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Drei Claudius Lieder

Word count: 337

Song Cycle by Huub de Lange (b. 1955)

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1. Der Mensch [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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Empfanget und genähret 
Vom Weibe wunderbar,
Kommt er und sieht und höret
Und nimmt des Trugs nicht wahr;
Gelüstet und begehret,
Und bringt sein Tränlein dar;
Verachtet und verehret,
Hat Freude und Gefahr; 
Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret, 
Hält nichts und alles wahr; 
Erbauet und zerstöret
Und quält sich immerdar;
Schläft, wachet, wächst und zehret,
Trägt braun und graues Haar. 
Und alles dieses währet, 
Wenns hoch kommt, achtzig Jahr; 
Dann legt er sich zu seinen Vätern nieder, 
Und er kommt nimmer wieder.


Submitted by Matthias Gräff-Schestag

2. O Gottes Engel [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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's ist Krieg! 's ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
's ist leider Krieg -- und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten uber mich?

Wenn Hunger, böse Seuch' und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron' und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
's ist leider Krieg - und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Um Mitternacht [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Ich sehe oft um Mitternacht,
  Wenn ich mein Werk getan
Und niemand mehr im Hause wacht,
  Die Stern' am Himmel an.

Sie gehn da, hin und her zerstreut
  Als Lämmer auf der Flur,
In Rudeln auch, und aufgereiht
  Wie Perlen an der Schnur;

Und funkeln alle weit und breit
  Und funkeln rein und schön;
Ich seh' die große Herrlichkeit
  Und kann mich satt nicht sehn.

Dann saget, unterm Himmelszelt,
  Mein Herz mir in der Brust:
"Es gibt noch Bess'res in der Welt
  Als all ihr Schmerz und Lust."

Ich werf mich auf mein Lager hin,
  Und liege lange wach,
Und suche es in meinem Sinn,
  Und sehne mich danach.


note: in Jakob's setting, he adds a stanza of his own at the end:
Und irgendwann fühl' ich es dann,
  Mein Vater, das bist Du!
Und dem, der nachts noch staunen kann,
  Zwinkern's die Sterne zu.

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

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     - Emily Ezust

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