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Zwölf Deutsche Lieder mit Begleitung des Forte-Piano - 3. Sammlung

Word count: 1233

by Johann Xaver Sterkel (1750 - 1817)

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1. Gewalt der Tonkunst [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch) after the English

Authorship


Based on
  • a text in English by Richard Edwards (1523? - 1566), "A Song to the Lute in Musicke", appears in Reliques of Ancient English Poetry, from an old quarto manuscript in the Cotton Library [Vesp. A. 25], intitled, "Divers things of Henry VIII's time" with some corrections from The Paradise of Dainty Devises, 1596.

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Wenn tauber Schmerz die Seele nagt
  Und öder Nebel sie umfängt,
Und bangend sich nach Troste fragt,
  Und stets in sich zurück sich drängt:
Musik mit einem Himmelsschall
Hebt sie empor vom Nebelthal.

Wenn unser Herz in Freude schwimmt,
  Und sich in Freude bald verliehrt;
Musik das Herz voll Taumel nimmt,
  Und sanft in sich zurück es führt.
Verschmelzt es sanft in Lieb und Pein
Und läßts vor Gott im Himmel sein.

Im Himmel labt der Tönte Trank
  Den Durst der Pilger dieser Zeit;
Im Himmel kränzet Lobgesang
  Mit Kränzen der Unsterblichkeit;
Die Sterne dort im Jubelgang
Frohlocken einen Lobgesang.

O Himmelsgab', o Labetrank
  Dem matten Waller dieser Zeit,
Geschenk, das aus der Höhe sank,
  Zu lindern unser Erdenleid -
Sei, wenn mein Schifflein sich verirrt,
Mir, was der Stern dem Schiffer wird.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

2. Der Nachruhm [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Mich reizet nicht des Ruhmes Schall,
Der aus Posaunen tönt,
Den jeder leise Wiederhall
Im stillen Thal verhöhnt. 
Ein Ruhm, der wie der Sturmwind braust,
Ist selbst ein Sturm, der bald versaust. 

Mich reizet mehr der Silberton,
Der unbelauschet klingt,
Und meiner Muse schönsten Lohn,
Den Dank des Herzens singt,
Die Thräne, die dem Aug' entfließt
Und mich mit Bruderliebe grüßt.

Nicht Allen gönnte die Natur
Das allgepries'ne Glück,
Zu bilden aus des Schöpfers Spur
Ein ew'ges Meisterstück,
Das, ein vollkommnes seiner Art,
Der Nachwelt stetes Muster ward; 

An dem, im Anblick noch entzückt,   
Der späte Schüler steht
Und in des Meisters Seele blickt
Und stumm von dannen geht;
Indeß sein Herz den seltnen Geist
Mit lautem Puls glückselig preist.

Wir schwimmen in dem Strom der Zeit
Auf Welle Welle fort,
Das Meer der Allvergessenheit
Ist unser letzter Ort;
Genug, wenn Welle Welle trieb
Und ohne Namen Wirkung blieb. 

Wenn dann auch in der Zeiten Bau
Mich bald ihr Schutt begräbt,
Und meine Kraft auf Gottes Au
In andern Blumen lebt,
Und mein Gedanke mit zum Geist
Vollendender Gedanken fleußt. 

Schön ist's, von Allen anerkannt,
Sich allgelobt zu sehn;
Doch schöner noch, auch ungenannt,
Wohlthätig fest zu stehn.
Verdienst ist meines Stolzes Neid
Und bei Verdienst Unsichbarkeit. 

So nennet Gottes Creatur
Nur schweigend seinen Ruhm;
Sie blüht in wirkender Natur,
Ihr selbst ein Eigenthum.
Der Schöpfer zeigt sich nicht, und kühn
Verkennt der Thor und läugnet ihn.


Confirmed with Joh. Gottfr. v. Herder's Gedichte, Stuttgart und Tübingen: in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1836. Appears in Erstes Buch. Erste Abtheilung. Bilder und Träume, pages 35 - 36.


Submitted by Melanie Trumbull

3. Das Lied vom Schmetterlinge [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission


  Liebes, leichtes, luft'ges Ding, 
Schmetterling,
Das da über Blumen schwebet,
Nur von Tau und Blüten lebet,
Blüte selbst, ein fliegend Blatt,
Das mit welchem Rosenfinger!
Wer bepurpurt hat.

  War's ein Sylphe, der dein Kleid
So bestreut?
Dich aus Morgenduft gewebet,
Nur auf Tage dich belebet?
Seelchen, und dein kleines Herz
Pocht da unter meinem Finger,
Fühlet Todesschmerz.

  Fleuch dahin, o Seelchen, sei 
Froh und frei,
Mir ein Bild, was ich sein werde,
Wenn die Raupe dieser Erde
Auch wie du ein Zephyr ist,
Und in Duft und Tau und Honig
Jede Blüte küßt.


Confirmed with Herders Volkslieder, ed. Carl Redlich, Berlin: Weidmannsche Buchhandlung, 1885, page 348.


Submitted by John H. Campbell and Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Die Biene [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Als Amor in den goldnen Zeiten
Verliebt in Schäferlustbarkeiten
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo es sonst Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich ward Amor klüger.
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien heraus, und stach.


Confirmed with Gotthold Ephraim Lessing, Sämtliche Gedichte, Stuttgart, Philipp Reclam jun., 1987.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. An Minna

Language: German (Deutsch)

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

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Die Sonne sinkt, der Abend winkt
 . . . . . . . . . .

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6. Hänschens Empfindung

Language: German (Deutsch)

Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

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O des wunderschönen Lenzen
 . . . . . . . . . .

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7. Abendlied [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Und wenn sich einst die Seele schließt,
Wie diese Abendblume:
Wenn alles um sie Dämm’rung ist,
Von Lebens Licht und Ruhme:
Und ihre letzten Blick’ umher,
Ihr kalte Schatten scheinen;
O Jüngling, wirst du auch so schwer,
Wie diese Blume weinen.

(War deiner holden Jugend Saft
In öde Luft verhauchet,
Verblüht die Blüte, Lebenskraft
Auf immer mißgebrauchet;
Und deine letzten Blick’ umher
Dich alle reu [?] entfärben:
O Jüngling, bleibt dir etwas mehr
Als trostverschmachtet sterben.)

Macht seine große Allmacht je
Geschehnes ungeschehn!
Und stillt sie auch das stille Weh,
sich selbst beschämt zu sehn!
Und wächst und wächst nicht jeder Tat
Der Keim so tief verborgen!
Wer gibt, wer schafft mir neuen Rat
Nach einer Jugend Morgen!

(Und holder Schlaf, den schlafest du,
Gibt neuen Jugend Morgen,
Bist Labetrunk und Schattenruh,
Bist Labsal aller Sorgen,
Bist Todes Bruder! O wie schön
Sich sein und nicht sein Grenzen:
Wie frisch wir meine Abendträn
Am frühen Morgen glänzen.)

Und nach den Tod es wird uns sein
Als nach des Rausches Schlummer.
Verraucht, verschlummert Lebens Pein
Und Schmerz und Reu’ und Kummer,
o Tod, o Schlaf der dich erfand
Erfand der Menschheit Segen
Breit aus auf mich dein Schlafgewand.
Zur Ruhe mich zu legen.

Denn was war unsre Lebenszeit
Auch unsre Zeit der Freuden,
Ein Strudel voll Mühseligkeit
Ein Wirbel süßer Leiden,
Ein ew’ger Taumel! Holder Schlaf
Zu neuen Freudenmahle
Für alles, was auch heut mich traf
Gib mir die Labeschale.


Submitted by Joachim Fischer

8. Der Gewinn des Lebens [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Am kühlen Bach, am luft'gen Baum
Träum' ich nun meines Lebens Traum,
Und mag nicht wissen, ob die Welt,
Wie ich mir träume, sei bestellt;
Denn ach, ist Der wol mehr beglückt,
Der, daß sie nicht so sei, erblickt?

Ich ging einmal der Weisheit nach
Und hörte, was die Weisheit sprach.
Sie sprach so viel- und mancherlei,
Was einst die Welt gewesen sei
Und jetzt nicht ist und, sehr verirrt,
Wol nimmer, nimmer werden wird.

Ich grämte mich und ging im Gram,
Als mir der Ruhm entgegen kam.
«Dir,» sprach er, «Sohn, Dir ist beschert,
Zu räumen weg, was Dich, beschwert.»
Ich räumte, wollte vor mich sehn;
Allein die Felsen blieben stehn.

Ermattet, ohne Gram und Zorn,
Sucht' ich nun Rosen unterm Dorn.
Die Rosen, ach! entfärbten sich,
Und ihre Dornen stachen mich;
Zwei Knöspchen unter allen hier,
Lieb' und die Freundschaft, blieben mir.

Am kühlen Bach, am luft'gen Baum
Träum' ich nun meines Lebens Traum.
Die beiden Knöspchen pfleg' ich mir
Und weihe sie, o Sonne, Dir!
Komm, kühler Bach, erquicke sie!
Komm, süßes Lüftchen, stärke sie!


Submitted by Ferdinando Albeggiani

9. Auf einen Geburtstag [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Hirtin, schön, wie Hespers Blicke,
Lieblich, wie der West,
Zürne nicht,
Dass ich an deinem Fest
Keine jungen Veilchen schicke. 

Wo du durch die grünen Fluren
Hinter Lämmern gehst,
Und am Bach
Sie zu tränken stille stehst,
Blühn sie ja auf deinen Spuren.


Confirmed with Vermischte Gedichte von Johann Nikolas Götz, erster Theil, Mannheim: in der Schwanischen Hofbuchhandlung, 1785. page 81.


Submitted by Melanie Trumbull

10. Die Klugheit [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Ja Damon, ich verstehe dich! 
Du suchst mir einen Kuß zu rauben? 
Gut! einen will ich dir erlauben! 
Doch sey auch klug! verstehst du mich? 

Der Strauß am Busen reizet dich? 
Ich seh, du wünschest ihn zu rauben? 
Wohl, ich will Dir auch dieß erlauben: 
Doch sey auch klug! verstehst du mich? 

Du sehnest nach den Schatten dich, 
Und siehst dich um nach jenen Lauben? 
Komm, führ mich hin, ich will Dirs glauben: 
Doch sey auch klug! verstehst Du mich?


Confirmed with C. Weisse, Scherzhafte Lieder, Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage, Leipzig, bey M. G. Weidemanns Erben und Reich, 1763, page 138.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

11. Der Frühling [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Siehe, mein Röschen, der Frühling ist da;
Freuden die Fülle sind ferne, sind nah;
Blumen entspringen;
Vögelein singen,
Daß die Gebürg' und die Thäler erklingen.

Laß uns besuchen den seligen Plan,
Wo wir uns beide das erste Mal sahn:
Blumen entsprangen;
Vögelein sangen,
Daß die Gebürg' und die Thäler erklangen.

Aber ich wandelte traurig einher,
Fühlte die Freuden des Maien nicht mehr,
Blickte danieder;
Blumen und Lieder
Waren dem liebenden Jüngling zuwider.

Bis du mein einsames Klagen gehört,
Und mir die Thränen in Lachen verkehrt.
Jetzo erfreuen
Wieder von neuen
Mich die gesegneten Tage des Maien.


Submitted by Ferdinando Albeggiani

12. Gesang und Gegengesang [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Gereizt von Lenz und Jugendlust,
Warf ich mich an Thamirens Brust,
Und sang, was ich nicht sprechen können:
"Thamire, lindre meine Pein!
Du lehrtest mich von Liebe brennen, 
O!  Lehre mich auch glücklich sein!" 

Das Blut der reinen Unschuld drang 
Ihr in die Wangen;  und sie sang: 
"Das Feuer jugendliche Triebe
Wird durch die Weigrung angefacht;
Der warme Freund verliert die Liebe,
Wenn ihn die Freundin glücklich macht."


Confirmed with Moses Mendelssohn's gesammelte Schriften in sieben Bänden, sechster Band, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1845. Appears in Gedichte, page 404.


Submitted by Melanie Trumbull

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     - Emily Ezust

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