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Rundgesang im Freyen

Language: German (Deutsch)

        Eine Stimme.
Umschlingt das Haar mit Epheulaub!
   Laßt nicht so lang' euch winken!
Zerstreut das Sorgenheer, wie Staub!
   Die vollen Becher blinken!
Wer nicht nach eitlen Würden strebt,
Wem Jugendkraft den Busen hebt;
Wem Fröhlichkeit das Herz belebt,
   Der stimme ein, und singe,
   Daß Berg und Hain erklinge!

        Chor.
In unsrer Brust glüht Jugendkraft;
Wir fühlen Muth, der nie erschlafft;
   Der Hain erklingt;
   Auf, Brüder, trinkt!
   Und preist den Trank, der Freude bringt.

        Einer.
Die kleinen Wolken schweben hin,
   Und Bläue mahlt den Himmel;
Und ringsherum durch Bunt und Grün
   Ertönet Lustgetümmel.
Die Lerche jubelt durch die Luft,
Die Mücke tanzt im Veilchenduft,
Und alles jauchzet, alles ruft:
   Genießt, genießt des Lebens!
   Gott schuf euch nicht vergebens.

        Chor.
Wir jubeln, wie die Lerche steigt,
Und jauchzen noch, wenn alles schweigt.
   Der Hain erklingt!
   Auf, Brüder, trinkt!
   Es lebe hoch, was mit uns singt!

        Einer.
Der Freude Zelt ist überall
   Dem Weisen aufgeschlagen.
Der Mysantrop fühlt immer Qual;
   Drum kann ihm nicht» behagen.
Wer reines Herzens um uns blickt.
Der fühlt des Lebens Werth entzückt,
Und ist so leicht, so leicht beglückt!
   Die Weisheit zeugt die Freude,
   Drum, Brüder, leben beyde.

        Chor.
Wir sehen Freuden uns umblühn,
Und Harmgewölke ferne ziehn.
   Der Hain erklingt!
   Auf, Brüder, trinkt!
   Auf's Wohl der Weisheit, die uns winkt!

        Einer.
Was wär' uns ohne Freude wohl
   Dieß kurze Pilgerleben?
Ein Jammerthal, von Sorgen voll,
   Ein leeres todtes Streben.
Die Freundschaft heitert unsern Pfad,
Sie streut der Freuden schönste Saat,
Und stärkt zu jeder edlen That.
   Es lebe, wer sie kennet,
   Und sie zu ehren brennet!

        Chor.
Bey diesem echten deutschen Wein,
Laßt uns den Freundschaftsbund erneun!
   Der Hain erklingt!
   Auf, Brüder, trinkt!
   Es lebe, wer den Freund umschlingt!

        Einer.
Was wären ohne Mädchen wir?
   Nicht wahr, nur todte Schatten?
Des Tages Hitze trügen wir,
   Und mußten bald ermatten.
Das hatte Gott vorhergesehn,
Drum schuf er Mädchen, lieb und schön,
Das Glück des Lebens zu erhöhn.
   Es leben, wackre Brüder,
   Die Mädchen, schön und bieder.

        Chor.
Es leben unsre Mädchen hoch,
Und einst als Weiber höher noch!
   Schenkt ein! schenkt ein!
   Den besten Wein
   Auf's Wohl der Mädchen, treu und rein!


Submitted by Harry Joelson

Authorship


Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Text added to the website: 2008-11-02.
Last modified: 2014-06-16 10:02:59
Line count: 80
Word count: 355

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