Ich lieg' auf's neu' anbetend dir zu...
Language: German (Deutsch) 
Ich lieg' auf's neu' anbetend dir zu Füßen,
Du ewig schöne, wunderbare See!
Aus tiefster Brust, laß mich auf's Neu' dich grüßen,
Du nur allein versteh'st mein heimlich Weh.
Geheimnißworte will ich mit dir tauschen,
Laß durch mein Singen deine Wogen rauschen!

O ich verstehe dich, du Wandelbare,
In deiner Wonne, deiner tiefen Qual,
In deinem Frieden, wenn der blaue, klare
Himmel dich grüßt mit heil'gem Liebesstrahl.
Am besten doch versteh' ich dein Erbeben,
Wenn sich im Sturm die Wogen brandend heben.

So sah ich dich, o See! vor [wen'gen]1 Tagen,
Wie kämpften da, wie flogen deine Wellen!
In jeder schien ein stürmisch Herz zu schlagen,
In jeder eine Brust im Kampf zu schwellen,
Aus jeder stieg ein Ton der bangen Qual --
So sangen [Millionen]2 den Choral.

Doch jetzt, wie schön! In Reue hingegossen,
Liegst du, wie Magdalena, still und groß;
Du [hast]3 des Himmels heil'ges Bild umschlossen,
Und Frieden sinkt herab in deinen [Schoos]4,
Und über all' dein Sündigen, dein Leiden
Will er den blauen Liebesmantel breiten.

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Confirmed with Neue Gedichte von Luise von Ploennies, Verlag der Hofbuchhandlung von G. Jonghaus, Darmstadt, 1851, pages 180-181.

1 Hirsch: "wenig"
2 Hirsch: "schon Millionen"
3 Hirsch: "hältst" (?)
4 Hirsch (modernized form): "Schoß"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Harry Joelson