Spielmannsweisen: Liederfolge nach Gedichten von Heinrich Leuthold

by Othmar Schoeck (1886 - 1957)

Word count: 379

1. O Frühlingshauch, o Liederlust [sung text not yet checked]

O Frühlingshauch, o Liederlust,
Wie liegt ihr mir im Gemüthe!
Kaum prangen Busch und Baum im Blust,
Steht auch mein Herz in Blüthe.

Mein Herz ist wie ein grüner Hag,
Das ist ein Zwitschern und Schallen...
Da nisten die lustigen Finken am Tag
Und Abends die Nachtigallen.

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2. Die Ströme zieh'n zum fernen Meer [sung text not yet checked]

Die Ströme zieh'n zum fernen Meer,
Die Wolken am Himmel fliehen,
Und wenn ich ein flüchtiges Vöglein wär',
So möcht ich mit ihnen ziehen.

Und bin ich kein Vogel in der Luft,
So lernt' ich doch pfeifen und singen,
Und kommt der Lenz mit Klang und Duft,
Dann mein' ich, es wüchsen mir Schwingen.

Und kann ich auch nicht über Wald und Haid',
Über See'n und Berge schweben,
So kann ich mich über das kleine Leid
Des dürftigen Lebens erheben.

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3. Ich bin ein Spielmann von Beruf [sung text not yet checked]

Ich bin ein Spielmann von Beruf
Mein Leben ist Singen und Wandern;
Als Gott, unser Herr, die Welt erschuf,
Da gab er sie den Andern.

Doch, was das Gemüth des Menschen bewegt,
Ich kann es singen und sagen,
Kann den Lenz, der im eigenen Herzen sich regt,
Hinaus in die Lande tragen.

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4. Und wieder nehm' ich die Harfe zur Hand [sung text not yet checked]

Und wieder nehm' ich die Harfe zur Hand
Und singe vor Thoren und Thüren;
Mich drängt's, auch im fernen Vaterland
Die goldenen Saiten zu rühren.

Was frommt mir der Beifall der Frau'n und die Gunst
Der Kenner, die hier mir lauschen!
Es weiß ein rechter Meister der Kunst
Auch ein nüchternes Volk zu berauschen.

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5. Mein Herz ist wie ein Saitenspiel [sung text not yet checked]

Mein Herz ist wie ein Saitenspiel,
Sie haben gar vieles gemeinsam;
Sie haben der freundlichen Gönner viel,
Und dennoch sind beide einsam.
 
Was beide Schlimmes auch erlebt,
Es hat sie nicht verbittert,
Und wenn sie hie und da gebebt,
Ist's, weil sie vor Wohllaut gezittert,
 
Es haben sich um schnöden Lohn
Die beiden nie verdungen,
Doch beiden ist im Leben schon
Manch' eine Saite gesprungen.
 
Viel minder heimisch im Königssaal
Als unter des Dorfes Linde,
Ist beider Wohllaut auch manchmal
Ganz spurlos verklungen im Winde.
 
Und Alles, was das Herz erträgt,
Die Harfe muß es klagen,
Und nach dem Takt, den jenes schlägt,
Wird dieses stets geschlagen.

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6. O Lebensfrühling, Blütendrang [sung text not yet checked]

O Lebensfrühling, Blüthendrang,
O süßer Duft, o holder Mai,
O blaue Luft, o Jugendklang,
Wie lange, ach, seid ihr vorbei!

Und dien Erinnerung davon,
Die mir im wunden Herzen bebt,
Ist eines Glöckleins Silberton,
Der über einer Wahlstatt schwebt.

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