Vier Gedichte des Hafis

Song Cycle by (Isador) George Henschel (1850 - 1934)

Word count: 238

1. Schon häufig an die Pforte meines Herzens [sung text not yet checked]

Schon häufig an der Pforte meines Herzens
Hat angepocht der Gram,
Doch es verschloß sich riegelfest, so oft es
Den Widrigen vernahm.

Auf's neue pocht' er neulich, und es wurden
Im ohne Zögerung
Die Thore weit -- warum? Weil er gesendet
Von deinem Auge kam.

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2. Freue dich, o Seelenvogel! [sung text not yet checked]

Freue dich, o Seelenvogel,
Lasse deine Jubel schallen,
Daß du in der Rose zarte,
Liebe, süße Haft gefallen!

Nicht in eines Vogelstellers
Rohe Netze wirst du sinken,
Nicht ergriffen wirst du werden
Mörderisch von Räuberkrallen.

Zwar es hat der Dorn der Rose
Tief genug dein Herz verwundet,
Und so wirst du dich verbluten
Und hinab zu Grabe wallen.

Doch der Tod, der dich erwartet,
Ist der schönste Tod von allen;
Sterben wirst du nach dem edlen
Sterbebrauch der Nachtigallen.

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3. Wo Engel hausen [sung text checked 1 time]

Wo Engel hausen,
Da ist der Himmel,
Und sei's auch mitten
Im Weltgetümmel;
Da hat die Seele,
Die bange, Ruh. --
Wie linde rastet
Im Aetherscheine
Schon [itzt]1 die meine!
Der schönste, beste
Der Gottesengel,
Das bist ja du.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Where angels dwell", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with G.F. Daumer, Hafis. Neue Sammlung, Neue Ausgabe, Nürnberg: Verlag von Bauer & Raspe (Ludwig Korn.), [1852], page 49.

1 Henschel: "jetzt"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Zu der Rose, zu dem Weine komm [sung text not yet checked]

Zu der Rose, zu dem Weine komm!
Her zu diesem stillen Haine komm!

Mild zu stillen meiner Sehnsucht Ach,
Denn es rührt ja selbst die Steine, komm!

Hold zu hemmen meiner Zähre Bach,
Die ich schon so lange weine, komm!

Mir zu spenden hier im Laubgemach
Edens Heil in aller Reine, komm!

Bald, o bald, daß nicht in Asche jach
Falle mein verkohlt Gebeine, komm!

Aber erst, wenn Tag und Sonne schwach,
Aber heimlich und alleine komm!

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