
i a baix continua movent-se i mormolant –
i així segueix esperant, sense queixes ni planys,
el noble senyor fins al migdia.

Però el sol el crema,
la paret de roca
fa rebotar els raigs ardents;
la virulència de la calor esdevé insuportable.
Esgotat per la fatigant cacera de l’isard,
assedegat, afamegat,
Max se sent fluix i dèbil;
era gens estrany que les forces l’abandonessin?
Només desitja una cosa:
estar segur,
abans de perdre el coneixement,
de què l’ajut dels homes encara és possible.

Aviat tingué una pensada
i passà a l’acció,
i escrigué amb llapis a un pergamí
demanant ajut al poble, i tot seguit
amb una cinta daurada lligà la làmina
a una feixuga pedra de marbre
i la deixà caure a la fondària;
i parà l’orella – cap veu li respongué.
Ai, Déu i Senyor!
Tothom l’estima tant
i per això ningú es presenta
per ser el missatger de la mort.

El Kàiser, tenaç,
espera resposta
i llança una tercera i una quarta pedra,
però sempre endebades.
Fins que al cel s’amaga el sol,
i el sobirà sospirant pensa:
“Si l’ajut fos possible, m’ho haguessin cridat,
aquí només puc esperar la mort segura.”
Llavors els seus pensaments
s’enlairaren a Déu;
l’Esperit Sant inflamà el seu cor
que ràpidament s’acomiadava de la terra;

deixar de banda el món,
perdurar en l’etern!
Ara agafa de nou una làmina
i escriu fervorós. – Al no tenir més cinta
la lliga a una pedra amb el toisó d’or;
què l’importava? Ell estava segur de morir!
I des de l’alta tomba ventosa,
llança la pedra a la vida allà baix.
Un penós dolor
trasbalsa el cor de tots els que escolten plorant
a qui amb plors llegeix
el que demana el Kàiser.

El lector fa saber:
“Així diu la missiva.
Moltes gràcies Tirol per el teu afecte,
que fidel em resta en la meva fretura.
Però vaig temptar a Déu amb la meva insolència
i ara ho haig d’expiar amb el cos i la sang.
Dels homes no hi ha cap salvació;
que es faci la voluntat de Déu! Just és el Senyor!
Vull expiar la culpa
amb coratge i resignació.
Amb una cosa podríeu alegrar el meu cor,
vull encara donar-vos gràcies en la mort.”

“Que un missatger s’apressi a Zierlein
immediatament 
per demanar el Santíssim Sagrament
per el que es deleix la meva ànima assedegada.
I quan el sacerdot estigui al riu,
que un caçador m’avisi amb un tret.
i quan hagi de rebre la benedicció,
que em torni a avisar amb un segon tret.
Us demano per favor,
supliqueu amb mi 
a Aquell que ajuda en la fretura,
perquè em doni forces en la mort per inanició.” 

El missatger corre que vola;
el sacerdot panteixant
ha arribat ara al riu,
tot seguit el caçador avisa el Kàiser amb un tret.
Ell esguarda cap baix i veu la custòdia
car brillant resplendeix la seva corona de diamants.
I al seu davant cau de genolls,
amb el cor compungit, amb esperit creient.
La humanitat lluita
i venç, i s’enlaira prest
amb ales desplegades
vers la font sacrosanta de l’amor etern!

I, oh, com s’envola
la seva ardent pregària!
“Oh Déu, Pare Totpoderós, al tron celestial,
tu Fill de Déu, amor que brolla de l’amor,
i tu sagrat Esperit Sant,
que ensems ens mostreu la salvació;
oh Déu que el teu amor proclama
en veu alta la vasta natura!
Oh, que prest se submergeixi 
en la font de l’amor,
el meu estimat esperit, abraci el món,
i que de tot cor el rebin els teus braços.”

“Abans de la meva mort
jo, indigne, desitjo
el teu pa celestial, oh, de tot cor!
Oh, tingues pietat de mi!
Oh, Crist estimat, intercedeix per mi,
i fes-me tornar al cercle de fidels,
que el teu amor tan ardorosament vivifica
perquè s’unifiquin amb Déu i l’univers.
I perquè no sóc digne
del que desitjo,
una sola paraula de la teva boca
farà guarir de nou el teu servent.”

I així suplicant,
ell vol morir en l’amor.
Aleshores un segon tret li anuncia
que ara rebrà la benedicció.
Tot seguit el sobirà, a la paret rocosa,
s’espella el front i les mans.
I el caçador amb el potent portaveu
li repeteix les paraules del sacerdot:
“Que Déu et beneeixi
en la teva fretura,
el Pare, el Fill i l’Esperit Sant,
que el cel i la terra lloen eternament.”


Adés, tots ensems,
a tota la vall,
la gent resta pregant de genolls
i suplica en veu alta per la salvació del sobirà.
El Kàiser es commou per el so dels que preguen
que l’eco li porta a les orelles.
Ell també resta de genolls pregant
i suplica a Déu per el bé de la seva gent.
La lluna ja flameja
a l’horitzó
i, magnífic, el verdós firmament
s’encén amb eixams d’estrelles centellejants. 

L’esplendor del cel
li desperta amb força
l’anhel vers la pàtria celestial,
tots els lligams terrenals se li desfan.
On sona l’arpa exultant dels serafins,
on el cor de benaurats canta la Santedat,
on callen els sofriments i els desigs s’esberlen,
vers l’amor etern, vers la llum eterna,
cap allà, cap allà
s’enlaira el seu esperit,
i amb les mans aixecades ben amunt
pensa, fugint, de posar fi a la seva dissort;

quan, de sobte, esvelt i gràcil,
un jove camperol,
enlluernant-lo com un llamp, apareix al seu davant
i el saluda amb dolces paraules:
“Senyor Max, per morir encara hi ha temps,
segueixi’m de seguida. el camí és molt llarg.”
El Kàiser s’espanta al veure’l,
i no dóna crèdit als seus ulls i a les seves orelles.
I quan l’esguarda,
secretament té basarda;
car al voltant del noi oneja estranyament
una vague resplendor que no sembla d’aquest món.  

Però el Kàiser de seguida
s’assossega
i pregunta al noiet: “Qui ets tu? – Parla!”
“Un missatger enviat per salvar-te.”
“Qui t’ha indicat el camí vers la roca?”
“Conec molt bé la muntanya i tots els corriols.”
“És que t’ha enviat el cel?”
“Ell ha vist el teu cor penedit.”
Aleshores el noi es gira,
va a la balma
i rossola fàcilment per una escletxa de la paret
que els ulls escodrinyadors del Kàiser no havien vist.

El Kàiser s’ajup
i s’esmuny per l’escletxa;
el noiet fa llum al seu davant tot saltant
a través de gorges profundes, camí cap baix.
On els minerals a les parets centellegen,
on el boirim sura al fons espurnejant,
ressona a la volta el soroll dels passos,
a la llunyania retruny el bramul del saltant del torrent,
van més al fons encara,
llegües cap baix:
aleshores el noiet s’esquitlla dins d’una gorja,
la torxa s’apaga. – Atemorit, a les palpentes

Max cerca el camí endavant,
obrint-se pas;
i panteixant esguarda la llum de les estrelles,
i cerca el noiet i no el troba pas.
Aleshores li agafa un calfred. No s’ha equivocat.
Potser era un àngel qui l’ha conduït.
I ja reconeix la vall de Zierlein,
sent el ressò confús del mormol de la gent.
Amb pas tremolós
camina endavant,
extenuat, sovint ha de fer parades,
fins que s’apropa a l’ample riu resplendent.

Encara és lluny,
però, ple de joia,
veu el sacerdot a la llum de la torxa,
dempeus, incansable, amb la custòdia.
I com encara la gent del poble de genolls,
preguen fervorosament per ell.
Se li humitegen els ulls, el cor se li inflama
ple de milers de sentiments.
Prest s’avança
i crida ben fort:
“Lloeu el Senyor i el seu poder!
Mireu, el seu àngel m’ha fet retornar.” 


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About the headline (FAQ)

Translations of title(s):
"Kaiser Maximilian auf der Martinswand in Tyrol, 1490" = "Kàiser Maximilian a la paret de Martin al Tirol, 1490"
"Kaiser Max, auf der Martinswand in Tyrol" = "Kàiser Max, a la paret de Martin al Tirol"


Authorship

  • Translation from German (Deutsch) to Catalan (Català) copyright © 2019 by Salvador Pila, (re)printed on this website with kind permission. To reprint and distribute this author's work for concert programs, CD booklets, etc., you may ask the copyright-holder(s) directly or ask us; we are authorized to grant permission on their behalf. Please provide the translator's name when contacting us.

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Based on
  • a text in German (Deutsch) by Heinrich Joseph, Edler von Collin (1771 - 1811), "Kaiser Max, auf der Martinswand in Tyrol", subtitle: "1493", written 1809, first published 1810
      • This text was set to music by the following composer(s): Franz Peter Schubert. Go to the text.

 

Text added to the website: 2019-05-08 00:00:00.

Last modified: 2019-05-08 13:33:55

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