Zwölf Lieder: So Gott und Papa will

Song Cycle by Erich Wolfgang Korngold (1897 - 1957)

Word count: 816

1. Das Ständchen [sung text checked 1 time]

Auf die Dächer zwischen blassen
Wolken [schaut]1 der Mond herfür,
Ein Student dort auf den Gassen
Singt vor seiner Liebsten Tür.

Und die Brunnen rauschen wieder
Durch die stille Einsamkeit,
Und der Wald vom Berge nieder,
Wie in alter, schöner Zeit.

So in meinen jungen Tagen
Hab ich manche Sommernacht
Auch die Laute hier geschlagen
Und manch lust'ges Lied erdacht.

Aber von der stillen Schwelle
Trugen sie mein Lieb zur Ruh,
Und du, fröhlicher Geselle,
Singe, sing nur immer zu!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La serenata", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The serenade", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La sérénade", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Stéphane Goldet) (Pierre de Rosamel) , "La sérénade", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "La serenata", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Korngold: "scheint"

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2. Winternacht [sung text checked 1 time]

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab' Nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an den Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blüten-Kleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Winter night", copyright © 2014
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit d'hiver", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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3. Das Mädchen [sung text checked 1 time]

Stand ein Mädchen an dem Fenster,
Da es draußen Morgen war,
Kämmte sich die langen Haare,
Wusch sich ihre Äuglein klar.
 
Sangen Vöglein aller Arten,
Sonnenschein spielt' vor dem Haus,
Draußen überm schönen Garten
Flogen Wolken weit hinaus.
 
Und sie dehnt' sich in den Morgen,
Als ob sie noch schläfrig sei,
Ach, sie war so voller Sorgen,
Flocht ihr Haar und sang dabei:
 
"Wie ein Vöglein hell und reine,
Ziehet draußen muntre Lieb,
Lockt hinaus zum Sonnenscheine,
Ach, wer da zu Hause blieb'!" 

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2014
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La jeune fille", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

4. Abendlandschaft [sung text checked 1 time]

Der Hirt blast seine Weise, 
Von fern ein Schuß noch fällt, 
Die Wälder rauschen leise 
Und Ströme tief im Feld. 

Nur hinter jenem Hügel 
Noch spielt der Abendschein - 
O hätt ich, hätt ich Flügel,
Zu fliegen da hinein!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening landscape", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Paysage vespéral", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 220.


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5. Schneeglöckchen [sung text checked 1 time]

's war doch wie ein leises Singen
in dem Garten heute Nacht,
wie wenn laue Lüfte gingen:
"Süße Glöcklein, nun erwacht;
denn die warme Zeit wir bringen,
eh's noch jemand hat gedacht."

's war kein Singen, s'war ein Küßen,
rührt die stillen Glöcklein sacht,
daß sie alle tönen müssen
von der künft'gen bunten Pracht!

Ach, sie konnten's nicht erwarten,
aber weiß vom letzten Schnee
war noch immer Feld und Garten,
und sie sanken um vor Weh.

So schon manche Dichter streckten
sangesmüde sich hinab,
und der Frühling, den sie weckten,
rauschet über ihrem Grab.

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  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , "Campanitas de nieve", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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6. Aussicht [sung text checked 1 time]

Komm zum Garten denn, Du Holde!
In den warmen, schönen Tagen
Sollst Du Blumenkränze tragen,
Und vom kühl krystall'nen Golde
Mit den frischen, roten Lippen,
Eh' ich trinke, lächelnd nippen.
Ohne Maß dann, ohne Richter,
Küssend, trinkend singt der Dichter
Lieder, die von selbst entschweben:
Wunderschön ist doch das Leben!

Authorship

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7. Die Sperlinge [sung text checked 1 time]

Altes Haus mit deinen Löchern, 
Geiz'ger Bauer, nun ade! 
Sonne scheint, von allen Dächern 
Tröpfelt lustig schon der Schnee, 
Draußen auf dem Zaune munter 
Wetzen unsre Schnäbel wir, 
Durch die Hecken rauf und runter, 
In dem Baume vor der Tür 
Tummeln wir in hellen Haufen 
Uns mit großem Kriegsgeschrei, 
Um die Liebste uns zu raufen, 
Denn der Winter ist vorbei!

Authorship

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8. Nachtwanderer [sung text checked 1 time]

Er reitet [nachts auf einem braunen]1 Roß,
Er reitet vorüber an manchem Schloß:
Schlaf droben, mein Kind, bis der Tag erscheint,
Die finstre Nacht ist des Menschen Feind!

Er reitet vorüber an einem Teich,
Da stehet ein schönes Mädchen bleich
Und singt, ihr Hemdlein flattert im Wind:
Vorüber, vorüber, mir graut vor dem Kind!

Er reitet vorüber an einem Fluß,
Da ruft ihm der Wassermann seinen Gruß,
Taucht wieder unter dann mit Gesaus,
Und stille wird's über dem kühlen Haus.

Wann Tag und Nacht im verworrnen Streit,
Schon Hähne krähen im Dorfe weit,
Da schauert sein Roß und wühlet hinab,
Scharret ihm schnaubend sein eigenes Grab.

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Rider in the night", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le voyageur de la nuit", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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1 Banck: "zur Nacht auf schwarzem"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Jakob Kellner

9. Der Friedensbote [sung text checked 1 time]

Schlaf ein, mein Liebchen, schlaf ein,
Leis durch die Blumen am Gitter
Säuselt des Laubes Gezitter,
Rauschen die Quellen herein;
Gesenkt auf den schneeweißen Arm,
Schlaf ein, mein Liebchen, schlaf ein,
Wie atmest du lieblich und warm!

Aus dem Kriege kommen wir heim;
In stürmischer Nacht und Regen,
Wenn ich auf der Lauer gelegen,
Wie dachte ich dorten dein!
Gott stand in der Not uns bei,
Nun droben bei Mondenschein,
Schlaf ruhig, das Land ist ja frei!

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , ""Il messaggero di pace" da "Canti del tempo"", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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10. Vom Berge [sung text checked 1 time]

[Da]1 unten wohnte sonst mein Lieb,
Die ist jetzt schon begraben,
Der Baum noch vor der Türe blieb,
Wo wir gesessen haben.

Stets muß ich nach dem Hause sehn
Und seh doch nichts vor Weinen
Und wollt' ich auch hinuntergehn,
Ich stürb' dort so alleine!

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "De la montagne", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 Hasse: "Dort"; further changes may exist not shown above.

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11. Waldeinsamkeit [sung text checked 1 time]

Waldeinsamkeit!
Du [grünes]1 Revier,
Wie liegt so weit
Die Welt von hier!
Schlaf nur, wie bald
Kommt der Abend schön,
Durch den stillen Wald
Die Quellen gehn,
Die Mutter Gottes wacht,
Mit ihrem Sternenkleid
Bedeckt sie dich sacht
In der Waldeinsamkeit,
[Gute Nacht,]2 Gute Nacht! -

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  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Forest-Solitude"
  • ENG English [singable] (Constance Bache) , "Forest solitude" [an adaptation]
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Dritter Theil. Dichter und ihre Gesellen. Krieg den Philistern, Berlin, Verlegt von M. Simion, 1841, pages 254-255.

1 Wolff: "schönes"
2 omitted by Wolff.

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12. Sangesmut  [sung text checked 1 time]

Was Lorbeerkranz und Lobestand! 
Es duftet still die Frühlingsnacht 
Und rauscht der Wald vom Felsenrand, 
Ob's jemand hört, ob niemand wacht. 

Es schläft noch alles Menschenkind, 
Da pfeift sein lust'ges Wanderlied 
Schon übers Feld der Morgenwind 
Und frägt nicht erst, wer mit ihm zieht. 

Und ob ihr all zu Hause saßt, 
Der Frühling blüht doch, weil er muß, 
Und ob ihr's lest oder bleiben laßt, 
Ich singe doch aus frischer Brust.

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Voglia di cantare", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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