by Karl Stieler (1842 - 1885)

Im deutschen Land, daheim am Herde
Language: German (Deutsch) 
Im deutschen Land, daheim am Herde,
Da sitzen sie wohl oft noch spät
Beim Feuerschein, im Eckgemache
Und denken [deß, wie's]1 uns ergeht.

Und manchmal bringt der Bruder Kunde
Von Schiffen, die das Meer verschlang,
Es pocht der Nordwind an die Scheiben,
Dann wird's der kleinen Schwester bang.

Im Lehnstuhl aber, in der Ecke
Sitzt stumm die Mutter, Jahr um Jahr,
Sie [mag die Menschen nimmer sehen]2,
Und über Nacht ward weiß ihr Haar.

Die Mutter aber ist die meine,
Die Bibel liegt nicht weit davon,
'S ist eine Seite aufgeschlagen,
Die Seite vom -- verlornen Sohn.

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1 Bruch: "daran wie's"
2 Bruch: "will die Menschen nicht mehr seh'n"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2013-06-26 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:05:14
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