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2 Romanzen aus dem Trauerspiel: König Enzio von Raupach

Word count: 205

by Conradin Kreutzer (1780 - 1849)

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1. Sie haben den König gefangen [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Sie haben den König gefangen 
In einer blutigen Schlacht, 
Weil ihn verlassen die Seinen, 
Weil ihn verrathen die Nacht. 
Sie führen in goldenen Fesseln
Den edlen König daher: 
Sie scheinen Alle nur Sklaven, 
Der freie Mann ist er. 
Sie haben das Schwert ihm genommen, 
Und führen ihn unbewehrt: 
Was braucht er Waffen zum Siege? 
Sein Blick ist Pfeil und Schwert.
Sie dünken im Siegesgepränge
Des Tages Helden sich: 
Der Held, der Sieger ist einzig 
Der König ritterlich.
Was muß er die Krone tragen,
Dem Zuge noch Glanz zu leihn? 
Wer wird, ihn schauend, nicht sagen: 
Das muß ein König seyn?


Confirmed with Die Hohenstaufen, ein Cyclus historischer Dramen von Ernst Raupach. Siebenter Band. König Enzio, Hamburg, Bei Hoffmann und Campe, 1837, pages 36-37.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Ich habe sie einmal gesehen [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Ich habe sie einmal gesehen, 
Und soll sie nicht wiedersehn? 
Dann mögen auf ewig die Sterne 
Für Enzio untergehn! 

Was soll mir das Auge, wenn nimmer 
Darin sich spiegelt ihr Bild? 
Auf ewig versieget die Quelle, 
Der seine Wonne entquillt? 

Was soll mir das Ohr, wenn's nimmer 
Die Stimme der Holden entzückt? 
Mit keinem Worte der Liebe 
Der Erde mich entrückt? 

Was soll mir die Seele? Ihr Leben 
In Liebe nur kann's bestehn; 
Was soll sie nun lieben auf Erden, 
Da sie den Himmel gesehn? 

Könnt Ihr nicht wieder mir geben,
Das flüchtige selige Glück, 
So nehmet das nichtige Leben,
Ihr Himmlischen, nehmt es zurück!


Confirmed with Die Hohenstaufen, ein Cyclus historischer Dramen von Ernst Raupach. Siebenter Band. König Enzio, Hamburg, Bei Hoffmann und Campe, 1837, pages 41-42.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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