Weihe an Hellas
Language: German (Deutsch) 
Die du an der Kindheit Grenzen
standest mit den tausend Kränzen
vor dem kaum erwachten Geist;
mit dem Ernste der Geschichte,
in dem Zauber der Gedichte
lehrend, was man würdig preist.

Hellas! Beistand brauchst du heute,
blutend, wie des Tigers Beute,
rufst  umsonst nach Hülfe du!
Ach! und alles scheu verdrossen,
matt gerührt und halb entschlossen,
sieht dem Todeskampfe zu!

Wer von Jenen, hoch geehret lebet,
den du nicht belehret,
nicht erzogen seiner Zeit?
Den mit Tugend du verbündet,
früh zu Taten nicht entzündet,
würdig der Unsterblichkeit?

Heil'ge Namen! - die uns allen
Aus des Nachruhms Götterhallen
Ahnungsvoll ins Herz getönt;
Sollt ihr nicht zum Dank uns mahnen,
Seit den Zorn erhabner Ahnen
Schön der Enkel Mut versöhnt?

Was ich immer wär', ich weihte
Jede Kraft dem heil'gen Streite
Dort in rühmlicher Gefahr;
Arzt - Verwundete zu heilen,
Krieger - kühn voran zu eilen,
Führer der erlesnen Schar.

Doch von allen seinen Spenden
Fiel mir aus des Glückes Händen
Nur des Weibes enges Los,
Und, dem Kummer früh Vertraute,
Legt' ein güt'ger Gott die Laute
Mild der Weinenden im Schoß.

Tönt indes, ihr goldnen Saiten! -
Kann ich Hülfe nicht bereiten,
Geb ich, was die Muse gab. -
Und wenn alle kalt frohlocken,
Halle leis, wie Trauer-Glocken,
Du, mein Lied, an Hellas Grab.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]